Spieletest: FINAL FANTASY VII REBIRTH NSW2
Weitere Infos
Releasedate:3. Juni 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Riesige Spielwelt Gewaltige Präsentation Deepes Kampfsystem
- Negativ:
- Aufploppende Objekte Framerateeinbrüche Handheldmodus-Performance schwächelt
Als Square Enix vor einigen Jahren das Remake-Projekt von Final Fantasy VII ankündigte, war schnell klar, dass es sich nicht um eine einfache Neuauflage handeln würde. Auf der Playstation One war das Spiel auf drei CDs erschienen und jetzt kommen drei einzelne Blockbuster für die heutige Konsolen-Generation! Mit Final Fantasy VII Rebirth erreicht die Neuinterpretation nun ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Reise verlässt Midgar, die Welt öffnet sich und die Geschichte nimmt endlich jene epischen Ausmaße an, die Fans des Originals seit Jahrzehnten lieben. Dass ein Spiel dieser Größenordnung nun auf der Switch 2 spielbar ist, wirkt beinahe surreal. Noch erstaunlicher ist, dass es größtenteils sogar richtig gut funktioniert.
Remake, aber so viel mehr!
Final Fantasy VII Rebirth ist der zweite Teil der Neuinterpretation des legendären PlayStation-Klassikers von 1997. Das dieses Spiel jetzt auf einer Nintendo-Konsole spielbar ist, stellt einen echten Full-Circle-Moment dar. Das Original-Spiel wurde ursprünglich für das Super Nintendo und dann schnell für das N64 umprogrammiert, jedoch stellte sich schnell heraus, dass man eine stärkere Hardware brauchen würde und so wendete Squaresoft Nintendo für viele Jahre den Rücken zu. Nun erscheint Final Fantasy VII doch noch beim großen N.
Inhaltlich folgt das neue Spiel den bekannten Stationen der Originalgeschichte, erweitert diese jedoch massiv um neue Figuren, Handlungsstränge und Charaktermomente. Während die einen wahre Tiefe bringen, sind andere hingegen unnötiger, neuer Ballast.

Square Enix setzt in allen Punkten auf eine deutlich stärkere Inszenierung. Alles wirkt größer, lauter und spektakulärer. Städte sind lebendiger, Kämpfe bombastischer und Storysequenzen erreichen regelmäßig Blockbuster-Niveau.
Das führt allerdings auch zu einem interessanten Effekt: Obwohl Rebirth die Ereignisse des Originals in nahezu jeder Hinsicht übertrifft, erreicht es nicht immer dessen besondere Atmosphäre. Die ruhige Melancholie, die Einsamkeit und das geheimnisvolle Gefühl der Vorlage gehen durch die gigantische Inszenierung teilweise verloren. Rebirth ist zweifellos epischer – die einzigartige Stimmung des Originals bleibt jedoch unerreicht. Manchmal scheint weniger doch mehr zu sein, wobei das mit Sicherheit auch eine Geschmacks- und Generationsfrage sein wird.
Kampfsystem für Lernbereite
Spielerisch liefert Rebirth eines der besten Kampfsysteme, die die Reihe jemals hervorgebracht hat. Die Mischung aus Action, Gruppenmanagement und taktischen Fähigkeiten funktioniert hervorragend und entfaltet mit zunehmender Spielzeit immer mehr Tiefe. Die Synthese, Waffenverbesserungen, Charakterbäume und natürlich das legendäre Materia-System ermöglichen derart viel Individualisierung, dass jeder jRPG-Fan noch nachts wachliegen wird, um über das weitere Vorgehen zu sinnieren.
Der Einstieg ist allerdings holprig. Die ersten Stunden bombardieren den Spieler nahezu pausenlos mit Tutorials, Menüs, Mechaniken und neuen Systemen. Man kann kaum eine Taste drücken, ohne dass ein Popup-Text auftaucht. Paradoxerweise führt diese Informationsflut nicht unbedingt dazu, dass man das Kampfsystem besser versteht. Viele wichtige Zusammenhänge erschließen sich erst durch eigenes Ausprobieren. So wird einem nur selten die wahre Bedeutung der Attacken erklärt, sondern nur die reine Ausführung. Es kann also leicht passieren, dass bereits der erste Boss unbesiegbar wirkt, aber wer durchhält, wird belohnt. Ab etwa Spielstunde sechs oder sieben beginnt Rebirth sein wahres Gesicht zu zeigen. Die Story zieht spürbar an, die Charakterdynamik entwickelt sich hervorragend und die großen Momente häufen sich. Von diesem Zeitpunkt an entsteht ein Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Die offene Welt überzeugt insgesamt auch. Die Regionen sind abwechslungsreich gestaltet und bieten zahlreiche Aktivitäten. Das Pacing der Story wird aber immer wieder von Minigames, wie beispielsweise dem Suchen und Zähmen von Chocobos, unterbrochen, wobei das Komische ist, dass dabei niemand hektisch wirkt. Das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel, aber bitte, lieber Spieler, scanne alle Kristalle und kämpfe gegen digitale Monster. Dies ist nun aus jRPGS und Actionadventures natürlich hinlänglich bekannt, aber Final Fantasy VII Rebirth wirkt sonst so realistisch und ernst, dass dieser Minigame Overload doch besonders auffällt.
HungryEyes Sammlung









