Spieletest: Xenoblade Chronicles 3 NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
29. Juli 2022

USK 12 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Umfangreich und ausschweifend erzählte Story
Aus Vorgängerteilen bekannte Mechaniken sinnvoll verbessert
Für Kenner der Serie gibt es viele Parallelen zu entdecken
Negativ:
Zwischensequenzen teils sehr lang und kurz nacheinander
Etwas überladenes Kampfsystem
Serientypisch gibt es lange "Reisezeiten", mit wenig Storyrelevantem Inhalt

Mit Xenoblade Chronicles 3 hat Monolith Soft wieder ein unglaublich umfangreiches Meisterwerk geschaffen, dass vor allem JRPG und Fans der Serie für zwei bis drei Wochen fesseln kann. Zwischen 30 Std. und 80 Std. Spielzeit erwarten euch in der Welt von Aionios. Dabei knüpft der vierte Teil an die Geschichte von erstem Teil "Xenoblade Chronicles" und dem letzten Teil "Xenoblade Chronicles 2" an. Der weniger bekannte Teil "Xenoblade Chronicles X" ist nicht Teil des Canon, was sich auch an der Nummerierung widerspiegelt. So ist Xenoblade Chronicles 3 nicht der dritte Teil der Serie, aber der dritte Teil der "Chroniken".

Die Geschichte

Xenoblade Chronicles 3 spielt in der Zukunft von "Xenoblade Chronicles" und "Xenoblade Chronicles 2" und führt die Geschichten zusammen. In der Welt Aionios kämpfen die beiden Nationen Keves und Agnus gegeneinander. Eine Gruppe von sechs Kämpfern beider Nationen werden dazu gezwungen, zusammenzuarbeiten, um den "wahren Feind" zu besiegen. Serientypisch erwartet den Spieler eine ausschweifend erzählte Geschichte, die mit einigen unvorhersehbaren Wendungen zu überraschen weiß. Dabei setzt der Entwickler mehr denn je auf Zwischensequenzen, die teilweise einer kurzen Kinovorführung gleichen. Nicht unbedingt neu für Xenoblade Fans, aber man merkt, dass im jüngsten Teil noch mehr Wert auf die Erzählung gesetzt wird.

Zum Verstehen der Geschichte, muss man die ersten zwei Teile nicht gespielt haben. Aber es entgehen einem viele Anspielungen und versteckte Geheimnisse, welche die Geschichte um so faszinierender machen.

Ein offensichtliches Beispiel für diese "Parallelen" ist das Schwert des Protagonisten Nioh. Dieser führt eine Art Monado, die Waffe von Shulk, der Protagonist aus dem ersten Teil. Sogar die "Spezialtechnik" Monado Buster von Shulk und Overclock Buster von Nioh ähneln sich nicht nur namentlich, sondern auch in ihrer Animation. Dies ist nur eine der vielen Anspielungen und Parallelen zu den Vorgängern. Allein die Welt ist gespickt von Anspielungen. Wer genau hinschaut, entdeckt hier und dort bereits bekannte Strukturen und Objekte.

Weitere Details wollen wir aus Spoilerschutz-Gründen nicht preisgeben, Fans der Serie haben auf jeden Fall vieles zu entdecken, was dem Neueinsteiger vielleicht entgehen wird.

Trivia

Xenoblade ist Xenoblade ist Xenoblade. So könnte man sowohl Technik als auch Gameplay zusammen fassen. Die Engine ist vermutlich immer noch dieselbe, wie im ersten Teil, nur deutlich verbessert. Das merkt man vor allem an den "Eigenarten" des Spiels, die seit dem ersten Teil bestehen und sich kaum verändert haben.

Dies ist keinesfalls negativ gemeint, für Serienliebhaber ist dies ein absoluter Plus-Punkt. Und für Neueinsteiger keinesfalls ein Hindernis.

Was erwartet euch in Xenoblade Chronicles 3?

Xenoblade ist ein Rollenspiel mit einem Action-Kampfsystem. Wir bereisen eine offene, schön gestaltete Spielwelt und werden regelmäßig in Kämpfe verwickelt. Diese sind taktisch knackig, aber für gewöhnlich sehr kurzweilig. Der Fokus liegt ganz klar auf der Story. Essenziell sind die Entwicklung der Gruppe und der Beziehungen zu den Bewohnern von Aionios. Wer das Spiel einfach "durchrocken" will, kommt mit 30 Std. bis 50 Std. durch das Spiel. Wer sich aber Zeit lässt, kann locker 80 Std. oder mehr in Aionios verbringen. Die Zeit zu investieren kann sich lohnen, denn die ganzen zusätzlichen Quests tragen einen guten Teil zur gesamten Entwicklung bei und sind wunderbar erzählt.

Technik und Gameplay

In Xenoblade Chronicles 3 bereisen wir eine Welt, die "fünfmal so groß wie sein Vorgänger" ist. Dies und viele weitere Details zum Umfang des Spiels teilten Producer Koh Kojima und Director Tetsuya Takahashi im sechsten Entwickler-Interview auf der offiziellen Nintendo Website.

Diese Aussage können wir nur bestätigen. Im dritten Teil durchqueren wir teils riesige Areale, die Xenoblade typisch von Monstern übersät sind. Dabei geht es - ebenfalls serientypisch - viel mehr um die große Präsentation, als um die kleinen Details. Xenoblade lädt eben zum Bestaunen der Landschaft ein. Aber genau dies kann man in diesem JRPG wirklich gut. Natürlich gibt es thematisch zusammenhängende Gebiete, die sich kaum ändern. Dafür sind die abwechselnden Szenerien umso abwechslungsreicher gestaltet.

Es ist schon erstaunlich, wie groß die Weitsicht ist. Sicherlich erkauft sich der Entwickler diese mit vielen Tricks und Abstrichen beim Abwechslungsreichtum innerhalb einzelner Gebiete. Aber technisch haben die Entwickler von Monolith Soft richtig was auf dem Kasten. Die Teils von Animationen und Effekten übersprudelnden Kämpfen bleiben zu 99 % flüssig im Spielfluss. Dabei geht auch die Auflösung nicht merklich runter. Man merkt einfach, dass Monolith Soft seit der Übernahme durch Nintendo vor 15 Jahren, exklusiv für Nintendo Spiele entwickelt.

Vom Gameplay her hat Monolith Soft die besten Aspekte von Teil 1 und Teil 2 in einen Topf geworfen, alles gut durchgerührt, aufgekocht und ein Sternemenü gezaubert. So finden wir sehr viele Mechaniken wieder, die mehr oder weniger identisch zu den Vorgängerteilen sind. Dabei hat sich der Entwickler nicht davon abhalten lassen, viele Mechaniken zu verbessern. Ein gesunder Mix aus typischen RPG Mechaniken aus, die aber gut in das Setting eingepasst wurden und sich nicht "deplatziert" anfühlen rundet alles ab.

Genau darin zeichnet sich die ganze Xenoblade Serie aus.

Das Kampfsystem

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das "neue" Action-Kampfsystem von Xenoblade. Dieses hat sich im Kern nicht verändert, wir bewegen den Charakter um den Feind, dieser führt automatisch Angriffe aus und wir steuern den Einsatz von Techniken und speziellen Moves. Aber selbst nach 5 Std. Spielzeit werden noch neue Mechaniken des Kampfsystems offenbart. Hier hat Monolith Soft nicht nur das Kernsystem plus die besten Elemente aus den Vorgängerteilen übernommen, sondern diese auch noch verbessert und neue Mechaniken hinzugefügt. Alles in allem wirkt das Kampfsystem wie eine Mischung aus den besten Mechaniken aus Teil 1 und Teil 2, gleichfalls wirkt es aber durch die Vielzahl an Möglichkeiten auch etwas überladen.

Auch dass wir die Gegner mit sechs Charakteren zuzüglich Zusatzcharaktere verkloppen, macht die Kämpfe nicht gerade übersichtlicher. Am Kampfsystem könnten sich Neueinsteiger eventuell überfordert fühlen. Wir haben uns dabei erwischt, wie wir einfach immer die gleichen Folgen von Knöpfen drücken, um immer wieder die gleichen Abfolgen von Techniken, Supertechniken, Fusions- und Kettenangriffen auszuführen...

Selbst Genre-Liebhabern könnte dieses Kampfsystem etwas "zu viel des Guten" sein, weil es doch sehr taktisch und anspruchsvoll ist. Glücklicherweise hat Monolith Soft viele Quality of Life Funktionen eingebaut, die es auch dem weniger anspruchsvollen Spieler ermöglichen sollte, die großartige Geschichte zu genießen, ohne beim Grinden die Lust zu verlieren. Grinden gehört in Xenoblade glücklicherweise nicht zum Alltag, ist aber hier und erforderlich, um ein paar Level gutzumachen. Die Bonus-Erfahrungspunkte, die man an Rastpunkten ergattern kann, verhindern übermäßiges Grinden und machen das Leveln erträglicher.

Meinung

Nur fünf Jahre nach Xenoblade Chronicles 2 und vier Jahre nach der großartigen Erweiterung "Torna – The Golden Country" die selbst eine umfangreiche 20 Std. Story umfasste, hat Monolith Soft mit Xenoblade Chronicles 3 eines der umfangreichsten JRPG auf den Markt gebracht, die es für eine Nintendo Konsole gibt. Dabei braucht sich Xenoblade nicht vor anderen Giganten wie The Legend of Zelda oder Final Fantasy verstecken. Eine wie wir finden hervorragende Leistung, für das nicht mal 300 Mitarbeiter starke Unternehmen. "Klein aber fein" so muss man diese Firma ehren, die sowohl überaus fähige Entwickler, als auch Story-Teller beschäftigen muss. Anders ist es nicht zu erklären, wie sie es geschafft haben, ein technisch so fantastisches Meisterwerk, mit einer gesellschaftskritischen und abwechslungsreichen Story zu zaubern.

Fazit

Xenoblade Chronicles 3 ist ein würdiger Nachfolger, der die Story der Xenoblade Saga auf interessante Weise zusammen führt. Über die serientypischen Schwächen kann man getrost hinweg sehen. Man muss aber schon etwas Zeit mitbringen, mindestens 30 Std. muss man auf dem Schwierigkeitsgrad Leicht und ohne absolvieren von Nebenmissionen investieren, dabei entgehen einem aber viele spannende Details. Xenoblade 3 reiht sich in die JRPG-Meisterwerke ein, welche in keiner guten Spielebibliothek fehlen sollten.

Grafik
9
Sound
8
Gesamt
9

verfasst von „Tristan“

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Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 03.August.2022 - 22:15 Uhr