Spieletest: Bravely Default II NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
26. Februar 2021

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Wunderschöne Chibi-Optik

Emotionaler Soundtrack

Pfiffiges Kampf- und Jobsystem
Negativ:
teilweise sehr anspruchsvoll

Charaktermodelle könnten mehr Details vertragen

Es ist nicht einfach den Retrofan von heute glücklich zu machen. Es soll nichts Aufgewärmtes sein, aber bitte auch nicht zu innovativ. Klassisch und doch frisch. Freunde der alten Gamingschule sind oft kritisch und bestrafen Publisher bei kleinsten Fehlleistungen mit ausgewachsenen Shitstorms. Square Enix kennt beide Seiten der Medaille. Sie haben echte Retro-Überraschungshits und Rohrkrepierer gleichermaßen geliefert. Aber wo reiht sich Bravely Default II ein? Lest den Test und ihr werdet es wissen.

Evolution

Bravely Default erschien zu seiner Zeit auf dem Nintendo 3DS als Underdog, nur bei echten Kennern in der Sammlung aufzufinden. Es mauserte sich aber vom Geheimtipp zum Must-Have der Konsole. Die interessant und wendungsreich erzählte Geschichte, die süßen Charaktermodelle, die fantastische Soundkulisse und das Kampf- und Jobsystem haben sehr viel richtig gemacht, um so JRPG Fans der alten Schule ebenso abzuholen, wie jüngere Rollenspielfans. Man merkte dem Spiel zwar die Handheld Limitation deutlich an, aber das war ein zu verkraftendes und damals völlig alltägliches Übel. Der zweite Teil Bravely Second optimierte das Spielerleben und erzählte die Geschichte aus dem ersten Teil zu Ende. Bei einem so runden Ende, haben einige vielleicht gar nicht mehr mit weiteren Teilen gerechnet. Und dann erschien der Ankündigungstrailer für Bravely Default II. Es scheint ein Markenzeichen von Square Enix zu sein, dem Spieler mit verwirrenden Nummerierungen den Kopf zu verdrehen, denn eigentlich handelt es sich hier um einen dritten und eigenständigen Teil der Serie. Aber als JRPG Fan ist man solche Späße schon längst gewöhnt und nimmt sich das Spiel selbst mal genau unter die Lupe. Erfreulicherweise, gab es hierfür zu dem Trailer eine Demo, die erste spielerische Eindrücke ermöglichte. Man sah auf den ersten Blick die großartig gezeichneten Städte, man hörte die wunderschöne Musik und auch die Charaktere konnten Interesse wecken, aber die hakeligen Animationen während der Gespräche und das wenig erklärte Gameplay hinterließen den Eindruck, dass man ein Mittelklassespiel zum Vollpreis serviert bekommen sollte. Wie steht es nun um die aktuell vorliegende Vollversion des Spiels?

Zauberhaft

Das Spiel kommt mit der Post, man packt es aus, versucht unvoreingenommen heranzugehen, sich von den Erfahrungen aus den Demos nicht allzu sehr verunsichern zu lassen und schaltet es ein. Die Erleichterung ist groß, wenn man merkt, dass Square Enix auf die Kritik der Fans eingegangen ist und eine noch zauberhaftere Welt erschaffen hat, die es schafft, den Spieler sofort für zwei bis fünf Stunden an den Bildschirm zu fesseln, ohne dass man dabei merken würde, wie die Zeit verfliegt. Dabei bedient sich das Spiel erzählerisch und visuell frei bei den Klassenbesten des Genres und wirkt dabei dennoch erstaunlich eigenständig. Das Intro beispielsweise erinnert sehr an Zelda – Link’s Awakening mit dem Schiffbruch erleidenden und von seiner Erinnerung befreiten Protagonisten. Bei den Charakteranimationen, den Städten, sowie musikalisch werden sofort Erinnerungen an Final Fantasy IX wach und beim Spiel zwischen der zweiten und dritten Dimension glaubt man eine weiterentwickelte Version von Octopath Traveller vor sich zu haben. Aber gerade deshalb oder trotzdem entfaltet das Spiel einen Sog, der einem die Charaktere direkt ans Herz wachsen lässt und die mysteriöse Geschichte rund um die elementaren Kristalle, trotz altbekannter Versatzstücke, sehr interessant präsentiert. Und das obwohl das Spiel teilweise recht textlastig daherkommt. Zum Glück wurden die Animationen während der Gespräche auf Vordermann gebracht im Vergleich zur ersten Demo und so ist es das reinste Vergnügen bei den Interaktionen zuzuschauen. Während es bei vielen JRPGs gerade in den ersten Stunden auf Grund des Handlungsaufbaus und Tutorials oftmals zäh werden kann, legt Bravely Default II ein sehr angenehmes Tempo vor und findet immer die richtige Balance zwischen Story, Tutorials und Action. So lässt einen das Spiel zunächst eine Stadt und die engsten, darum liegenden Gegenden erkunden und vermittelt einem ein sehr authentisches Abenteuerfeeling. Vor allem, wenn man merkt, dass es gefährlich werden kann sich zu weit raus zu wagen. Und genau hier entfaltet das Spiel seine ganze Dominanz gegenüber den Handheldvorgängern. Wo es vorher nur darum ging von a nach b zu belangen, könnt ihr euch im aktuellen Ableger der Reihe frei bewegen und könnt auf der Map so allerlei entdecken. Interessant ist dabei, dass manche Gegenden erst durch bestimmte Sidequests interessant werden und sonst keine größere Rolle spielen. Dadurch entsteht oft das Gefühl tatsächlich einem großen Geheimnis auf der Spur zu sein. Aber dazu später mehr.

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