Spieletest: Tony Hawk`s Pro Skater 1+2 NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
25. Juni 2021

USK 6 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-8

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
riesiger Umfang
zusätzliche Inhalte
zeitlose Spielmechanik
Negativ:
grafische Abstriche

Heutzutage dürfte Skateboarding oder Skaten so ziemlichem jedem ein Begriff. Nicht zuletzt, weil die Sportart nun auch den Sprung zur olympischen Disziplin geschafft hat. Aber auch abseits dieser Bühne gibt es riesige Events um den Sport, die Arenen füllen und Firmen, ob nun aus dem Sport heraus geboren oder anderweitig involviert, investieren viel Geld in große Shows und Marketing.
Doch das war nicht immer so. Lange Zeit galt der Sport rein als Freizeitbeschäftigung für Tagträumer, Randale und Taugenichtse. So blieb die Szene lange Jahre unter sich und abseits der großen Bühnen und Aufmerksamkeit.
Eine Person, die maßgeblich dazu beigetragen hat dies zu ändern, ist mit Sicherheit Tony Hawk. Als Ausnahmeathlet machte er sich in den 80ern einen Namen und viele Tricks, die heute normal sind, wurden von ihm ins Leben gerufen. Seine Mission als Botschafter des Skateboardens beschränkte sich allerdings nicht nur auf dessen Ausübung. Im späteren Verlauf seiner Karriere gründete er eigene Firmen und 1998 handelte er einen Deal mit Activision aus, dessen Ergebnis das 1999 veröffentlichte Tony Hawk`s Pro Skater (Als PAL Version Tony Hawk’s Skateboarding) war.
Das Spiel erwies sich sowohl für Hawk, Activision und den Sport als voller Erfolg und so erschienen über die Jahre insgesamt 18 Titel der Serie. Wobei die Qualität oftmals schwankte. Dennoch haben die Spiele gerade auch auf den Konsolen von Nintendo mittlerweile Tradition .
Dementsprechend groß war natürlich die Freude, dass das HD-Remake der ersten beiden Ableger der Serie den Sprung auf die Nintendo Switch geschafft haben. Wir haben uns für euch aufs Decks geschwungen, um zu schauen, ob die Portierung gelungen ist und ob das Spielkonzept auch heute noch aufgeht.

Let`s get started

Das grundlegende Konzept hinter den Tony Hawk Spielen ist im Prinzip genau das, was Skateboarden ausmacht. Skate, werde besser, hab Spaß, Fall hin, steh auf und noch mal von vorne.
Bevor ihr loslegt, müsst ihr euch entweder für einen Profi-Skater entscheiden oder selbst einen Charakter im Editor erstellen. Neben altbekannten Gesichtern der originalen Spiele wie Tony Hawk, Chad Muska, Eric Koston und Elissa Steamer haben die Entwickler auch Skater der aktuellen Generation eingebunden. So könnt ihr auch mit Shane O`Neill, Nyjah Huston, oder Leticia Bufoni antreten. Könnt ihr euch gar nicht entscheiden, gibt es auch noch ein Skelett, mit dem ihr Skaten könnt.
Jeder Skater verfügt über verschiedene Attribute, die Auswirkungen auf das Gameplay haben. Manche können höher springen, haben eine bessere Balance oder aber eine höhere Geschwindigkeit.
Zudem könnt ihr euren Skater mit Boards, Zubehör und Klamotten ausstatten. Manche gibt es von Anfang an, andere müsst ihr euch im Laufe des Spiel verdienen. Durch immens viele Lizenzen ist das Spiel in diesem Bereich superauthentisch.

Let`s shred

Fangen wir doch mit etwas an, dass Tony Hawk´s Pro Skater nicht hat und den Titel von vielen Sportspielen heutzutage (unserer Meinung nach positiv) abhebt: Keine aufgesetzte Story in denen sich das Spiel krampfhaft bemüht, euch auf euren Charakter einzuschwören, um eine mit seltsamen Dialogen gespickte Karriere zu spielen. Hier herrscht noch der angenehme Purismus der 90er.
Das Spielkonzept ist denkbar einfach. Erreicht Parkziele, um immer weitere Areale frei zu schalten. Einige Parkziele sind hierbei immer gleich geartet. Sammle die Buchstaben SKATE ein, finde das geheime Videotape oder knacke unterschiedlich hoch angesetzte Highscores. Andere Ziele beziehen sich auf besondere Tricks oder Hindernisse, die spezifisch für dieses Level sind.
Neben den normalen Arealen gibt es noch sogenannte Wettbewerbparks. Hier gilt es die Jury zu beeindrucken, um Medaillen zu gewinnen. Das klingt nun erst mal relativ fad und wenig abwechslungsreich.
Allerdings sorgt das Leveldesign und die Natur des Sports dafür, dass keineswegs ein repetitives Spielgefühl aufkommt. Klar, wer jede Highscore knacken will, der sollte die Parks, deren Geheimnisse und guten Sport kennen, um wirklich alles herauszuholen. Schließlich habt ihr für eure Runs immer nur zwei Minuten Zeit. Aber keine Sorge, ihr müsst nicht alle Ziele innerhalb eines Laufs erreichen. Ihr könnt sie ganz gemütlich nacheinander abarbeiten.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass es sich hierbei in keiner Weise um eine realistische Simulation handelt. Die Tricks, die ihr ausführen und kombinieren könnte, sind meist fern ab jeglicher reellen Möglichkeiten. Aber dadurch ergeben sich immens viele Optionen und man findet immer wieder Stellen, bei denen man sich denkt, dass sie in irgendeiner Form sicherlich kombinierbar wären.
Wem das immer noch genug ist, der kann im Modus Mach-Dir-Den-Park komplett in einem Leveleditor austoben und seine Kreationen auch mit anderen teilen.
Apropos teilen, solltet ihr Lust haben, mit anderen zu spielen, könnt ihr dies im Splitscreen, lokal kabellos oder natürlich online.

Einsteigerfreundlich

Videospiele sind in den letzten 20 Jahren mit Sicherheit einsteigerfreundlicher und im Allgemeinen etwas frustfreier geworden. Oder aber der Schwierigkeitsgrad kann so eingestellt werden, dass vom Anfänger bis zum Profi alle Anforderungen bedient werden. Bei einem Spiel wie Tony Hawk gestaltet sich dies etwas schwierig. Auch wenn man gerade zu Beginn auch mit reinem Button Mashing Tricks zaubern kann, verlangt das Spiel im weiteren Fortschritt schon eine gewisse Kenntnis der Steuerung und der Level ab. Zumindest wenn man speziellen Herausforderungen und Highscores knacken will.
Um aber auch Einsteiger nicht den Spaß gänzlich zu nehmen, haben sich die Entwickler hier etwas einfallen lassen. So könnt ihr optionale Hilfen einstellen, die euch immer perfekt balancieren lassen, euch immer eine volle Spezial-Anzeigen spendieren oder aber einfach verhindert, dass ihr überhaupt stürzt.

Technik

Optisch liefert das Remake natürlich einen Quantensprung zu den Originalen. Wie gewohnt muss man dennoch Abstriche im Vergleich zu den Versionen auf anderen Konsolen machen. Im großen und Ganzen wirkt das gesamte Spiel etwas verwaschen. Dies bereitet dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch. Laut The Verge läuft das Spiel mit soliden 30 FPS. Das ist auch weniger als auf anderen Systemen, aber dennoch durchaus füßig und gut spielbar. Die Ladezeiten sind annehmbar .
Der Soundtrack der Spiele ist und bleibt absolut hochklassig. Neben Klassikern des „Skatepunk“ gibt es natürlich auch fette Beats, die das Geschehen mit der entsprechend Atmosphäre unterlegen.
Die Steuerung geht gut von der Hand, auch wenn die Vielzahl von Tricks und Varianten schon eine gewisse Fingerakrobatik von euch abverlangen kann. Wem die Steuerung nicht zusagt, der kann sowohl auf die klassische Steuerung des ersten als auch des zweiten Teils umschalten.

Fazit

Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2 für die Nintendo Switch ist, wie so viele andere Portierungen, technisch hinter den Versionen für andere Systeme angesiedelt. Wer darüber hinweg sehen kann und etwas für Skaten übrig hat, der sollte hier unbedingt zugreifen. Die Fassung für die Switch bietet euch eine portable Version der beiden Klassiker in vollem Umfang. Und dieser ist immens. Neben der optischen Aufwertung wurden auch die Inhalte der heutigen Zeit angepasst und zum Beispiel aktuelle Skater und Boards hinzugefügt. Das Spielprinzip kommt ohne großes Beiwerk aus und erinnert an Arcade-Titel der alten Schule. Durch die optional aktivierbaren Hilfen ist das Spiel auch für Einsteiger geeignet.

Grafik
7
Sound
10
Multiplayer
8
Gesamt
8

verfasst von „David“

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Vielen Dank an die Firma Activision für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 14.Juli.2021 - 19:10 Uhr