Spieletest: Indiana Jones und der Grosse Kreis NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
12. Mai 2026

USK 16 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Starke Atmosphäre und Story
Cleveres Rätseldesign
Audiovisuell sehr stark
Gelungene Mischung aus First- & Third-Person
Negativ:
Steuerung in engen Räumen etwas fummelig
Rätselelemente/Wege manchmal unklar
Möglichkeiten der Bewegungssteuerung nicht ausgenutzt
kein Crosssave

MachineGames schickt den berühmtesten Archäologen der Filmgeschichte auf die Nintendo Switch 2. In der Rolle von Indiana Jones müsst ihr um die Welt reisen, viele antike Geheimnisse lösen und einer Verschwörung auf die Spur kommen. Wie sich der Titel auf der Nintendo-Konsole schlägt, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Ein geheimes Netzwerk

Das schwedische Entwicklerstudio ist unter anderem für die modernen Wolfenstein Spiele verantwortlich und zeichnet sich nun federführend für den neusten Titel mit Indy. Dieses Mal handelt es sich um keine Filmumsetzung, sondern um ein komplett neues Abenteuer, welches im Jahr 1937 spielt. Zeitlich gesehen ist das Game zwischen den Filmen „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Der letzte Kreuzzug“ angesiedelt. Euch erwarten 15 Stunden purer Indy-Spaß, wobei davon ca. 4 Stunden allein die filmreifen Cutscenes ausmachen.

Die Story liefert klassische Action, den bekannten Humor der Filme und viele Rätselelemente. Es versprüht ein Feeling, als würde man einen weiteren Teil der Filme gucken. Es fühlt sich an, als wäre man mittendrin im Abenteuer, statt nur dabei. Doch worum geht’s?

Indiana Jones wird gebeten, das spurlose Verschwinden eines uralten Artefakts aus einem Museum in den USA aufzuklären. Doch es stellt sich schnell heraus, dass es sich nicht nur um einen simplen Diebstahl handelt. Stattdessen stößt er auf ein Geheimnis, welches weit in die Vergangenheit zurückgeht. Im Mittelpunkt steht der sagenumwobene „Große Kreis“ – ein verborgenes Netzwerk antiker Bauwerke, welches sich rund um den Globus erstreckt.

So führt euch eine „gefährliche“ Expedition rund um die Welt: von den Dschungeln Südamerikas über Europa, den Nahen Osten bis hin zu anderen entlegenen Gegenden. Dabei erkundet ihr unterschiedlichste Schauplätze, die von uralten Tempeln, über den Vatikan bis hin zu geheimnisvollen Grabkammern reichen. Natürlich darf ein würdiger Antagonist in der Gestalt des fanatischen Nazis Emmerich Voss nicht fehlen. Es entsteht ein globales Wettrennen, bei dem er euch oder ihr ihm stehts auf den Fersen seid. Voss ist überzeugt, dass der Große Kreis Zugang zu einer „höheren Ordnung“ gewährt, eine Macht, die im falschen Besitz verheerend sein kann.

Die Handlung wird sehr spannend erzählt. Sie überzeugt mit einer wunderbaren Tiefe und die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten wirken fließend. Es fühlt sich alles wie eine zusammenhängende Reise an. Humorvolle/sarkastische Dialoge (wie Indy halt ist) und stimmungsvoll inszenierte Zwischensequenzen sorgen für Abwechslung und so manche Lacher.

Auch spielerisch gibt es gelungene Ideen: So nutzt Henry Jones beispielsweise eine physische Karte, die er direkt aus der Tasche zieht, anstatt dass ihr ein separates Menü aufrufen müsst. Die sorgt wiederum dafür, dass das Spielgeschehen einfach weitergeht, daher solltet ihr den perfekten Moment dafür immer bedenken. Auch gibt es Wegweiser, die als Schnellreisepunkte dienen und sich somit längere Laufwege verkürzen. Die Areale selbst sind offen gestaltet und bieten viel Freiheit zum Erkunden und auch dafür, auf verschiedenste Weisen an Missionen heranzugehen. So eröffnen diverse Wege oder alternative Lösungsansätze völlig neue Möglichkeiten und verstärken das Gefühl, dass ihr das Zepter des Abenteuers selbst in der Hand haltet. Zu erwähnen sind auch die vielleicht unwichtigen, aber feinen Details. Wenn ihr etwa durch knietiefes Wasser wartet, spürt ihr förmlich den Widerstand, Bewegungen passen sich den Gegebenheiten an und die Immersion steigt. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

Rundum bekommt ihr also ein actiongeladenes Feuerwerk präsentiert. Und wenn man die Nadel im Heuhaufen sucht, dann sind das vielleicht blasse Nebenfiguren und die KI der Gegner, die hier und da sehr fragwürdig agiert.

Geheimnisse und uralte Mechanismen

Zu den größten Stärken im Spiel gehören sicherlich die Rätsel. Von leicht bis anspruchsvoll ist alles dabei. Sie fügen sich nahtlos in die Handlung und Schauplätze ein, überfordern aber nie. Statt simpler Schalterrätsel erwarten euch clever designte Aufgaben. Es gilt uralte Mechanismen zu entschlüsseln. Versteckte Hinweise in alten Manuskripten zu entdecken oder Licht- und Schatteneffekte richtig zu deuten. Man liebt es mit Indy archäologische Rätsel zu knacken. Sehr hilfreich dabei ist euer Notizbuch, welches zu einem der wichtigsten Werkzeuge für euch wird. Es füllt sich automatisch mit Skizzen, Kommentaren, Symbolen und gesammelten Hinweisen. Das Ganze erinnert stark an die Aufzeichnungen aus „Der letzte Kreuzzug“, hier in interaktiver und lebendiger Form. Im Gegensatz zu einem starren Menü wirkt dieses Notizbuch wie ein echtes, lebendiges Forschungsinstrument, wo ihr immer wieder nachschlagen könnt.

Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel steigert sich etwas im Verlauf des Spiels. Während anfangs die Aufgaben noch recht simpel sind, müsst ihr später Informationen aus unterschiedlichen Gebieten miteinander kombinieren oder bereits besuchte Orte neu betrachten. Positiv zu erwähnen ist, dass viele Rätsel mehrere Lösungswege bieten. Es lohnt sich also die Umgebung ausführlich zu untersuchen und Hinweise richtig zu interpretieren. Knobelfans kommen hier allemal auf ihre Kosten.

Leider ist es nicht immer auf Anhieb klar, welche Aufgaben ihr gleich lösen könnt und welche Rätsel erst später zugänglich sind. So kann es schon mal vorkommen, dass ihr hier wertvolle Zeit liegen lasst. Uns passierte es, dass wir verzweifelt nach einem Schlüssel oder einem Zugang suchten, der allerdings noch gar nicht erreichbar war. Ein paar zusätzliche Hinweise hätten hier Frust vermeiden können. Ein weiteres Tool ist euer Fotoapparat. Damit könnt ihr wichtige Symbole, Wandmalereien oder Mechanismen festhalten. Das ist bei komplexeren Rätseln sehr hilfreich, da man diese dann später besser im Tagebuch analysieren kann.

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