Die Rayman: 30th Anniversary Edition ist keine Modernisierung, sondern vielmehr eine Zeitreise. Wer bereit ist, sich auf den rauen Charme der neunziger Jahre einzulassen, entdeckt hier ein faszinierendes Stück Spielgeschichte des Jump’n’Run Genres. Dabei fungiert die Sammlung des ersten Rayman Teils von Michel Ancel mehr als Archiv und Dokumentation, als ein Komfortprodukt, Remaster oder gar viel-gewünschtes Remake. Ihr erhaltet zusätzliche Level der MS-DOS-Version, einen nie gesehenen SNES-Prototypen und einige Quality-of-Life-Features, die das Spielerlebnis verbessern. Der Schwierigkeitsgrad und die Optik bleiben dennoch unverändert und nostalgisch. Der Soundtrack wurde hingegen neu arrangiert, was den Retro-Charme etwas trübt. Am Ende bleibt festzuhalten, dass diese Edition vor allem für wahre Rayman-Fans, Retro Liebhaber und Videospielhistoriker ein Schatz ist. Wenn ihr jedoch ein modernes Jump and Run Erlebnis erwartet, werdet ihr hier nicht fündig. Für alle anderen gilt: Rayman hat nichts von seiner Magie verloren, man muss nur bereit sein, sie wiederzuentdecken.
Spieletest: Rayman: 30th Anniversary Edition NSW
Weitere Infos
Releasedate:13. Februar 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Umfangreiche Bonuslevel, besonders auf MS DOS
- Interaktive Dokumentation mit Entwicklerinterviews
- 5 Versionen, darunter SNES Prototyp erstmals spielbar
- Sinnvolle Komfortfunktionen
- Negativ:
- Kein originaler Soundtrack enthalten
- Deutlich gealterte Optik und Mechanik
- Hoher Schwierigkeitsgrad kann abschrecken
- Kein Remaster oder grafisches Update
Interaktive Dokumentation und Bonusinhalte
Betreut wurde diese Edition von den Experten von Digital Eclipse, die bereits mehrfach Retro Klassiker mit kuratorischem Anspruch neu veröffentlicht haben, darunter von Capcom, Atari und Disney. Doch hier erwartet euch weit mehr als nur eine Spielesammlung.
Über 50 Minuten neue Entwicklerinterviews, seltene Konzeptzeichnungen, frühe Designs und Marketingmaterialien gewähren tiefe Einblicke in die Entstehung des Spiels. Besonders spannend ist die Auseinandersetzung mit den technischen Herausforderungen der Animationen rund um den Helden ohne Gliedmaßen.
Ein echtes Highlight stellt der erwähnte, erstmals spielbare SNES Prototyp dar. Diese frühe Version offenbart, dass Raymans Welt ursprünglich als das Innere eines Computers konzipiert war, bevor sie zur farbenfrohen Cartoon Fantasie wurde. Für Fans und Historiker ist das ein faszinierender Blick in eine alternative Entwicklungslinie und den kreativen Schöpfungsprozess, den Michel Ancel mit Ubi Soft (heute Ubisoft) und Rayman über die Jahre genommen hat.
Grafik und Technik
Optisch präsentiert sich Rayman so, wie ihr ihn von früher kennt, auch wenn es in Jahrzehnte alten Erinnerungen noch etwas knackiger aussehen mag. Es gibt keine hochauflösenden Assets und keine modernisierten Effekte. Stattdessen setzt die Sammlung auf Authentizität. Ihr könnt Rahmen und Bildschirmfilter aktivieren, um das nostalgische Gefühl weiter zu verstärken, z.B. auf einem Gameboy, flimmernden Röhrenfernseher oder mächtigen PC-Monitor zu spielen.
Allerdings ist nicht zu leugnen, dass das Spiel visuell und spielerisch gealtert wirkt. Auf heutigen Displays erscheinen einige Grafiken grob, Animationen wirken dadurch weniger flüssig als bei modernen Produktionen. Für Neulinge dürfte dies eine nachvollziehbare Hürde darstellen.

Wir waren zunächst ebenfalls skeptisch, doch nach einer kurzen Eingewöhnung entfaltet der ikonische Stil wieder seinen Charme. Wer sich darauf einlässt, entdeckt die visuelle Kreativität der neunziger Jahre neu.
Das musikalische Erlebnis
Ein ebenso emotionales Thema ist der Soundtrack. Ursprünglich komponiert von Rémi Gazel, wurde die Musik hier neu interpretiert. Ubisoft beauftragte dafür Christophe Héral, der bereits an Rayman Origins und Legends mitwirkte.
Seine Neuinterpretation ist atmosphärisch gelungen und transportiert den Geist der Vorlage. Dennoch verspürten wir eine gewisse Wehmut, da der originale Klang nicht enthalten ist. Gerade für langjährige Fans wäre dies ein konsequenter Schritt gewesen, der es ja vielleicht noch über einen späteren Patch in die Sammlung schaffen könnte.
Barrierefreiheit und Komfort
Positiv hervorzuheben sind die integrierten Optionen zur Barrierefreiheit. Unendliche Leben, mehrere Speicherslots und die Rückspulfunktion machen das Spiel zugänglicher. Auch das sofortige Freischalten von Leveln kann Frust reduzieren, wenn ihr einzelne einfach auslassen könnt. Gleichzeitig ist es wunderbar, ein im Gamedesign so anspruchsvolles Spiel wie Rayman vollständig überblicken zu können. Denn vor 30 Jahren konnten wir nicht behaupten, alle Bosse und Abschnitte wirklich gesehen und geschafft zu haben.
Trotz all dieser Mehrwerte bleibt Rayman fordernd. Wer das Spiel ohne Hilfen bestreiten möchte, wird mit einem Schwierigkeitsgrad konfrontiert, der selbst erfahrene Spieler herausfordert. Besonders Fans anspruchsvoller Genres dürften hier auf ihre Kosten kommen.
Preis und Umfang
Für 19,99 Euro erhaltet ihr ein umfassendes Stück Videospielgeschichte in digitaler Version. Angesichts der fünf Versionen plus SNES Prototyp, der zusätzlichen Level und der Dokumentation erscheint der Preis absolut angemessen. Ob es als Teil des 30. Jubiläums auch noch ein Remaster oder gar Remake hätte sein dürfen? Fans würden darauf sicherlich einstimmig mit "Ja" antworten. Für den aufgerufenen Preis ist dies aber als Bestandteil dieser Edition schlichtweg nicht erwartbar.
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Im Frühjahr 2026 folgt zudem eine physische Edition für 34,99 Euro mit Poster und Postkartenmotiven aus den neunziger Jahren, was Sammler- und Nostalgikerherzen höher schlagen lassen dürfte.
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Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 21.Februar.2026 - 13:45 Uhr
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