Die junge Lara zeigt eindrucksvoll, was in ihr steckt! Das Abenteuer weiß zu fesseln und bietet spannende Unterhaltung, auch wenn die Technik nicht ganz mit den Erwartungen Schritt hält. Dennoch bleibt Tomb Raider – wie schon 2013 – ein solides Actionspiel, das auch im Jahr 2025 seinen Reiz nicht verloren hat. Gerade die Tatsache, dass man Laras Reise nun auch unterwegs auf der Hybrid Konsole erleben kann, macht die Neuauflage besonders attraktiv. Hinzu kommt die vollständige Unterstützung sämtlicher Steuerungsmethoden der Switch 2 – von Gyroskop über Touchscreen bis hin zur Maussteuerung – sowie ein moderater Preis, der den Einstieg erleichtert. All das sind überzeugende Gründe, diesem Klassiker in seiner Definitive Edition einen Blick zu gönnen.
Spieletest: Tomb Raider: Definitive Edition NSW
Weitere Infos
Releasedate:. 
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Sehr atmosphärisch
- Spannendes Gameplay
- Gute Vertonung
- Negativ:
- Viele Quicktime-Events
- Grafik-Schwächen
- Teils unübersichtlich
Lara Croft gehört zweifellos zu den großen Namen der Videospielgeschichte. Seit den 90ern hat sie sich als Ikone etabliert, deren Abenteuer längst über die Grenzen des Mediums hinaus bekannt sind. Während die klassischen Tomb Raider Titel inzwischen als Remaster erneut aufleben, hat die Nintendo Switch 2 nun das 2013er Reboot in Form der Tomb Raider Definitive Edition überraschend erhalten. Damit findet ein Spiel seinen Weg auf die Hybridkonsole, das seinerzeit den Grundstein für eine moderne Neuinterpretation der Figur legte.
Das Spielprinzip unterscheidet sich deutlich von den kantigen Ursprüngen der Serie und orientiert sich stärker an den cineastischen Action Abenteuern, die man etwa aus der Uncharted Reihe kennt. Gerade dieser Vergleich birgt eine gewisse Ironie, wenn man sich an die alten Memes erinnert, in denen Lara Croft, Nathan Drake und Indiana Jones humorvoll nebeneinander gestellt wurden. Kann Lara auch auf der Nintendo Switch 2 eine ebenso gute Figur machen wie damals auf den großen Konsolen?
Die Geschichte der Jungen Lara
Schon zu Beginn werdet ihr ohne große Umschweife mitten in die Handlung hineingezogen. Nach einer kurzen Einführung zeigt sich eine junge, noch unerfahrene Lara Croft, die gemeinsam mit einem Forscherteam auf der Suche nach archäologischen Entdeckungen ist – genauer gesagt nach dem Mythos der geheimnisvollen Sonnenkönigin. Doch bevor die Expedition überhaupt richtig Fahrt aufnehmen kann, sorgt ein dramatischer Schiffbruch für den ersten großen Wendepunkt. Das Unglück verschlägt euch auf die Insel Yamatai, die im berüchtigten Drachen-Dreieck liegt und von düsteren Legenden umrankt ist.

Kaum angekommen, wird klar, dass die Insel alles andere als ein sicherer Zufluchtsort ist. Eine fanatische Gruppierung, die keinerlei Respekt vor dem Leben anderer zeigt, macht Jagd auf Lara und ihr Team. Eure Aufgabe ist es nun, die verstreuten Mitglieder der Expedition wiederzufinden und einen Weg von der Insel zu erkämpfen. Dabei stoßt ihr nicht nur auf uralte Stätten, die eng mit dem Mythos der Sonnenkönigin verbunden sind, sondern auch auf übernatürlich anmutende Geheimnisse, die die Grenzen zwischen Legende und Realität verschwimmen lassen. So entfaltet sich eine Geschichte, die Lara Schritt für Schritt von einer unsicheren jungen Frau zu der entschlossenen Abenteurerin formt, die später zur Ikone der Videospielwelt werden sollte.

Zwischen Spiel und Film
Anders als in den Ursprüngen der Tomb Raider Serie setzt dieses Spiel stark auf eine filmreife Inszenierung. Filmsequenzen, die durch Quicktime Events eine gewisse Interaktivität erzeugen, sind keine Seltenheit und zeigen deutlich die Wurzeln des Jahres 2013. Man kann klar sagen, dass diese Mechaniken damals auf einem guten Niveau umgesetzt wurden – heute jedoch wirken sie etwas abgenutzt. Ob man die zusätzliche Interaktivität schätzt oder es als störend empfindet, wenn eine spannende Szene unterbrochen und wiederholt werden muss, weil man eine Taste zu spät drückt, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Zwischen diesen Sequenzen bewegt ihr euch frei durch eine atmosphärisch gestaltete Welt, die durchdacht aufgebaut ist und aus abgesteckten, miteinander verbundenen Arealen besteht. Dort erwarten euch Gegner in Form von wilden Tieren, bewaffneten Truppen und mysteriösen Kreaturen. Je nach Situation müsst ihr unauffällig vorbeischleichen, die Flucht ergreifen oder den direkten Kampf suchen. Eine Auswahl verschiedener Schusswaffen steht euch zur Verfügung, allen voran der Bogen, der euch erlaubt, Gegner still und leise auszuschalten. Auch im Nahkampf könnt ihr lautlos vorgehen, während andere Szenen wiederum nur mit reiner Feuerkraft zu bewältigen sind. Solltet Ihr einmal scheitern, könnt ihr direkt an dieser Stelle wieder ansetzen.
Abwechslung entsteht durch Rätsel, die euch nicht vor allzu große Herausforderungen stellen, sowie durch das Sammeln von Gegenständen, Ressourcen und Artefakten. Über ein Fortschrittssystem lassen sich sowohl Laras Fähigkeiten als auch ihre Ausrüstung weiterentwickeln. Besonders markant ist der Einsatz von Seilpfeilen, mit denen ihr Objekte bewegen oder improvisierte Seilbrücken erschaffen könnt. All dies wird an Lagerfeuern verwaltet, die zugleich als Checkpoints und Schnellreisepunkte dienen. Dazu gibt es auch die namensgebenden Gräber zu erkunden. Das gibt extra Erfahrungspunkte und erhöht die Spielzeit. Eine Fähigkeit namens Überlebensinstinkt lässt relevante Objekte und Ziele in der Welt hervorheben damit Ihr immer euren Weg findet.
Das Gesamtpaket ist solide umgesetzt, leidet jedoch etwas unter eingeschränkter Übersichtlichkeit und einer eher mäßigen Gegner KI. Dafür bietet die Switch Version eine seltene Besonderheit: die Unterstützung von Gyroskopsteuerung, Touchscreen und sogar Maussteuerung, was zusätzliche Flexibilität und Spielkomfort ermöglicht.

Von Schönheit und Klag
Die Spielwelt ist insgesamt stimmungsvoll gestaltet und erzeugt eine passende Atmosphäre, die den Spieler schnell in ihren Bann zieht. Manchmal fragt man sich jedoch, ob man sich nicht eher in einem Horror Titel wie Resident Evil befindet, wenn man plötzlich in einem Raum voller verstümmelter Leichen landet – ob solche Szenen in einem Tomb Raider wirklich nötig sind, bleibt Ansichtssache. Technisch läuft das Spiel flüssig und ohne nennenswerte Framedrops, allerdings wurden die grafischen Details im Vergleich zu den Originalversionen auf PlayStation und Xbox aus dem Jahr 2013 merklich reduziert. Mit einer besseren Optimierung auf der Switch 2 wäre dies vermutlich nicht erforderlich gewesen, sodass die Optik stellenweise nicht ganz das Niveau erreicht, das man erwarten würde.
Besonders auffällig sind kleinere Schwächen wie Laras Haare, die zwar animiert sind, aber kopfüber auf seltsame Weise nicht der Schwerkraft folgen, oder vollflächig schwarz hinterlegte Untertitel, die das Bild unnötig verdecken. Solche Momente wirken störend, treten jedoch nicht so häufig auf, dass sie das Gesamterlebnis stark beeinträchtigen.
Auf der akustischen Seite überzeugt das Spiel dagegen durchweg. Musik, Soundeffekte und Synchronisation bewegen sich auf hohem Niveau und tragen entscheidend zur Atmosphäre bei. Einziger Wermutstropfen: In unserem Test kam es zu einem Bug, bei dem ein bestimmter Soundeffekt in einer Szene endlos wiederholt wurde und sich erst nach Abschluss des Abschnitts beenden ließ – ein klarer Störfaktor in einer ansonsten sehr gelungenen Vertonung.
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Vielen Dank an die Firma Aspyr für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 29.November.2025 - 12:18 Uhr












