Spieletest: Kao the Kangaroo NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
27. Mai 2022

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Toll gezeichnete Figuren
Emotionale Geschichte
Schöne Oberwelten
Negativ:
Häufige Framerateeinbrüche
Grauenhafter Handheldmodus
Monotone Level
Manchmal nervt die Kamera

Die Remake- und Fortsetzungsflut ebbt nicht ab. Immer mehr Titel aus der Jugend von heute bereits erwachsenen Gamern bekommen neues Leben eingehaucht und in vielen Fällen erweist sich dies als wahre Goldgrube. In einigen davon sind Kritiker und Spieler auch qualitativ überzeugt. Kao The Kangaroo bekommt nach 20 Jahren (!) eine Neuauflage spendiert und darf dieses Mal nicht SEGAs Dreamcast, sondern die Nintendo Switch beackern. Ob es sich dabei um ein sinnvolles Unterfangen handelt oder ob das Känguru mal lieber in Mamas Bauchtasche geblieben wäre, klärt der nun folgende Test!

Retro-Fan-Service

Vorweg ein kleiner Disclaimer: Der Autor dieser Zeilen ist ein riesiger Fan von 3D-Platformern und zwar schon seit es diese gibt. Die Erfolgsformel für einen erfolgreichen Genrebeitrag á la Crash Bandicoot, Gecko 3D oder Spyro The Dragon ist komplizierter als es gemeinhin den Anschein erweckt. Zum einen braucht es ein niedliches, aber freches Maskottchen, das Herzen und Lachmuskeln gleichermaßen in Wallung bringt. Zum anderen müssen Level und Welten so designt sein, dass sie in Erinnerung bleiben und außerdem zum Suchen hunderter Collectibles einladen, aber dennoch Orientierung bieten. Hinzu kommt der Schwierigkeitsgrad, der ein eher jüngeres Publikum, ebenso wie anspruchsvolle Gamer zufriedenstellen soll. Meist ist deshalb das reine Durchspielen nicht das Problem (außer bei Crash Bandicoot 1!), sondern eher die Komplettierung. Zu guter Letzt braucht ein Platformer Bossgegner, die genauso gut designt sein müssen, wie die Hauptfigur und einen zudem etwas ins Schwitzen bringen. Gar nicht mal so einfach, das alles unter einen Hut zu bringen!

Das Erbe welches Kao hier antritt ist also kein kleines und gleichzeitig startet das niedliche Känguru mit einem riesigen Sack an Vorschusssympathien, denn auf den ersten Blick scheinen all die zuvor genannten Punkte erfüllt worden zu sein. Aber hat man es hier tatsächlich mit einem neuen Crash oder gar Mario zu tun? Wir starten mit dem Design!

Wie ein Samstagvormittags-Cartoon

Was sofort ins Auge sticht, sobald man auch nur den Trailer zu Kao The Kangaroo sieht, sind die wunderbar gezeichneten Charaktere. Kao selbst könnte locker der Star einer erfolgreichen 90er Jahre Kinderserie sein, so viel Charme und Spitzbübigkeit wie er versprüht. Allerdings sind die Zeichnungen und Animationen eben auch sehr klassisch und brav gehalten, was vor allem auf ein jüngeres Publikum zielen dürfte. Im Laufe der Geschichte nimmt die mysteriöse Kraft der „Ewigkeit“ immer mehr Raum ein. Kao möchte dem Verschwinden seines Vaters auf die Spur gehen und hier entwickelt das Spiel tatsächlich eine Emotionalität, welche man dem Game so gar nicht zugetraut hätte. Die Gespräche zwischen Kaos Mutter, seinem Trainer und anderen NPCs sind ausgefeilter, als man es aus den großen Vorbildern kennt, wo es immer nur darum geht so schnell wie möglich zur nächsten Mission zu kommen.

Um seine Mission zu beginnen nutzt Kao die Boxhandschuhe, welche sein Vater zurückgelassen hat. Die Handschuhe selbst sind von der Energie der Ewigkeit beseelt und können dadurch mit Kao kommunizieren, ebenso wie sein Shaolin-Mönch-artiger Koala-Trainer. So lernt man im Laufe der ersten Level, dass die Boxhandschuhe nicht nur zum Austeilen von Schlägen sinnvoll sind, sondern auch bestimmte elementare Energien aufnehmen können. Riesige, den Weg blockierende Spinnennetze können beispielsweise mit einem feurigen Punch aus dem Weg geräumt werden.

Die ersten Welten können designtechnisch auch überzeugen. Man startet in einer karibisch orientierten Strand-Welt mit entsprechenden Hütten – Kaos Heimatort. Von hier aus kann man zunächst nur ein Level erreichen, aber durch das Einsammeln entsprechender Steine, kann man weitere Tore öffnen, bis man schließlich in die nächste Welt, den Dschungel gelangt. Das alles ist sehr bunt und knallig gezeichnet, was den Cartoon Celshading-Look weiter verstärkt. In den einzelnen Welten trifft man auf abgefahrene Tier-Kumpanen, die hin und wieder bestimmte Quests für Kao bereithalten. Im Endeffekt geht es aber immer wieder darum einzelne Tore zu öffnen und die dahinter liegenden Level zu bestreiten.

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