Das neue Jugendschutzgesetz

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Nach den zweifellos grauenvollen Geschehnissen von Erfurt (Thringen) berschlugen sich Politiker aller Fraktionen - mit ihrer Meinung nach - sinnvollen und wirksamen nderungsvorschlgen fr ein neues Bundesjugendschutzgesetz. Am 14. Juni diesen Jahres verabschiedete nun der Deutsche Bundestag dieses in vielen Belangen erneuerte Gesetz zum Schutze der Jugend, dem einige Tage darauf, am 21. Juni schlielich noch der Deutsche Bundesrat nahezu geschlossen zustimmte. Im Folgenden wollen wir Euch ber die Neuerungen aufklren, sowie auf die Konsequenzen fr Computer- und Videospieler eingehen.

Die erste nderung hat rein organisatorische Grnde: gab es bisher das Gesetz zum Schutze der Jugend in der ffentlichkeit" und das Gesetz ber die Verbreitung jugendgefhrdender Schriften und Medieninhalte", so werden diese zuknftig zu einem Gesetz zusammengefasst, was erstmals einen einheitlichen Rahmen zum Jugendschutz schafft und zu einer weitaus effektiveren Arbeitsweise fhrt (-> weniger Gesetze fhren zu weniger Brokratie, was schnellere Handlungsmglichkeiten ergibt).

Die zweite nderung betrifft eine altersverbindliche Kennzeichnung von Computer- und Videospielen (FSK-Freigabe!!) analog zu Video- und Kinofilmen, was zur Folge hat, dass Kindern und Jugendlichen ein Zugang zu jugendgefhrdender Spiele verwehrt bleibt.

Drittens kann die Bundesprfstelle fr jugendgefhrende Medien" (BPjM, vormals BPjS) nun auch ohne Antrag ttig werden, sprich Spiele und andere Medien, die in ihrem Kompetenzbereich liegen, auf den Index setzen. Dadurch sollen in Zukunft alle jugendgefhrenden Angebote erfasst werden, was beim bisherigen System nicht mglich war, da fr jedes gefhrdende Medium aufs Neue ein Antrag zur Indizierung eingereicht werden musste.

Zudem werden die Kompetenzen der BPjM auf alle Medien - auer den Rundfunk - ausgeweitet. Das Medium Rundfunk" bleibt dagegen nach wie vor Lnderangelegenheit.

Weiterhin wird im neuen Jugendschutzgesetz erstmals zwischen Trgermedien" (Bcher, CDs, Videokassettten, CD-ROMs, DVDs etc.) und Telemedien" (Online-Medien) unterschieden, was eine weitaus bessere Abgrenzung ermglicht. Frher wurde lediglich zwischen Schriften", Mediendienste" und Teledienste" abgegrenzt, was oftmals zu Komplikationen, was die Einteilung von gefhrdenden Programmen, fhrte.

Eine weitere Neuerung ist, dass fortan keine Indizierung zwangsweise mehr ntig ist, um Trgermedien mit Abgabe-, Verkaufs- oder Werbeverboten zu belegen. Durch diesen Beschluss kann der Staat (hier: Jugendschutzbehrden) schneller eingreifen, da nicht erst auf eine Indizierung seitens der BPjM gewartet werden muss, was - nach Meinung der Regierung und Opposition - in mehr Schutz" fr die Jugend mndet.

Die zwei letzten nderungen betreffen die Tabak- und Alkoholindustrie. So ist ab jetzt die Abgabe von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 16 verboten (bisher war es unter 16-jhrigen lediglich nicht erlaubt ffentlich Zigaretten etc. zu konsumieren). Dies soll durch das Umrsten aller Zigarettenautomaten bis zum 1. Januar 2007 erreicht und durchgesetzt werden. Zudem wird in Kinos von nun an keine Tabak- und Alkoholwerbung vor 22 Uhr zu sehen sein.

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Inhalt .u.A.: "Doch was bedeutet das neue Jugendschutzgesetz fr Computer- und Videospieler konkret?"