Elementallis ist ein liebevoll gemachtes Retro Abenteuer, welches das klassische Zelda Rezept treffsicher einfängt. Trotz fehlender eigener Ideen und kleinen Schwächen überzeugen die hübsche Pixel Optik und das gelungene Spieldesign. Wer Top Down Action/Adventure nach bewährter Formel sucht, bekommt hier einen rundum empfehlenswerten Genre Vertreter.
Spieletest: Elementallis NSW
Weitere Infos
Releasedate:28. April 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Schicke Pixel-Optik
- Klassisches Zelda-Gameplay
- Cleveres Dungeon-Design
- Motivierendes Bestiarium
- Negativ:
- Musik teils unpassend
- Oft unklar, wo es weitergeht
- Kaum eigene Ideen
- Teils lange Wege
Im Jahre 2021 ging auf Kickstarter eine Kampagne für ein Action Adventure an den Start, das sich offen an den klassischen Zelda-Titeln der 8 und 16 Bit Ära orientiert. Ziel war es, das damalige Spielgefühl einzufangen und bei Retro Fans nostalgische Erinnerungen zu wecken. Das Konzept überzeugte: Bereits nach 24 Stunden war das Projekt vollständig finanziert. Der ursprünglich geplante Release im Juni 2022 entpuppte sich jedoch als etwas zu optimistisch. Nun, knapp vier Jahre später, wurde Elementallis veröffentlicht und ist ready, um einen genaueren Blick darauf zu werfen.
Ein Land liegt im Sterben
Das Land Elregir, erschaffen und geprägt durch die Kraft verschiedener Elemente, wurde nach deren Verlust ins Verderben gestürzt. Die ganze Bevölkerung leidet unter den Folgen der Ereignisse, das Ende des Reichs scheint nicht mehr abzuwenden zu sein. Bis eines Tages ein Nachfahre zweier Elementaristen im Wald auf einen ewig nicht mehr gesichteten Elementargeist trifft. Ein ehemaliger Elementarmeister weiht ihn in die Geschichte der Elemente ein, worauf der Hauptprotagonist beschliesst, sich auf die Reise zu begeben, mit dem Ziel, die Elemente wiederherzustellen und die Welt vor ihrem sicheren Untergang zu bewahren.
Ausgestattet mit einem Schwert zieht unser Held – wahlweise männlich, weiblich oder geschlechtsneutral – auf ins Abenteuer. Insgesamt acht Biome warten darauf, von auf euch bereist zu werden. Jedes geprägt durch ein bestimmtes Element. Um dieses wiederzuerwecken, gilt es den lokalen Tempel zu meistern und dessen Wächter zu besiegen.

Die Macht der Elemente
Im Verlauf eines Dungeons könnt ihr bereits das entsprechende Element an euren Geist übertragen. Fortan unterstützt es auch im Kampf und beim Lösen von Rätseln. So lässt euch Feuer Gegner mit brennenden Geschossen attackieren, Fackeln entzünden oder Dornenhecken niederbrennen, während Eis Gegner einfriert oder schwere Objekte über gefrorene Flächen schieben lässt. Habt ihr bereits mehrere Elemente zurückerobert, könnt ihr sie auch kombinieren, in dem ihr beispielsweise Feinde in eine Pfütze versetzt und ihnen mittels Bitz einen Elektroschock verpasst. Zudem könnt ihr gegen seltene Materialien und etwas Geld die Fähigkeiten weiter verstärken. Schritt für Schritt eröffnen sich mit den Elementen neue Wege und Möglichkeiten in der Welt von Elregir.
Dort warten neben den bereits erwähnten Tempeln auch zahlreiche andere Schauplätze. Dörfer und Siedlungen, bewohnt von unterschiedlichen Völkern, düstere Höhlen mit oder von Elementen geschaffene Landschaften. An jeder Ecke warten verborgene Geheimnisse darauf, von euch entdeckt zu werden. Diese reichen von Schatzkisten, gefüllt mit Münzen und hilfreichen Items bis hin zu Herz- oder Manabehälter. Vier dieser Container erhöhen eure Energie- respektive Magieleiste. Letztere ist nötig, um die erworbenen Elemente zu beschwören.

Ein bewusster Zelda-Klon
Spätestens an dieser Stelle dürfte den meisten bewusst werden, wie nah sich Elementallis an der Zelda-Formel orientiert. Diese zieht sich durch das ganze Spiel, egal ob bei Puzzles, Gegnertypen oder die klassischen Dungeon-Items in Form von Schlüsseln, Karte und dem Schlüssel zur Bosskammer. Sogar Links typische Pose bei Erhalt eines Items und dessen Linkshändigkeit wurde übernommen. In fast jedem Pixel spürt mal die Inspiration der Originalvorlage.
Stichwort Pixel: Auch die Grafik erinnert nicht wenig an die SNES- und Game-Boy-(Color)-Abenteuer von Link. Das Design von Büschen, Häusern oder Blöcken wird euch bekannt vorkommen. Generell ist die Optik eher schlicht gehalten und weckt mitunter auch Erinnerungen an die älteren Final-Fantasy-Titel, überzeugt aber dennoch mit stimmigen Details.
Akustisch hingegen setzt Elementallis auf eigene, orchestralische Kompositionen, die mit 8-Bit-Elementen unterstützt werden. Für sich gesehen sind die Stücke gelungen, wollen an manchen Schauplätzen jedoch nicht so richtig zur Szenerie passen.

Bewährtes Gameplay mit kleinen Schwächen.
In Sachen Steuerung gibt es nichts zu bemängeln. Jede Aktion hat ihre fixe Taste, die Elemente können einfach über das integrierte Ring-Menü auf Knopfdruck gewechselt werden. Spielerisch weiss die bewährte Mischung aus Kämpfen, Erkundung und Lösen von Rätseln zu überzeugen. Mit der Suche nach den Mana- und Herzbehältern sowie dem stufenweise freischaltbaren Bestiarium werden zusätzliche Anreize zum Komplettieren geboten.
Wer auf frischen Wind und neue Ideen gehofft hat, der wird hingegen enttäuscht. Selbst die verschiedenen Elemente sind im Prinzip nichts anderes als Ersatz für die typischen Zelda-Items, bringen aber immerhin etwas Variation ins Geschehen. Doch ist dies wirklich negativ? Das erklärte Ziel der Entwickler war, ein Spiel zu produzieren, welches das Feeling und den Stil der klassischen Top-Down-Zeldas einfängt, und dies wurde durchaus erreicht.
Dennoch kommt Elementallis nicht an die grossen Vorbilder heran. Man vermisst etwas die spielerischen Überraschungen, dazu Abwechslungsreichtum und Cleverness bei manchen Rätseln. Auch ist nicht immer klar, wo es als nächstes weitergeht, was teils in zielloses Herumwandern ausufert. Das aufs Minimum beschränkte Schnellreisesystem verhindert zudem nicht, dass teils weite Wege zu gehen sind. Das nervt, wenn man in abgeschlossenen Gebieten durch Einsatz neu errungener Elemente bislang unerreichbare Areale erforschen möchte.
Trotz allem bleibt Elementallis ein gelungenes Action/Adventure mit bewährter Formel, das mit toll designten Dungeons und charmanter Pixel-Optik für alle Freunde klassischer Genre-Vertreter einen Blick wert ist.
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Vielen Dank an die Firma Top Hat Studios für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 03.Mai.2026 - 23:11 Uhr












