Spieletest: Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
13. Dezember 2022

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Eine perfekte Neuauflage
Switch wächst über sich hinaus
Genialer Soundtrack
Negativ:
Dialoge/Charaktere nicht gut gealtert
Level recht klein

Vermutlich hat zur Zeit kein anderer Publisher eine so prall gefüllte Release-Liste wie Square Enix. Wie unsere Test-Datenbank zeigt, sind dabei ebenso viele Hits wie Mittelklassegames dabei und so ist die Welt gespannt darauf, wie es um das unerwartet angekündigte Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion steht. Vor allem die Info, dass auch die Nintendo Switch mit diesem Hochkaräter bespielt wird, warf Fragen nach der qualitativen Umsetzung auf. Es darf vorweg genommen werden, dass die Switch-Version uns überrascht hat. Aber lest selbst im Nintendofans.de-Test!

Homecoming at it’s best!

Man muss kein Fan japanischer Rollenspiele sein, um schon mal was über Final Fantasy VII gehört zu haben. Es gilt bei vielen als eines der besten jRPGs aller Zeiten, bei diversen schmückt es sogar den ersten Platz. Kein Wunder also, dass Square Enix bemüht war den Fans und der eigenen Geldbörse viel Gutes zu tun, indem man regelmäßig Prequels, Sequels und Remakes auf den Markt brachte. Keins erreichte dabei die außerordentliche Qualität des 1997 erschienenen Originals, aber ein Ableger kam dem doch schon recht nahe. Dabei handelt es sich um einen der absoluten Top-Seller der Playstation Portable. 2007 brachte das Spiel die Gamer ordentlich zum Schwitzen angesichts einer solch gewaltigen Performance zum Mitnehmen. Als Besitzer*in eines Nintendo DS konnte man nur ganz neidisch rüberschielen zum Leistungssieger der Konkurrenz, vor allem in Anbetracht der phänomenalen Reviews der damaligen Zeit.

Auch heute noch hat der Titel nichts von seinem Charme verloren und er belohnt jedes Entstauben der PSP mit einer herrlich guten Spielzeit. Wozu also ein Remake könnte man sich fragen? Die Antwort liegt sicherlich auch irgendwo im Remake des Originals Final Fantasy VII, welches vor einigen Jahren erschien. Es deckt nur einen Teil der Hauptstory ab und die Fans lechzen nach mehr. Löblich ist aber, dass Square Enix nicht einfach nur ein simples Remaster mit leicht verbesserter Optik, sondern ein in allen Belangen verbessertes Game liefert. Grafisch wurde das Spiel generalüberholt und kommt dem erwähnten Remake von FFVII schon sehr nahe, ohne natürlich dessen Perfektion zu erreichen. Alle Umgebungen, Polygone und Zwischensequenzen wurden komplett überarbeitet, während inhaltlich aber alles 1:1 gleich bleibt. Dies ist kein Problem, denn die Story ist ein absolutes Highlight der jRPG-Geschichte und bringt gestandene Gamingveteran*innen hier und da zum Weinen. Vor Glück und Trauer – beide Gefühle geben sich hier gern die Klinke in die Hand. Als Prequel zu FFVII angesiedelt, profitiert das Spiel enorm davon nicht mehr alles minutiös erklären zu müssen, Charaktere einfach auftreten lassen zu können und Fans dennoch die Kinnladen runterklappen zu lassen. Die Hauptfigur Zack trifft dabei auf altbekannte wie neue Figuren, wobei vor allem die Begegnungen mit Sephiroth, dem Bösewicht unter den Gaming-Bösewichten, immer wieder Gänsehautmomente verschaffen. Schön ist zu sehen, wie Zack ehrlich und etwas naiv an seine Karriere bei SOLDAT, der Elite Kampftruppe, der umstrittenen Shinra Corp., herangeht und mit zunehmender Spiellänge immer mehr zu zweifeln beginnt, ob der blinde Gehorsam seinen Idealen entsprechen kann. Somit werden immer wieder Grundsteine für das darauffolgende Epos gelegt, als sei Crisis Core tatsächlich der erste Teil und nicht ein Prequel, welches zehn Jahre später erschien.

Dennoch ist Final Fantasy VII Crisis Core Reunion auch für Final Fantasy Neueinsteiger gut geeignet, die sich eventuell fehlende Zusammenhänge über das Spielen der anderen Teile erarbeiten können. Vor allem das heftige Pacing des Spiels, welches sicher auf seine Handheld-Vergangenheit zurück geht, sorgt dafür, dass kaum ein Auge während der 15-20 Stunden langen Spielzeit trocken bleibt.

Ein technisches Bollwerk

Was war das Internet nervös angesichts einer Nintendo-Switch-Fassung zu diesem aufwendigen Remaster. Die Trailer sahen derart bombastisch aus, dass die Frage erlaubt sein musste, wie die leistungsschwächere Switch dieses Game packen soll. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen und hebt den Standard für konsolenübergreifende Releases. Selbstverständlich mussten Abstriche gemacht werden, die vor allem bei schnellen Sequenzen ins Auge fallen. Hier und da wird man ein Slowdown während einer Zwischensequenz erleben und auch die Haaranimationen flirren manchmal, aber in den allermeisten Fällen konnte Square Enix sinnvolle Lösungen für diese Probleme finden, in dem man die Haare bspw. grobschlächtiger und flächiger darstellte. Auch mit den vielen Schattierungen des überaus düster daherkommenden Midgars kommt die Nintendo Switch nur bedingt zu recht. Das war es aber auch schon! Die Switch-Fassung ist dem Original der Playstation Portable in vielen Fassung am nähesten, vor allem wegen der Möglichkeit unterwegs zu zocken. Da man sich aber sehr nah ans Original gehalten hat, inklusive Bewegungsabläufen, Texten und Levelaufbau, kann die Hybridkonsole extrem gut mithalten und man hat nur sehr selten das Gefühl, dass die Konsole einknicken muss. Nur die Gesichtsanimationen beim Sprechen sind, ganz wie im Original, etwas steif. Ein Problem, das allen Versionen innewohnt. Die Kämpfe jedoch sind noch actionreicher und schneller gemacht, in dem die Tastenbelegungsmöglichkeiten eines Pro-Controllers voll ausgenutzt werden. Alle Änderungen spielen dem Game aber mächtig in die Karten, da man sich während eines Kampfes nicht mit lästiger Menuführung auseinandersetzen muss. Zauber legt man vorab auf bestimmte Tasten und kann sich dabei verschiedene Setups vorbereiten, um auf alle Gegnerarten vorbereitet zu sein. Außerdem gibt es eine Nahangriffstaste, ebenso wie eine Block- und eine Ausweichtaste. Das Materia-Crafting-System wird niemanden überfordern und lädt dennoch zu allerhand Experimentierfreudigkeit ein. All das geht so sauber von der Hand, dass sich die Kämpfe zu absoluten Effekt- und Angriffsgewittern entwickeln. Vollends erstaunt wird der Spieler angesichts der völlig neu animierten Beschwörungszauber. Was hier grafisch aus der Nintendo Switch geholt wird, ist einfach phänomenal und stellenweise kaum zu glauben. Beim Griff zum Handheldmodus könnte man anhand dieser Eindrücke skeptisch sein, aber siehe da: es ist natürlich ein Downgrade, aber bei weitem nicht so ein großes, wie bei anderen jRPGs ähnlicher Ausmaße. Da die Herkunft des Spiels die PSP ist, fühlt sich der Handheldmodus sehr authentisch und angenehm an. Das Spiel ist einfach für Unterwegs gemacht!

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