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Sword of the Necromancer

Sword of the Necromancer

Maik

Nach einem sehr erfolgreichen Start hat Grimorio of Games via Kickstarter nachgeliefert und so die Konsolenversionen gefunded. Das Ergebnis von Sword of the Necromancer für die Nintendo Switch haben wir uns nun für euch im Test angesehen. Wie uns das Roguelike-Abenteuer in den Krypten des Nekromanten gefallen hat, lest ihr am besten schnell. Es sei gesagt: es ist einen Blick wert! 

Sword of the Necromancer

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Der Beginn, der nicht der Anfang ist

Die Geschichte von Sword of the Necromancer beginnt damit, dass uns der tragische Tod der jungen Frau Koro gezeigt wird. Die genauen Umstände des Todes werden uns (noch) nicht verraten. Jedoch wird ohne Umschweife enthüllt, dass die junge Kämpferin Tama sehr um sie trauert und mehr als das Menschenmögliche unternehmen möchte, um Koro zurück ins Leben zu bringen. So beginnt die Geschichte in den magischen und gleichzeitig gruseligen Krypten des Nekromanten, dem Herren über so manches Biest und mystische Kräfte.

Bereits zum Anfang erkunden wir eine erste Krypta und erlangen so einen Bogen, eine Hellebarde, ein Amulett mit magischen Effekten und letztlich das Schwert des Nekromanten. Dieses ist nicht nur eine wirkungsvolle Waffe, sondern verfügt zudem über die nützliche Fähigkeit, verstorbene Wesen zurück ins Leben zu holen. Hoffnungsvoll kehren wir nach diesem Start-Dungeon zum Krypten-Eingang zurück, der gleichzeitig eine Art Hub darstellt. Hier ist in der Mitte die junge Koro aufgebahrt. Doch es ist uns nicht möglich, sie zum Leben zu erwecken, zumindest noch nicht mit unseren mangelnden Kräften. Insofern wird schnell klar, dass wir in die Tiefen der Krypten zurückkehren und vor allem tiefer eindringen müssen, um am Ende unser großes Ziel zu erreichen.

Die Prozeduralität der Dungeons

Schnell wird deutlich, dass dieses Roguelike-Action-Adventure auf prozedural generierte Verliese setzt. Jeder Run, den wir starten, fühlt sich anders an. Dies liegt zum einen daran, dass die Räume komplett unterschiedlich miteinander verbunden sind, als auch durch die Gegner, die sich darin aufhalten. Verschiedenste Monster warten darauf, uns das Leben schwer zu machen. Dabei gibt es mit steigendem Vorankommen mehr Räume, die aneinandergeknüpft sind. Häufig müssen wir uns durch viele Scharen von Feinden kämpfen, um den Raum zu enthüllen, der das magische Tor beherbergt, durch welches wir den Level-Boss zu Gesicht bekommen. Dies geschieht jedoch erst, sobald wir den Schüssel zu diesem Tor in Besitz genommen haben. Dieser kann, ebenfalls zufällig bestimmt, bei Monstern zu finden sein oder in Truhen, die geöffnet werden müssen. Ist ersteres der Fall, erscheint über dem Kopf des Gegners ein Schlüsselsymbol. Bei Truhen wird das nicht angezeigt. Ihr müsst also jede Truhe, an der ihr vorbeikommt, auch nach möglichen Schlüsseln durchsuchen. Häufig ist es nämlich so, dass die Inhalte der Truhen nicht mitgenommen werden können, da die Waffen oder Relikte (Amulette, Ringe) bzw. Tränke (Immunität, Gesundheit etc.) bei Auswahl einen eurer vier raren Ausrüstungsplätze belegen werden. Dazu jedoch später mehr.

Ist der Schlüssel einmal errungen, so gilt es sich dem Level-Boss zu stellen. Ein starkes Monster, dessen Name mit hieroglyphenartigen Schriftzeichen chiffriert ist. Der Erste Hauptboss ist ein tentakeliges Wesen, das Ranken aus dem Boden schießen lässt, die wiederum Giftkugeln verschießen. Hier kommt es auf das richtige Timing an, um erst auszuweichen und dann mit gezielten Hieben den Boss zu schwächen. Ist der Boss erst einmal erlegt, könnt ihr entscheiden, ob ihr auf das Inventar im HUB zugreifen wollt, sofern ihr dort nützliche Items aus früheren Runs oder über die IR-Codes abgelegt haben solltet. Alternativ könnt ihr auch hier das Dungeon verlassen und zum HUB zurückkehren. Vorteil ist, ihr behaltet alle Items, Nachteil ist, der Run ist vorbei. Wählt ihr das Voranschreiten, dann warten die nächsten Räume, neue Monster und am Ende ein weiterer Boss auf euch – ein ekliger Riesenwurm.

Die Geschichte von Koro & Tama

Zwischen den Dungeon-Leveln wird die Geschichte von Koro und Tama weitererzählt. Mit englischer oder japanischer Synchronstimme und vielsprachigen - darunter deutschen – Texten wird das Kennenlernen und ihre gemeinsame Reise beleuchtet. Meist sind es schöne Artworks und Standbilder, die die Szenen, an die man sich erinnert, begleiten. So wird erzählt, dass Tama eigentlich eine Söldnerin ist. Sie ist zu Gewalt und Diebereien bereit, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Dies liegt aber auch daran, dass sie elternlos ist und keine leichte Kindheit hatte. Koro hingegen ist privilegiert. Sie ist die Tochter des Hohepriesters von Nodam und lebte zuletzt im Tempel, der für den gesamten Kontinent als religiöser Pilgerort gilt. Ihr Vater bekommt vor lauter Predigten der heiligen Schriften jedoch nichts von den eigentlichen Problemen des Volkes mit und verschließt davor die Augen. Dies möchte Koro so nicht hinnehmen, weshalb sie sich auf Pilgerreise begibt, um die Menschen und ihre Nöte kennen- und verstehen zu lernen. Tama ist an dieser Stelle nichts anderes als die Leibwache. Doch es kommt anders. Sie besuchen gemeinsam eine Taverne, teilen eine peinliche Begegnung am See im Mondschein und erzählen sich viele persönliche Geschichten am Lagerfeuer. So verlieben sie sich ineinander, bis ihr Glück getrennt werden soll. Umso entschlossener ist Tama, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, ihre Geliebte zurückzuholen.

Die Gameplay-Mechaniken

Während die Geschichte durch Story-Sequenzen zwischen den Dungeon-Leveln vorangetragen wird, bleibt das Gameplay klar, geradlinig und unbarmherzig. Wie bereits erwähnt verfügen wir über vier Ausrüstungsslots, die weise belegt werden wollen. Es ist möglich von vornherein im HUB Waffen oder Amulette auszurüsten, aber auch Heiltränke o.ä. Wichtig ist hierbei: findet ihr im Dungeon eine Truhe und ein nützliches Item, so müsst ihr dieses gegen einen aktuell belegten Ausrüstungsplatz tauschen. Das vorherige Item geht dabei jedoch unwiderruflich verloren, sodass ihr klug entscheiden müsst, was wortwörtlich liegen bleiben kann, um euren Dungeon-Fortschritt nicht zu gefährden bzw. bestmöglich zu unterstützen.

Wollt ihr eure Optionen ein bisschen optimieren, so könnt ihr im HUB in den Einstellungen (+) definieren, ob euer Level, welches mit jedem Monster-Kill durch Erfahrungspunkte anwächst, nach dem Scheitern in den Dungeons zurückgesetzt werden oder erhalten bleiben soll. Gleiches gilt für die zuletzt besessenen Ausrüstungsgegenstände. Dies können an dieser Stelle ebenfalls wiederbelebte Monster sein. Ebenfalls könnt ihr den Schwierigkeitsgrad einstellen. Zudem könnt ihr rechts unten im HUB den Crafting-Tisch nutzen, um Items zu verbessern. Während der Dungeon-Durchläufe sammelt ihr nämlich ebenfalls Fragmente aus zerschlagenen Vasen oder Holzkisten, die magische Effekte auf eure Ausrüstung anwenden können. In der Inventarbox, die sich etwas oberhalb des Crafting-Tisches befindet, könnt ihr mit zurückgenommene Items ablegen, die ihr für nächste Runs beliebig variiert einsetzen könnt. Aus dieser Truhe wählt ihr ebenfalls aus, wenn ihr nach einem besiegten Level-Boss gefragt werdet, ob ihr das Inventar öffnen und ggf. einen herzauffüllenden Gesundheitstrank nachrüsten wollt, weil ihr ihn noch auf Lager habt. Aus der Truhe heraus lassen sich aber auch IR-Codes eingeben. Wählt ihr diese Option (X) an, so könnt ihr den Schwarz-Weiß-Code eingeben, den ihr zur Hand habt. Wir möchten euch ebenfalls helfen, und geben euch einen kleinen Vorgeschmack hierzu.

Weiterer Fortschritt und lokaler Koop-Modus

Wenn ihr erstmal geeignete Spielarten und Items für euch gefunden habt, macht Sword of the Necromancer brutal viel Spaß. Die noch nicht erwähnten 3 weiteren Bosse sind natürlich kein unwichtiger Teil dessen. Bis dorthin warten 30 verschiedene Monsterarten auf euch. Alle davon verfügen über zufällig generierte Stärken und Effekte. Ein Spinnenmonster kann also neben dem generellen Spucken von Spinnennetzen auch giftig sein.

Wollt ihr euch nach gewisser Zeit das Leben erleichtern oder noch mehr Spielspaß, könnt ihr den Flachmann des Homunkulus konsumieren. Dieser steht euch nach einiger Zeit zur Verfügung und ermöglicht die Integration eines zweiten, lokalen Spielers. Per Klon von Spieler eins könnt ihr somit gemeinsam voranschreiten. Dies ist ebenfalls hervorragend implementiert und macht ordentlich Spaß.

Technik & Sound

Technisch sorgt dieser Retro-Roguelike-Schmaus für wenig Kopfschmerzen. In 95% der Sessions lief das Spiel tadellos und flüssig. Egal ob im Handheld- oder Docked-Mode, die Performance war super. Über Framerate-Probleme und Textur-Schwächen muss man sich bei einem pixeligen Retro-Abenteur natürlich auch wenig Gedanken machen, schließlich ist hier genregemäß generell der Fokus auf Gameplay und nicht auf diverser Dungeon- und Umweltgestaltung. Hier ließe sich natürlich in der Variation der Dungeons ein bisschen mehr herausholen, dies fällt aufgrund des hervorragenden Gameplays aber nicht sonderlich negativ auf.

Die Soundkulisse ist in den Zwischensequenzen wunderschön. Sowohl die Stimmen von Koro und Tama, die von ein und derselben Sprecherin zu kommen scheinen, sowie die Sounds in den Dungeons klingen gut. Natürlich fällt auf, dass pro Dungeon-Level eine Melodie gespielt wird, die in Endlosschleife läuft, bis in das nächste Level gewechselt wird. Hier hätte auch innerhalb eines Dungeon-Levels etwas mehr Variation den Ohren gut getan. Aber womöglich gehört auch hier Leidensfähigkeit dazu, schließlich spielt man ja ein Roguelike.

8.5Wertung

Fazit

Sword of the Necromancer ist ein besonders schöner Titel, den Freunde von Roguelikes schnell genießen werden. Besonders die etappenweise erzählte Liebesgeschichte zwischen Tama und Koro ist rührend. Das Gameplay ist dabei herausragend und die Variation an Waffen und Monstern mehr als ausreichend. Auch der Schwierigkeitsgrad ist selbst auf „einfach“ nicht ohne und der Wiederspielwert enorm. Leveleigene Dauermelodien und eine geringe Kreativität beim Dungeon-Design sind hier deshalb nur kleine Schwächen, da der Spielspaß stets auf höchstem Niveau rangiert.

Design
8.0
Sound
7.0
Online Multiplayer
8.5
  • Rührende Liebesgeschichte zweier Frauen
  • Tolle Monster- und Item-Variation
  • Hohe Prozeduralität bei Runs
  • hervorragendes Gameplay
  • hoher Schwierigkeitsgrad erfordert Übung
  • geringe Design-Variation in den Level-Räumen
  • Pro Dungeon-Level eine Dauermelodie

Vielen Dank an die Firma Grimorio of Games für die Bereitstellung des Testmusters.

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