Spieletest: LumenTale: Memories of Trey NSW

Screenshot Screenshot Screenshot

Weitere Infos

Releasedate:
26. Mai 2026

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Kampfsystem mit Tiefgang
Schöne Weltgestaltung
Interessanter Stil
Negativ:
Technische Schwächen
Lücken im Storytelling

Taschenmonster, nehmt euch in Acht – ein neuer Herausforderer betritt die Bühne. LumenTales: Memories of Trey ist der neueste Vertreter der Kreaturensammler-RPGs und will mit einer stimmungsvollen Welt, einem Kampfsystem mit Tiefgang und einer eigenen Geschichte überzeugen.

Die Beehive Studios haben es sich dabei zum Ziel gesetzt, eine besondere Erfahrung zu schaffen und haben dafür spürbar viel Aufwand betrieben. Doch wie gut gelingt ihnen das wirklich? Schauen wir uns an, was uns in dieser Welt erwartet.

Ein bekanntes Spielprinzip neu erzählt?

LumenTales versucht, eine große, persönliche Geschichte rund um den Protagonisten Trey zu erzählen. Schon der Untertitel Memories of Trey macht klar, worum es geht: Seine verlorenen Erinnerungen stehen im Mittelpunkt. Trey wacht ohne jegliche Erinnerung in einer fremden Welt auf. Ein Ansatz, der nicht neu ist, aber je nach Geschmack als bewährter Klassiker oder als etwas abgenutzt empfunden werden kann.

Aufgelesen wird er vom neugierigen Jungen Ales, der bei seinem Onkel lebt – einem Wissenschaftler, der sein Leben der Erforschung der sogenannten Animon und ihrer geheimnisvollen Zwischenwelt, dem Aniraum, gewidmet hat. Die Animon sind wehrhafte, teils aggressive Kreaturen, die von den sogenannten Lumen gefangen und im Kampf eingesetzt werden. Diese Lumen genießen in der Gesellschaft großes Ansehen. Während Ales den Wesen eher misstrauisch gegenübersteht, sieht Trey schnell sein Talent im Umgang mit ihnen und wird förmlich in die Rolle eines Lumen gedrängt.

So beginnt seine Reise durch die Welt Talea, die in zwei sehr unterschiedliche Regionen unterteilt ist: das technologisch geprägte Logos im Norden und das traditionell-spirituelle Mythos im Süden. Zwischen diesen Gegensätzen entspinnt sich nach und nach eine Geschichte voller politischer Spannungen und Intrigen, während Trey immer wieder von bruchstückhaften Erinnerungen eingeholt wird.

Leider wird das Erzählerische Potenzial nicht immer ausgeschöpft. Holprige Dialoge und spürbare Lücken im Storytelling führen dazu, dass Zusammenhänge teilweise unklar bleiben und die Motivation mancher Charaktere schwer greifbar ist.

Von Monster-Fangen bis Schalterrätsel

Beehive Studios setzt bewusst auf klassische RPG-Tugenden, versucht aber gleichzeitig, dem bekannten Monster-Sammelprinzip eine eigene Note zu verleihen. Das zeigt sich nicht nur optisch, sondern vor allem in den spielerischen Details.

Im Kern dreht sich natürlich alles um das Sammeln der Animon. Diese dienen nicht nur als Kämpfer, sondern leben auch in eurem eigenen Aniraum, den ihr frei gestalten und jederzeit besuchen könnt. Mit Möbeln und Dekoration wird daraus fast schon ein kleines Zuhause für eure Begleiter. Eine nette Abwechslung zum ständigen Reisen und Kämpfen. Zum Start wählt ihr eines von fünf Animon, die jeweils eine Farbe und eine Emotion repräsentieren: von Freude über Wut bis hin zu Gelassenheit. Insgesamt warten rund 140 Kreaturen darauf, entdeckt zu werden.

Beim Einfangen habt ihr zwei Möglichkeiten: klassisch im Kampf oder direkt in der Oberwelt über ein Quicktime-Minispiel. Letzteres verlangt allerdings ziemlich schnelle Reflexe und kann frustrierend werden. Oft ist es deutlich entspannter, ein Animon im Kampf zu schwächen und es dann einzufangen. Praktisch: Mit eurem Holoken könnt ihr Gegner sogar vor Kampfbeginn angreifen und euch so einen Vorteil verschaffen.

Die Kämpfe selbst sind das Herzstück des Spiels und bieten ordentlich Tiefe. Neben Elementtypen spielen Werte wie Angriff, Verteidigung und Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Eure Animon steigen im Level auf, lernen neue Fähigkeiten und sammeln Punkte, die ihr frei auf Attribute verteilen könnt. Dazu kommen besondere “Zeichen”, die zusätzliche Effekte auslösen. Wie etwa Heilung oder mehr Schaden, allerdings oft mit einem kleinen Haken. Da eure Aktionspunkte begrenzt sind, müsst ihr gut überlegen, wann ihr diese einsetzt.

Ein besonderes Highlight im Kampfsystem ist der Bonusmechanismus für geschicktes Ausnutzen von Schwachpunkten. Gelingt es euch, wiederholt die elementaren Schwächen eines Gegners zu treffen, werdet ihr mit einer zusätzlichen Bonusaktion belohnt. Das sorgt nicht nur für ein angenehm dynamisches Kampftempo, sondern belohnt auch taktisches Denken und gutes Team-Setup. Wer seine Animon klug aufeinander abstimmt und die Gegner genau beobachtet, kann sich so einen entscheidenden Vorteil verschaffen und selbst knifflige Kämpfe deutlich effizienter bestreiten.

Zwischen den Kämpfen lockern kleinere Rätsel das Geschehen auf, bei denen ihr mit eurem Holoken und den Elementfähigkeiten eurer Animon eure Umgebung beeinflusst oder ein Schalter gefunden werden muss. So bleibt das Gameplay abwechslungsreich, auch wenn der Fokus klar auf dem Kampfsystem liegt.

Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch das Balancing: Während einige Gegner echte Herausforderungen darstellen, sind andere überraschend harmlos. Diese Schwankungen können den Spielfluss etwas aus dem Takt bringen – ändern aber nichts daran, dass das Kampfsystem insgesamt zu den stärkeren Seiten von LumenTales gehört.

Seite

1 2 [Fazit]