Capcoms Devil May Cry 5: Devil Hunter Edition für die Nintendo Switch 2 zeigt: exzellentes Gameplay altert nicht! Das tiefgründige Kampfsystem, die abwechslungsreichen Charaktere und die umfangreiche Ausstattung machen diese Portierung zur klaren Empfehlung für Action-Fans. Schwächen wie das teils lineare Leveldesign, die komplexe DMC-Lore für Neueinsteiger und kleinere visuelle Abstriche im Handheld-Modus bleiben zwar sichtbar, ändern aber wenig daran, dass Capcom hier einen modernen Genre-Klassiker in überzeugender Form auf die neue Nintendo-Hardware bringt.
Spieletest: Devil May Cry 5 Devil Hunter Edition NSW2
Weitere Infos
Releasedate:23. Juni 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Spielerische Tiefe mit einzigartigen Kampfstilen
- Komplettpaket inkl Fan-Liebling Vergil und allen Boni
- Markantes Trefferfeedback und exaktes Combo-Timing
- Treibende Akustik mit Wucht
- Negativ:
- Optische Kompromisse im Handheld-Modus bei der Auflösung
- Eintönige Kulissen im Leveldesign des Dämonenbaums
- Hohe Einstiegshürde durch benötigtes Story-Vorwissen
Spätes Erbe im Handheld-Format
Als Capcom im Frühjahr 2019 die Dämonenjäger Dante und Nero ein weiteres Mal auf die Menschheit losließ, stand die Videospielwelt im Zeichen des reinen Action-Kinos. Sieben Jahre und eine Konsolengeneration später landet das stilvollste Hack-and-Slash der jüngeren Geschichte nun als prall gefüllte Devil Hunter Edition auf der Nintendo Switch 2. Wer damals im Rhythmus von treibenden Industrial-Beats Klingen schwang, fragt sich unweigerlich: Hat der Zahn der Zeit an Dantes Lederjacke genagt? – die Antwort liefert unser Nintendo Switch 2 Test!
Der Weg zurück zur Tugend
Um den schieren Wert von Devil May Cry 5 zu verstehen, muss man sich die elfjährige Funkstille vor Augen führen, die dem ursprünglichen Release vorausging. Nach dem vierten Teil aus 2008 blieb es lange Zeit ruhig um die DMC IP, ehe Capcom das britische Studio Ninja Theory einen Neustart des Franchises wagen ließ. Das 2013er-Reboot DmC war spielerisch solide, spaltete die Fangemeinde aber durchaus. Der jugendliche Emo-Look des neuen Dante mit kurzen, schwarzen Haaren löste bei damaligen DMC-Spielern hitzige Diskussionen aus und konnte nicht jeden begeistern. Die Neuinterpretation missglückte kommerziell und um die Serie wurde es erneut still.
Dass es überhaupt zu einem fünften Teil kam, ist der Hartnäckigkeit von Seriendirektor Hideaki Itsuno zu verdanken. Nachdem er jahrelang das Open-World-Epos Dragon’s Dogma betreut hatte, stellte ihn Capcom vor die Wahl: Entweder ein Sequel zu seinem Rollenspiel oder die Reanimation des Sparda-Clans. Itsuno wählte das Schwert. Es brauchte allerdings erst das Heranreifen der hauseigenen RE Engine – die ihre Feuertaufe im sanften Horror von Resident Evil 7 bestand –, um die technologische Basis für ein pfeilschnelles Actionspiel in fotorealistischer Kulisse und mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde zu schaffen.
Willkommen Daheim
Der Einstieg in Red Grave City verlangt dem Gedächtnis folglich erst einmal ein wenig Arbeit ab, knüpft aber nahtlos an die alte Zeitrechnung an. Die komplexe Familiensaga wird gewohnt melodramatisch weitererzählt, bricht sich unter Itsunos Regie aber angenehm mit einer Prise wohlgesatteltem Nonsens. Wenn Dante ein dämonisches Motorrad in zwei Hälften bricht, um es als übergroße Kreissägen zu nutzen, weiß man wieder, in welchem Universum man sich befindet. Es ist die Art von spielbarer Pubertät, die man mit Ende dreißig entweder kopfschüttelnd ignoriert oder mit einem nostalgischen Schmunzeln im Sessel feiert.
Die Klaviatur des Metzelns
Das Herzstück bleibt das hervorragende Kampfsystem, das kaum gealtert ist! Auch der Wechsel zwischen den grundverschiedenen Charakteren tut dem Spielfluss nach wie vor gut. Nero fordert mit seinen mechanischen Prothesen taktisches Fingerspitzengefühl, Dante verlangt wie eh und je die Fingerfertigkeit eines gelernten Konzertpianisten und der Neuzugang „V“ lässt euch fast schon geruhsam aus der Distanz seine schattigen Haustiere dirigieren.

Dass die Switch-Fassung direkt als Devil Hunter Edition daherkommt, ist dabei ein handfester Gewinn: Neben diversen kosmetischen Boni und zusätzlichen Battle-Tracks bringt diese Version vor allem Dantes Zwillingsbruder Vergil als voll spielbaren Charakter mit. Mit seinem eiskalten, extrem schnellen Katana-Stil und der Teleportations-Mechanik rundet der Fan-Liebling das ohnehin schon üppige Kämpfer-Quartett perfekt ab.
Die RE Engine leistet auf der Switch 2 derweil solide Arbeit. Die düstere Ästhetik bleibt erstaunlich gut erhalten, auch wenn das Display im Handheld-Modus ab und an den Schleier einer leicht reduzierten Auflösung über die Trümmerfelder legt. Was wirklich zählt, ist das Timing. Das für die Serie typische Trefferfeedback – dieser winzige, kalkulierte Animationsstopp bei jedem Volltreffer – fühlt sich auch auf den Joy-Con 2 präzise an. Wer das verinnerlicht hat, baut die Combo-Kette fast schon meditativ bis zum SSS-Rang auf, während der dynamische Soundtrack im Hintergrund passend anzieht.
Die Architektur der Unterwelt
Wenn es abseits der präzisen Kämpfe einen spürbaren Wermutstropfen gibt, dann ist es zweifelsohne das Leveldesign. Wer hier komplexe Dungeons oder weitreichende Erkundungsausflüge erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Red Grave City bietet anfangs noch eine stimmungsvolle, urbane London-Ästhetik in Trümmern, doch je tiefer die Helden in den wuchernden Qliphoth-Baum vordringen, desto monotoner gerät die Kulisse. Über weite Strecken der zweiten Spielhälfte joggt man durch organische, rötlich-braune Wurzelkorridore, die sich optisch kaum voneinander unterscheiden. Devil May Cry 5 verheimlicht dabei nie, was diese Architektur im Kern ist: Ein funktionaler Schlauch, der euch verlässlich von einer Kampfarena zur nächsten leitet.

Rätsel oder abzweigende Pfade sind rudimentär bis gar nicht vorhanden. Doch kurioserweise verzeiht man dem Spiel diese fast schon anachronistische Linearität recht schnell. Die Kulissen sind am Ende des Tages eben nur die unaufdringliche Leinwand, auf der Dante und seine Kollegen ihr komplexes Handwerk verrichten. Es konserviert eine Epoche des geradlinigen Actiondesigns, die zwischen modernen Open-World-Schwergewichten fast schon wie ein analoges Relikt wirkt.
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Vielen Dank an die Firma CAPCOM für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 22.Juni.2026 - 17:40 Uhr












