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gamescom 2026: ELO Sentinel XR: Virtueller Großbildschirm für unterwegs ausprobiert

gamescom 2026: ELO Sentinel XR: Virtueller Großbildschirm für unterwegs ausprobiert

Ulrich, Maik

Wer unterwegs auf einem möglichst großen Bildschirm spielen, Filme schauen oder arbeiten möchte, braucht normalerweise entsprechendes Equipment. ELO verfolgt mit der Sentinel XR einen anderen Ansatz. Auf der Gamescom 2026 konnten wir den mobilen XR-Bildschirm selbst ausprobieren und uns einen ersten Eindruck vom noch nicht finalen Produkt verschaffen.

Die Sentinel XR ist dabei kein klassisches VR-Headset. Stattdessen projiziert die Brille einen großen virtuellen Bildschirm direkt vor die Augen. Je nach Abstand soll die Darstellung einer Bildschirmdiagonale von bis zu rund 180 Zoll entsprechen. Mit einem Sichtfeld von etwa 50 Grad entsteht dadurch eine deutlich größere Bildfläche, als man sie von einem normalen mobilen Display erwarten würde.

Publisher / Entwickler

EI

Elo Interactive

Großes Bild und Kinomodus

Bei unserem ersten Test konnte die virtuelle Darstellung bereits einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Besonders der Kinomodus sorgte dafür, dass Filme und andere große Inhalte tatsächlich deutlich mehr nach persönlichem Kino als nach kleinem mobilen Bildschirm wirkten.

ELO verbaut derzeit zwei Displays mit 1.920 × 1.200 Pixeln pro Auge. Im 2D-Betrieb werden Bildwiederholraten von 60, 90 und bis zu 120 Hz angegeben. Im 3D-Modus sind bis zu 90 Hz möglich. Dazu kommen laut Hersteller eine Helligkeit von bis zu 5.000 Nits, ein Kontrastverhältnis von 100.000:1 und eine Latenz von 1 ms.

Allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass wir auf der Gamescom noch einen Prototypen ausprobiert haben. Die endgültige Abstimmung kann sich beim Serienmodell daher noch verändern.

ELO

Ein Bildschirm für die Hosentasche?

Interessant wird das Konzept vor allem durch seine Flexibilität. Die Sentinel XR soll sich mit zahlreichen Geräten verwenden lassen, sofern diese ihr Bildsignal über USB-C ausgeben können. Dazu gehören beispielsweise Handhelds, Smartphones, Tablets, Notebooks und PCs.

Für Geräte mit HDMI-Anschluss wie PlayStation 5 oder Xbox wird ein entsprechender Adapter benötigt. Für uns als Nintendo-Fans ist natürlich besonders die Kombination mit der Switch 2 spannend. Statt auf dem vergleichsweise kleinen Konsolenbildschirm zu spielen, könnte die Sentinel XR unterwegs eine wesentlich größere virtuelle Spielfläche bereitstellen.

Ein eigener Akku ist dabei nicht notwendig. Strom und Bildsignal werden über USB-C übertragen. ELO setzt hierfür auf ein magnetisches Pogo-Pin-Kabel, wodurch die Brille selbst ohne zusätzlichen Akku auskommt.

ELO

Auch für Brillenträger interessant

Eine Funktion ist uns beim Ausprobieren besonders positiv aufgefallen: Die Sentinel XR lässt sich direkt auf die eigene Sehstärke einstellen.

ELO gibt einen Korrekturbereich von 0 bis -3,5 Dioptrien an. Bei unserem Test ließ sich die Anpassung sehr unkompliziert vornehmen. Für unseren Tester mit Kurzsichtigkeit sorgte bereits die Einstellung während der Präsentation für ein deutlich schärferes Bild.

Zusätzlich kann der Augenabstand per Software zwischen 52 und 72 Millimetern angepasst werden. Gerade bei einem Produkt, bei dem das gesamte Seherlebnis von der korrekten Positionierung vor den Augen abhängt, ist diese Möglichkeit durchaus interessant.

Gaming, Streaming und Arbeiten

ELO möchte die Sentinel XR allerdings nicht ausschließlich als Gaming-Zubehör verstanden wissen. Auch Filme, Streaming und produktives Arbeiten gehören zum vorgesehenen Einsatzbereich.

Unterstützt werden laut Hersteller unter anderem Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video. Durch die große virtuelle Bildfläche soll sich die Brille außerdem als mobiler Arbeitsplatz nutzen lassen. Wer beispielsweise im Zug, Flugzeug oder Café nicht dauerhaft auf ein kleines Notebookdisplay schauen möchte, könnte stattdessen eine wesentlich größere virtuelle Arbeitsfläche verwenden.

Genau dieser vielseitige Ansatz macht die Sentinel XR interessant. Je nach Situation kann sie als persönlicher Gaming-Bildschirm, mobiles Kino oder virtueller Arbeitsplatz dienen.

Passendes Zubehör für unterwegs

ELO zeigte auf der Gamescom außerdem weitere Komponenten für ein mobiles Setup. Dazu gehört der Vagabond, ein USB-C-Controller für Smartphones. Mit Hall-Effect-Sticks und mechanischen Tasten soll er kompatible Smartphones zu einer mobilen Gaming-Plattform machen.

Daneben präsentierte ELO weiteres Reise-Zubehör, darunter ein geflochtenes USB-C-Kabel sowie den Phase 140W Universal Gaming Travel Adapter. Dieser unterstützt USB-C PD 3.1 mit bis zu 140 Watt und bietet mehrere Anschlüsse sowie universelle Stecker für verschiedene Regionen.

Zusammen mit einem Smartphone oder Handheld und der Sentinel XR entsteht damit ein Setup, das sich relativ kompakt transportieren lässt und sowohl fürs Gaming als auch für andere mobile Anwendungen gedacht ist.

Elo

Unser Gamescom-Eindruck

Die Sentinel XR hat uns vor allem deshalb neugierig gemacht, weil ELO hier einen vergleichsweise pragmatischen Weg einschlägt. Statt ein klassisches VR-Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen, geht es im Kern um einen großen privaten Bildschirm, den man überallhin mitnehmen kann.

Das hat bereits mit dem auf der Gamescom gezeigten Prototypen erstaunlich gut funktioniert. Das geringe Gewicht von rund 80 Gramm fiel beim Aufsetzen angenehm auf, während die große virtuelle Darstellung besonders im Kinomodus einen guten Eindruck hinterließ.

Auch die unkomplizierte Anpassung der Dioptrien ist ein Feature, das uns im praktischen Einsatz gefallen hat. Gerade für Nutzer mit Kurzsichtigkeit könnte das eine interessante Lösung sein.

Spannend wird für uns natürlich vor allem die Verwendung mit der Nintendo Switch 2. Ein großer virtueller Bildschirm, der sich unterwegs einfach per USB-C anschließen lässt, könnte gerade für längere Spielsessions eine interessante Alternative zum kleinen Konsolendisplay darstellen.

Ganz fertig ist die Sentinel XR allerdings noch nicht. Unser Messegerät war ausdrücklich ein Prototyp. ELO peilt derzeit eine Veröffentlichung im November 2026 an. Erst mit dem Serienmodell wird sich daher endgültig zeigen, wie gut das Konzept im Alltag funktioniert.

Wir sind jedenfalls gespannt und wollen uns die fertige Sentinel XR zu gegebener Zeit noch einmal genauer ansehen – insbesondere im Zusammenspiel mit der Switch 2.

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