Spieletest: REANIMAL NSW2
Weitere Infos
Releasedate:13. Februar 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1-2
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Herausragendes Sounddesign
- Intensive, dichte Atmosphäre
- Starker lokaler und Online Koop
- Negativ:
- Weniger komplexe Rätsel als erwartet
- Story teils fragmentarisch
- KI Begleiter mit kleinen Aussetzern
Mit REANIMAL liefern die Macher von Little Nightmares und Little Nightmares II ihr bislang düsterstes Werk ab. Tarsier Studios bleibt sich stilistisch treu, geht erzählerisch jedoch noch einen Schritt weiter in Richtung Abgrund. Für THQ Nordic markiert REANIMAL zugleich ein starkes erstes gemeinsames Projekt mit dem schwedischen Studio.
Wir haben das Horror Abenteuer auf der Nintendo Switch 2 ausführlich getestet, sowohl im Handheld als auch im Docked Modus, allein und im Koop. Was euch erwartet, ist eine intensive Reise durch Finsternis, Schuld und Hoffnung, die nicht immer spielerisch glänzt, atmosphärisch jedoch kaum loslässt.
Story und Weltdesign
Im Mittelpunkt stehen Bruder und Schwester, zwei Waisenkinder, die ihre verschwundenen Freunde retten wollen. Dabei geraten sie auf eine höllische Insel, deren groteske Kreaturen ebenso verstörend wirken wie die bruchstückhafte Vergangenheit der Geschwister selbst. Erzählt wird diese Geschichte weitestgehend ohne Worte, was einerseits die beklemmende Stimmung verstärkt, andererseits jedoch Verständnislücken in der Lore erzeugen kann.
Während ihr euch durch nebelverhangene Küsten, verfallene Gebäude und albtraumhafte Landschaften bewegt, wird deutlich, dass hier nicht alles ausgesprochen werden soll. Vieles bleibt Interpretation. Fragmente der Vergangenheit spiegeln sich in Monsterdesign und Umgebung wider. Allerdings hätten wir uns stellenweise mehr Kontext gewünscht, denn manche Storyelemente bleiben zu vage und werden nicht ausreichend durch Umgebungsdetails gestützt. Lauft ihr allerdings durch ein vor Tod stinkendes Kino, habt ihr auch schon wieder ganz anderes Sorgen.

Gerade hier entfaltet REANIMAL eine enorme Sogwirkung. Gerade die Mischung aus kindlicher Zerbrechlichkeit und monströser Bedrohung sorgt dafür, dass ihr euch emotional involviert fühlt, selbst wenn nicht jedes erzählerische Detail klar ausformuliert ist.
Spielsystem und Gameplay
Spielerisch setzt REANIMAL stärker auf Fortbewegung, Navigation und situative Koop Aktionen als auf komplexe Rätsel. Im Vergleich zu den geistigen Vorgängern wirkt das Puzzle Design reduziert. Ihr schiebt Objekte, helft euch gegenseitig über Hindernisse oder koordiniert einfache Mechaniken, doch die ganz großen Denksportmomente bleiben aus. Stattdessen ist dass Gameplay vielseitiger. Mal zu Wasser, mal auf der Draisine im Camper oder in schwindelerregender Höhe. Jumpscares gehören ebenfalls dazu und treiben die latente Anspannung während des Steuerns die Höhe.
Dabei funktioniert die Steuerung solide und präzise. Besonders positiv fiel uns das Arrangement auf. Die geteilte, cineastische Perspektive erzeugt ein starkes Gefühl von Klaustrophobie, bleibt aber übersichtlich. Probleme mit der Ebenenwahrnehmung, wie wir sie in anderen Genrevertretern erlebt haben, traten hier seltener auf. Vereinzelt wanderte die Kamera aber zu wenig mit, wenn einer der beiden einen Schalter erreichen oder einen Umweg laufen muss.
Auch wirkt die Verbindung mancher Areale teils weniger organisch. Übergänge erscheinen gelegentlich abrupt und das Leveldesign hätte an einigen Stellen stärker miteinander verwoben sein dürfen. Für Spieler, die in erster Linie nach anspruchsvollen Rätseln suchen, könnte die Luft hier zeitweise dünn werden. Wer hingegen Atmosphäre und Spannung priorisiert, wird dennoch absolut abgeholt.
Koop und Multiplayer
Ein echtes Highlight ist der Koop Modus. REANIMAL lässt sich allein mit einem KI gesteuerten Begleiter erleben oder gemeinsam lokal auf der Couch sowie online spielen. Besonders erfreulich ist die Möglichkeit, einen zweiten Spieler virtuell über einen kostenlosen Freundespass ins Abenteuer zu holen.

Gerade im lokalen Koop entfaltet das Spiel seine größte Stärke. Im Docked Modus profitiert ihr von höherer Auflösung und besserer Übersicht am großen Bildschirm, was der Kamera spürbar zugutekommt. Gemeinsam durch dunkle Korridore zu schleichen und sich wortlos abzustimmen, erzeugt eine intensive, geteilte Spannung, die wir als Redaktion besonders genossen haben.
Doch auch wenn ihr allein unterwegs seid, liefert der KI Partner überwiegend zuverlässig, vereinzelt festhängende Bewegungen an Treppen oder Wegpunkten konnten wir aber beobachten. Diese Momente bleiben zwar selten, reißen jedoch kurzzeitig aus der Immersion.









