Dark Scrolls ist ein mechanisch ehrlicher, aber streckenweise unbarmherziger Genre-Mix. Wer die anfängliche Frustration der flachen Lernkurve überwindet und strikt das Steuerkreuz nutzt, bekommt einen charmanten Retro-Snack, der die grauen Zellen und die Reflexe gleichermaßen fordert und im 2-Spieler-Koop richtig Spaß machen kann!
Spieletest: Dark Scrolls NSW
Weitere Infos
Releasedate:22. Juni 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1-2
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Simples Gameplay
- Große Variation der Charaktere
- Charmanter Stil
- Koop als Spaßbooster
- Negativ:
- Zäher Einstieg
- Extrem empfindlicher Analog-Stick
- Begrenzter Umfang
Pixel-Nostalgie mit hartem Kern
Wenn das Entwicklerstudio doinksoft ruft, gibt es meist keine ausufernden Intros, sondern direktes Gameplay. Nach Spielen wie Gunbrella und Gato Roboto schickt uns doinksoft mit dem 2D-Side-Scroller Dark Scrolls in eine Welt voller Gefahren und bedient sich dabei ungeniert an Elementen aus anderen bekannten Rogue-Likes. In einer Zeit, in der Nintendos Switch 2 mühelos Open-World-Schwergewichte stemmt, ist dieser reduzierte Ansatz ein bewusst platzierter Retro-Anachronismus, der eine ordentliche Portion Frustresistenz einfordert.
Die Qual der Wahl: Messer, Äxte oder Energiebälle
Bevor der erste Pixel-Feind besiegt wird, steht die Klassenwahl an und die definiert den kompletten Spieldurchlauf. Zur Auswahl stehen drei Helden mit völlig unterschiedlichen Move-Sets.
Den Anfang macht "Vögelchen", die Diebin. Sie erinnert optisch frappierend an einen gewissen Helden mit grüner Zipfelmütze, wirft aber im Akkord mit Messern um sich. Vögelchen bewegt sich deutlich schneller als der Rest der Truppe, was bei den ersten Gehversuchen unweigerlich zu ungewollten Kollisionen mit Gegnern und Hindernissen führt. Die Lernkurve ist hier in den ersten Stunden verdammt flach.
Deutlich bodenständiger geht es da mit "Grizz", dem Krieger, zur Sache. Er schleudert Äxte durch den Dungeon, seine Bewegungsgeschwindigkeit lässt sich wesentlich angenehmer managen und seine verlässliche Stampfattacke rettet einen aus so manch brenzliger Situation. Wer lieber auf Magie setzt, greift zu Zauberer "Emerys". Dieser verschießt Energiebälle, die munter eine Weile über den Bildschirm springen, und nutzt eine praktische Dash-Attacke, um blitzschnell nach oben oder zur Seite auszuweichen.

Spirale aus Fortschritt und Frust
Der Gameplay-Loop zieht seine Motivation aus dem stetigen Sammeln und Verbessern. In den Levels sammelt ihr Münzen für temporäre Upgrades bei den Händlern. Gleichzeitig hortet ihr blaue Kristalle, die ihr zu Beginn eines jeden neuen Durchgangs gegen dauerhafte Fähigkeiten eintauschen können. Diese sollen helfen, leichter durch die Katakomben zu eskalieren.
Da die Lernkurve aber insgesamt extrem flach ausfällt, stirbt man gerade zu Beginn den klassischen Tod und zwar sehr oft. Das Spiel verlangt Leidensfähigkeit, da einem die frischen Fähigkeiten nicht sofort das Gefühl geben, signifikant mächtiger oder besser geworden zu sein. Wer diese Frustresistenz nicht aufbringt, wird den Controller vielleicht etwas früher zur Seite legen. Hat man sich aber erst einmal mit dem Rhythmus vertraut gemacht, greift der Spielspaß. Die Level werden dabei primär dann zur echten Stresstests, wenn der Bildschirm förmlich vor Feinden wimmelt; die reinen Sprungpassagen sind da das weitaus geringere Problem.
Ein Tipp von uns ist auch: Schnappt euch euren lokalen oder online Player 2 und legt gemeinsam in Dark Scrolls los. Es macht mehr Spaß und bringt euch schneller voran. Doch passt auf, dass ihr den Überblick behaltet.

Bosskämpfe und Hardware-Hürden
Am Ende der prozedural generierten Korridore warten herausfordernde Bosskämpfe. Diese sind zwar knackig inszeniert, allerdings fehlt nach einem erfolgreichen Abschluss dieses unbeschreiblich befriedigende Gefühl, das einem die großen Genre-Vorbilder wie Dead Cells nach einem harten Kampf bescheren.
Audiovisuell macht der Titel hingegen alles richtig. Die charmante Retro-Optik wird von einer erstaunlich fröhlichen Chiptune-Musik untermalt, die sofort wohlige Erinnerungen an beste NES-Sessions im Kinderzimmer wachwerden lässt.

Ein essenzieller Tipp zum Schluss betrifft die Hardware: Dark Scrolls lässt sich spürbar besser mit dem Steuerkreuz spielen. Der Analog-Stick reagiert extrem empfindlich und führt im Eifer des Gefechts gerne mal Aktionen aus, die man so gar nicht im Sinn hatte. Mit dem klassischen D-Pad behält man hingegen die absolute Kontrolle.
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Vielen Dank an die Firma Devolver Digital für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 02.Juli.2026 - 13:37 Uhr












