Spieletest: Ship of Fools NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
22. November 2022

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
großer Spaß für wenig Geld
tolles Artdesign
rasante Koop-Action
Negativ:
geringer Anreiz für Solo-Mission oder Zweitspieler
Anfangssequenz wird mit der Zeit nervig
sehr hoher Schwierigkeitsgrad für Einsteiger

Team 17, welches vor allem hoch qualitative Indies die letzten Jahre released hat, bringt einen weiteren Multiplayer-Kracher auf den Markt. Ship of Fools kombiniert dabei das beliebte Roguelike-Genre mit frischen Ideen und einem großartigen Artdesign. Wie sich der Titel schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

Ran an die Segel!

Bei Ship of Fools handelt es sich um ein kooperatives Abenteuer, welche bekannte Spielmechaniken aus dem Roguelike-Genre mit Adventure-Elementen kombiniert. Klassisch lauft ihr bzw. in diesem Fall segelt ihr los, sammelt Ressourcen und Ausrüstung und versucht bei jedem Durchgang so weit wie möglich zu kommen.

Die Schwierigkeitskurve in Ship of Fools ist dabei extrem hochgesetzt und selbst nach etlichen Stunden Spielzeit konnten wir kaum die erste Welt durchfahren bzw. den ersten Gegner besiegen. Doch mit jedem Durchgang erhöhen sich eure Werte/Items mit denen ihr Upgrades kaufen könnt. Danach heißt es weiterhin Trial & Error, doch selbst nach etlichen Versuchen wird es nie öde. Das Spiel schafft es die Motivationskurve richtig hochzuhalten. So will man einen Versuch nach dem anderen wagen, um weiterzukommen. Doch worum geht es eigentlich?

Nachdem ihr euren Charakter ausgewählt habt (zu Beginn sind zwei freigeschalten), erwacht ihr „zeldalike“ am Strand. Ihr erfahrt alsbald, dass ein gewaltiger Sturm heranzieht, der bis zum Rande mit Seeungeheuern vollgepackt ist. Ziel ist es mit eurem Boot loszusegeln, um die Quelle der Bedrohung zu finden und zu besiegen. Während eures Abenteuers trefft ihr viele skurrile sowie lustige Charaktere, die euch nach und nach mit Upgrades für euer Schiff und anderem brauchbaren Zeugs unterstützen.

Ship-Defense

Der Titel bietet einige Adventure-Elemente. Ihr könnt kleine Ländereien/Inseln erkunden, dabei Items für Upgrades oder Reparaturen eures Schiffes sammeln und mit NPCs quatschen.

Die meiste Zeit werdet ihr aber auf eurem Schiff verbringen. Wie bei vielen anderen Roguelite-Titeln könnt ihr den Kurs über die gefährliche See selbst bestimmen. In Form einer Karte, die in hexagonale Felder unterteilt ist, könnt ihr eure Reise planen. Ihr findet dort Geschäfte, kleine Minispiele, Planken – um euer Schiff zu reparieren, zufällige Ereignisse, aber auch eine Vielzahl an Gefahren. Je höher das Risiko, welches ihr eingeht, desto höher sind natürlich die Belohnungen. Wie in Roguelikes üblich, verliert ihr nach dem Ableben nicht alle erspielten Items, dennoch beginnt jede Runde erneut am Strand – wo ihr erwacht. Einzig diese Sequenz – und diese sieht man sehr häufig – wirkt etwas langezogen und mit der Zeit nervt es den Schriftzug vom Leuchturm zu sehen. Hier wäre wünschenswert gewesen, diesen Vorspann via Knopfdruck überspringen zu können. Ihr habt 3 Züge, bevor der Gegner seine Schritte wählt und Felder in die Dunkelheit stürzt. Erreicht ihr eines dieser dunklen Felder, so löst das den Bosskampf dieses Gebietes aus.

Das Gameplay erinnert sehr an Tower-Defence-Spiele, nur dieses Mal bemannt ihr ein kleines Schiffchen. Dort gibt es vier Stellplätze, auf denen ihr jederzeit eine der zwei Kanonen platzieren könnt. Das Spiel ist vor allem auf den Zweispieler-Koop ausgerichtet. Spielt ihr im Singleplayer, schießt eine Waffe automatisch, ihr müsst nur die nötigen Kugeln nachladen. Doch die Vorzüge und den größten Spaß genießt ihr sicher mit einem Freund oder einer Freundin.

Habt ihr ein Feld gewählt, kann es auch schon losgehen. Mehr oder weniger Monster werden entweder von Backbord oder Steuerbord versuchen euer Schiff zu zerstören. So müsst ihr euch zwischen oben und unten hin- und her bewegen, um die Kreaturen zu versenken. Ihr könnt dabei Nahkampf-Tacklings mit eurem Holzpaddel ausführen, sollte sich ein Seemonster auf euer Schiff verirrt haben, aber hauptsächlich werdet ihr den Viechern mit euren Kanonen so richtig einheizen. Dabei müsst ihr ständig den Ladestand eurer Kanonenkugeln im Auge behalten und könnt auch jederzeit die Waffe abnehmen um sie an anderer Stelle zu platzieren (was unbedingt erforderlich ist).

Je mehr Monster am Bildschirm auftauchen, desto hektischer und schwieriger wird es. Die Feinde versuchen mit allen Mitteln Löcher in euer Boot zu schlagen. Über den Zustand eures Gefährtes informieren euch Lebenspunkte am oberen Bildschirm. Habt ihr zufällig Reserveplanken dabei, lässt sich jederzeit euer Schiff reparieren, was aber im Eifer des Gefechtes nicht so einfach ist. Gerade zu Beginn werdet ihr über kaum solcher Holbretter verfügen. Wurdet ihr versenkt, werdet ihr, wie bereits erwähnt, an den Strand gespült und das Abenteuer beginnt von vorne.

Ziel ist natürlich, dass ihr euch so lange wie möglich über Wasser haltet. Verschiedenste Munitionsarten unterstützen euch dabei. Inmitten des Bootes gibt es Stellplätze für weitere Munitionsfässer (zb spezielle Munition für Kugelfische). Über Upgrades könnt ihr weitere Stellplätze hinzufügen, um noch mehr Fässer mitzunehmen. Items könnt ihr kaufen, findet ihr auf geheimen Inseln oder treiben durchs Wasser. Für Letzteres habt ihr im besten Fall Harpunen dabei, die ihr via ZR und Y abfeuern könnt um Gegenstände aus dem Wasser zu sehen. Mit diesen Haken solltet ihr aber sparsam umgehen, da ihr nicht unbegrenzt Munition habt. In den Shops kosten Items Sanddollars, die ihr für erledigte Felder bekommt oder auch aus dem Wasser fischen könnt.

Und obgleich es hektisch zugeht, ihr unzählige Male am Strand erwachen werdet, verhindert die Art von Gameplay und vor allem das wunderbare Artdesign, dass man frustriert den Controller beiseitelegt. Selbst wenn man vergisst Munition nachzuladen, in der Hektik die falschen Tastenkombinationen drückt oder unzählige Male am Endboss scheitert – es macht Spaß und man will mehr davon. Jedes Upgrade erfüllt einen mit Stolz und mit gehobener Brust will man es immer und immer wieder versuchen es dieses Mal den Fieslingen zu zeigen.

Spiel mit Freunden

Hier muss man an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass dieser Spielespaß vor allem im Koop gegeben ist – hier spielt der Titel auf alle Fälle seine große Stärke aus. Zwar scheint es, dass es im Solo-Modus eine Spur leichter von der Hand geht, weil die Feindesdichte nicht ganz so hoch bzw. sie nicht so aggressiv wirken, aber dennoch ist es sauschwer und mit Freunden macht es einfach mehr Spaß – sitzen doch alle im selben Boot.

Nach den vielen Lobeshymnen nun doch ein paar Sachen, die uns etwas sauer aufgestoßen sind. Ersteres ist, wie gesagt, die Eröffnungssequenz, wenn man an den Strand gespült wird, die man sich immer und immer wieder ansehen muss.

Das Spiel im Koop ist wahrlich das Herzstück des Spiels. Online könnt ihr aber nur mit Freunden aus eurer Freundesliste spielen. Eine zufällige weltweite Partnerauswahl gibt es leider nicht. Weiter kommt noch hinzu, dass es bis auf den Spaß kaum Anreize gibt im Multiplayer zu zocken. Vorteile hat auf alle Fälle nur der Host, denn alle freigespielten Charaktere, Händler oder andere Erweiterungen kann der Zweitspieler nicht auf seinen Spielstand mitnehmen. Einzig „Oktopunkte“ für diverse Upgrade-Einkäufe werden übertragen. Gerade bei den Charakteren ist es echt schade, denn jeder bringt seine speziellen Fähigkeiten mit ins Spiel.

Von der technischen Seite her gibt es nicht viel zu meckern. Die Ladezeiten sind zwar etwas lang, aber das Artdesign mag zu gefallen. Die Dialoge werden euch in Textboxen präsentiert und der hervorragende Soundtrack spielt auf alle Fälle seine Stärken aus.

Fazit

Ship of Fools besticht mit einem genialen Artdesign, sowie einem Gameplay mit Suchtpotential. Ob ihr den Titel mögt, hängt natürlich davon ab, ob ihr mit Roguelites oder Tower Defence-Spielen etwas anfangen könnt. Hektische Spielestunden und viele Tode sind euch auf alle Fälle garantiert – und noch dazu mit einer Extraportion Spaß garniert. Vor allem im Koop kann man gar nicht genug davon bekommen, den Seemonstern mit seinem Holzpaddel oder den Kanonen so richtig einzuheizen. Die liebenswerte Präsentation sowie die skurrilen Charaktere schreien nach mehr. Hier und da vielleicht noch ein paar kleine Anpassungen, aber ein Sprung an Bord lohnt sich auf alle Fälle.

Grafik
8
Sound
8
Multiplayer
8
Gesamt
7

verfasst von „Ulrich“

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Vielen Dank an die Firma Team17 für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 02.Dezember.2022 - 20:05 Uhr