Spieletest: Fallout 4: Anniversary Edition NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
24. Februar 2026

USK 18 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Tolle Atmosphäre
Große Freiheiten
Hoher Wiederspielwert
Negativ:
Veraltete Technik
Kleinere Bugs

Bethesda hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Routine entwickelt: Ihre großen Marken sollen nicht im Archiv verstauben, sondern immer wieder neu ins Rampenlicht treten. Kaum hat sich die Überraschung über die Veröffentlichung von The Elder Scrolls V: Skyrim auf der Nintendo Switch 2 gelegt, folgt nun der nächste Schwergewichtsbruder aus dem eigenen Haus – das düstere, retrofuturistische Fallout 4. In der Anniversary Edition bringt Bethesda nicht nur das Hauptspiel auf die Hybridkonsole, sondern gleich ein prall gefülltes Gesamtpaket: alle sechs offiziellen DLCs sowie mehr als 150 Inhalte aus dem Creation Club, von neuen Waffen über zusätzliche Quests bis hin zu kosmetischen Erweiterungen.

Für die Switch 2 Hardware ist das ein Brocken, der nicht unterschätzt werden sollte. Die zugrunde liegende Skyrim Engine gilt seit jeher als zweischneidiges Schwert: flexibel, weitläufig, aber auch berüchtigt für ihre Eigenheiten, technischen Stolpersteine und gelegentliche Bugs, die selbst Jahre später noch als Running Gag in der Community kursieren. Dass Bethesda dieses technisch anspruchsvolle Rollenspiel nun auf eine mobile Plattform bringt, weckt gleichermaßen Neugier wie Skepsis – kann die neue Nintendo Konsole das Ödland wirklich stemmen, ohne unter der Last der Radioaktivität und der Engine Historie einzuknicken?

Eine verstrahlte Geschichte

Die Geschichte von Fallout 4 entfaltet sich wie ein bitterer Abgesang auf eine Welt, die längst untergegangen ist, und beginnt doch mit einem Moment trügerischer Normalität. Noch bevor die Bomben fallen, lebt der Protagonist – wahlweise als Mutter oder Vater – ein ruhiges Vorstadtleben im Jahr 2077. Doch dieser Frieden zerbricht innerhalb weniger Minuten, als der Atomkrieg die Erde in ein Ödland verwandelt und die Familie in den unterirdischen Schutzbunker Vault 111 fliehen muss. Was folgt, ist einer der prägendsten Momente der Serie: ein erzwungener Kryoschlaf, ein mysteriöser Überfall im Vault und die Entführung des eigenen Kindes. Als der Spieler Jahrzehnte später aus der Kältestarre erwacht, ist die Welt draußen kaum wiederzuerkennen – und der Sohn spurlos verschwunden.

Im verwüsteten Commonwealth beginnt eine Reise, die weniger einer klassischen Heldenreise gleicht, sondern vielmehr einer moralischen Gratwanderung. Die Suche nach dem Kind wird zum roten Faden, doch der Weg dorthin führt durch ein Geflecht aus Fraktionen, Ideologien und Machtkämpfen. Die Minutemen wollen Ordnung und Sicherheit, die Brotherhood of Steel strebt nach technologischem Monopol, die Railroad kämpft für die Freiheit künstlicher Menschen, und das geheimnisvolle Institut zieht im Untergrund seine Fäden. Jede Entscheidung, jede Allianz und jeder Verrat verändert den Verlauf der Geschichte – und zwingt den Spieler, sich immer wieder zu fragen, was Menschlichkeit in einer Welt bedeutet, die kaum noch menschlich ist.

Diese Mischung aus persönlichem Drama, politischer Spannung und postapokalyptischer Mystik verleiht Fallout 4 seine erzählerische Wucht. Die Switch2Version bringt all das unverändert mit, inklusive der DLC-Erweiterungen, die das Commonwealth um neue Regionen, Geschichten und moralische Dilemmata erweitern.

Technik in der Postapocalypse

Technisch präsentiert sich Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 als ein Spiel, das trotz seines Alters erstaunlich gut mit der neuen Hybridkonsole harmoniert – allerdings nicht ohne Kompromisse. Optisch wirkt das Ödland durchaus ansehnlich: Die Weitsicht ist solide, die Beleuchtung stimmungsvoll, und viele der markanten Schauplätze behalten ihren rauen Charme. Natürlich muss die riesige Spielwelt an einigen Stellen Federn lassen. Texturen sind nicht immer gestochen scharf, und manche Details wurden sichtbar reduziert, doch der Atmosphäre schadet das kaum. Das Commonwealth bleibt ein Ort, der mit seiner Mischung aus Ruinenromantik und Retrofuturismus sofort in den Bann zieht.

Besonders interessant sind die verschiedenen Grafikmodi, die Bethesda der Switch2-Version spendiert hat. Spieler können zwischen einem Modus mit 30FPS und schärferen Texturen oder einem 60FPS-Modus mit weicheren, leicht verschwommenen Texturen wählen. Auf dem Fernseher fällt der Qualitätsverlust im 60FPS-Modus deutlicher auf, weshalb sich der 30FPS-Modus als die angenehmere Wahl erweist. Im Handheldbetrieb hingegen profitieren die 60 Bilder pro Sekunde stärker, da der kleinere Bildschirm die weicheren Texturen kaschiert und das flüssigere Spielgefühl klar überwiegt. In beiden Nutzungsarten kommt es bei 60 FPS jedoch gelegentlich zu Framedrops - nichts Dramatisches, aber spürbar.

Eine Besonderheit der Switch2-Version ist der zusätzliche 40FPS-Modus, der nur im Handheld verfügbar ist. Dieser erweist sich als überraschend guter Mittelweg: flüssiger als 30 FPS, stabiler als 60 FPS und optisch ausgewogener. Umso bedauerlicher ist es, dass man das Spiel komplett verlassen muss, um zwischen den Modi zu wechseln – ein unnötig umständlicher Schritt, der den Komfort schmälert.

Weniger nachvollziehbar ist das Fehlen von Gyroskop-Zielen und Maussteuerung, die in der Skyrim-Portierung bereits vorhanden waren. Da beide Spiele auf derselben Engine basieren, wirkt diese Auslassung merkwürdig und lässt hoffen, dass Bethesda hier noch per Patch nachbessert. Dafür kann die Tastenbelegung des Kontrollers frei gewählt werden.

Auch die bekannten Schwächen der Engine bleiben erhalten: kleinere Bugs, gelegentlich ungenaue Kollisionsabfragen und Animationen – besonders der Gesichter –, die heute nicht mehr zeitgemäß wirken. Diese Macken sind zwar schade, aber angesichts der Historie des Spiels kaum überraschend und gehören fast schon zum Fallout-Erlebnis. Auf den eigentlichen Spielspaß wirken sie sich nur geringfügig aus, dennoch wäre etwas zusätzliche Pflege in zukünftigen Updates wünschenswert.

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