Spieletest: Warhammer 40,000: Rogue Trader NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
11. Dezember 2025

USK 16 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Atmosphärisches Meisterwerk
Enorme Entscheidungsfreiheit
Tiefgehendes Taktik-Gameplay
Gigantischer Umfang
Negativ:
Technische Mängel auf der Switch 2
Visuelle Einbußen
Problematische Lesbarkeit und UI
Bugs und Abstürze

Ein imperiales Epos zwischen göttlichem Anspruch und technischer Ketzerei

Vom PC auf den Hybrid-Thron: Kann das gewaltige Rollenspiel-Schwergewicht von Owlcat Games auf Nintendos neuer Hardware glänzen oder bricht der Maschinengeist unter der Last zusammen? Wir haben uns ins Koronus-Expansum gewagt.

Es gibt Spiele, die sind für den schnellen Snack zwischendurch gemacht. Ein paar Runden Mario Kart, ein kleiner Dungeon in Zelda. Und dann gibt es Spiele wie Warhammer 40.000: Rogue Trader. Es ist ein Monolith. Ein Spiel, das von euch verlangt, dicke Regelwerke zu studieren, politische Intrigen zu spinnen und taktische Schlachten zu schlagen, die gut und gerne eine halbe Stunde dauern können.

Als Owlcat Games ankündigte, dieses ursprünglich 2023 erschienene PC-Epos auf die Nintendo Switch 2 zu portieren, waren wir skeptisch, aber hoffnungsvoll. Schließlich verspricht die Switch 2 dank DLSS-Support und stärkerer CPU endlich PC-nahe Erlebnisse im Handheld-Format. Ob das geklappt hat? Nun, zündet eine Kerze für den Imperator an, denn die Antwort ist kompliziert.

Der Freihändler: Macht, Wahnsinn und Politik

Für diejenigen, die mit dem Warhammer 40.000-Universum (40k) nicht vertraut sind: Vergesst strahlende Helden. In der fernen Zukunft gibt es nur Krieg, religiösen Fanatismus und bürokratischen Albtraum. Ihr schlüpft in die Rolle eines Rogue Traders (Freihändlers). Das ist nicht irgendein Händler, sondern ein Individuum, das mit einem uralten Kaperbrief des Gott-Imperators ausgestattet ist. Ihr besitzt ein Raumschiff so groß wie eine Stadt, befehligt Tausende von Seelen und habt die Erlaubnis, die Grenzen des Imperiums zu erweitern - mit allen Mitteln.

Die Geschichte beginnt klassisch mit einem Erbschaftsdrama, entfaltet sich aber schnell zu einer der besten Storys, die das Genre in den letzten Jahren gesehen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen RPGs seid ihr hier kein Niemand, der sich hocharbeiten muss. Ihr startet mächtig. Wenn ihr einen Raum betretet, erzittern Gouverneure. Wenn ihr sprecht, schweigen Generäle. Owlcat Games fängt dieses Gefühl von aristokratischer Arroganz und immenser Verantwortung perfekt ein.

Die Begleiter, die ihr um euch schart, sind das Highlight: Von der fanatischen Sororitas-Schwester Argenta, die Probleme am liebsten mit ihrem Bolter löst, über den technologisch besessenen Tech-Priester Pasqal bis hin zur gefährlichen Navigatorin Cassia. Die Dialoge sind exzellent geschrieben, vertont (zumindest in Schlüsselszenen) und strotzen vor Lore. Aber Warnung: Ihr werdet lesen. Viel lesen. Rogue Trader ist ein interaktiver Roman mit taktischen Kämpfen.

Das System: Komplexität trifft Freiheit

Spielerisch orientiert sich der Titel an den Regelwerken die man auch von den Tabletops aus dem Warhammer 40.000-Universum kennt. Initiative, Bewegeungsphase, Aktion, nur ohne Würfel.

Das Charaktersystem ist dabei fast schon einschüchternd tief. Statt fester Klassen wählt ihr einen Archetypen (z.B. Offizier, Krieger, Operative) und spezialisiert diesen später weiter. Wollt ihr einen Scharfschützen, der die Schwachstellen der Gegner analysiert und dann mit einem Schuss massiven Schaden anrichtet? Oder lieber einen Offizier, der selbst kaum angreift, aber seinen Teamkameraden zusätzliche Züge schenkt?

Die Synergien sind gewaltig. In unserem Test haben wir eine Party gebaut, die fast nur darauf ausgelegt war, unserer Nahkämpferin so viele Extra-Züge wie möglich zu geben, damit sie wie ein Wirbelwind durch die Gegnerreihen pflügt. Wenn so ein Plan aufgeht, fühlt sich Rogue Trader grandios an. Wenn nicht, werdet ihr gnadenlos vernichtet, denn der Schwierigkeitsgrad ist, typisch für Owlcat, knackig.

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