Spieletest: SNK VS. CAPCOM: The Match of the Milennium NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
17. Februar 2021

USK 16 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Viel Content

Tolle Optik

Perfekte Spielbarkeit
Negativ:
Nur für Retrofans

Es ist eine endlose Debatte unter Freunden der Prügelspiele, welche Serie nun eigentlich die beste sein soll. Vor allem in der Zeit, bevor 3D Polygone die Spielhallen übernahmen, gab es eigentlich nur zwei große Publisher, die um den Titel des besten Fightinggames antraten: SNK und CAPCOM. Für Fans des Genres war es also ein Ereignis der Superlative, als man die beiden Welten zusammen in ein Spiel brachte. Und der exklusive Neo Geo Pocket Color Ableger gilt bis heute als einer der Top 5 Titel des Handhelds. Aber wie schlägt sich das Game heutzutage auf der Switch? Fällt es dem Zahn der Zeit zum Opfer oder wird dieser standesgemäß mit einem Hadouken ausgeschlagen? Erfahrt es im Test zu SNK VS CAPCOM: The Match of the Millenium.

Ein Remaster nach dem anderen

Dem treuen SNK und Neo Geo Fan treibt es die Freudentränen in die Augen, wenn er sich die stetig wachsende Zahl an Portierungen in der Nintendo Switch Bibliothek anschaut. Die Firma, die berühmt ist für ihre King of Fighters, Metal Slug, Fatal Fury und Samurai Showdon Reihen beglückt Besitzer der Nintendo Konsole immer wieder mit neuen Remastern alter Klassiker oder zumindest raren Sammlerperlen zum kleinen Preis. Aber auch wenn die Titel taschengeldfreundlich angeboten werden, bringt einen ihre schiere Menge an die Grenzen des Finanzierbaren - zumal einige von ihnen nicht wirklich gut gealtert sind. Das trifft vor allem auf einige Handheldversionen zu, sind diese doch meist nur abgespeckte Varianten ihrer großen Vorbilder. Zum Glück ist auf Nintendofans.de verlass, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

So viele Möglichkeiten

Man schaltet das Game an und bekommt ein ikonisches Spielelogo zu Gesicht und schon beginnt das von Super Street Fighter II inspirierte Intro, das durch viele Farben, toll gezeichnete Figuren, packende Musik und trashige Soundgeräusche besticht. Als Spieler merkt man sofort, dass man es hier mit einer anderen Liga zu tun hat, als beispielsweise bei Fatal Fury: First Contact. Man erahnt bereits zu Beginn ein Prügel-Schwergewicht, was einen für unzählige Stunden in seinen Bann ziehen könnte. Der Beat’m’Up Fan lässt sich aber von sowas nicht blenden und möchte das Spiel weiter unter die Lupe nehmen. Bevor man das üppige Hauptmenü betritt, kann man das Optionsmenü ansteuern, was vor allem dann interessant ist, wenn man am Schwierigkeitsgrad schrauben möchte. Auf Grund der vielen Abstufungen ist das Spiel wirklich für jeden durchspielbar und bietet den Profis trotzdem auch schweißtreibende Kampfduelle. Im Hauptmenü gibt es für einen Handheldprügler ungewöhnlich viele, gute Optionen. Neben dem Turniermodus mit Story und dem obligatorischen Versusmodus, gibt es einen Trainingsmodus, die Möglichkeit seinen Charakter zu individualisieren und Olympiaden. Letzteres sind kreative Minigames, die teilweise eure Reaktionen (Blade Skills), euer Geschick (Cat Walk) oder euer ganzes Können (Survival Modus) erfordern. Hier heißt es Höchstpunktzahlen zu erbringen, um so weitere Skills zu mastern und Charaktere freizuschalten. Es ist ein wirklich mannigfaltiges Angebot, was einem Abseits des Turniermodus‘ geboten wird. Dieser jedoch bildet erfahrungsgemäß das Herzstück eines jeden Kampfspiels und bei SNK VS. CAPCOM: The Match of the Millenium wird man nicht enttäuscht. Denn die Optionsvielfalt lässt auch hier nicht nach. Denn bevor man aus einem der zunächst 18, später 24, Charakteren auswählen darf, muss man sich für eine Kampfart entscheiden. Single (Eins gegen eins), Tag (2 gegen 2) oder Team (3 gegen 3). Und weil das an Individualisierung noch nicht zu reichen scheint, wählt man danach aus drei verschiedenen Powerattacken, die entweder mehr am CAPCOM, SNK oder einem neuen Style orientiert sind. Und nun beginnt der Kampf.

Erstaunlich solider Prügelspaß

Direkt ab dem ersten Moment scheint hier einiges richtig gemacht worden zu sein. Altbekannte Melodien tönen ambitioniert aus den Lautsprechern und bringen den originalen Neo Geo Pocket Sound aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt. Für heutige Spieler mag das nach kopfschmerzerzeugenden Klingeltönen ihrer Großeltern klingen, wer aber mit Retrospielen nur im Entferntesten etwas anfangen kann, wird sich von der treibenden Musik zu Höchstleistungen pushen lassen. Die Soundeffekte sind definitiv trashig, man könnte sagen aus der Zeit gefallen, und überzeugen nur hartgesottene Genrefans. Bei der Optik hingegen bleibt nichts zu meckern (im Rahmen der damaligen Möglichkeiten natürlich). Die Spieler sind detailliert dargestellt und die Hintergründe zählen zu dem Besten, was man auf dem Neo Geo Pocket Color je gesehen hat – teilweise mit aufwendigen Animationen. Besonders interessant sind dabei die CAPCOM Figuren. Denn die Charaktere sind im typischen SNK Look gehalten und so hat man seine Helden noch nie gesehen – eine Kuriosität. Beim Gameplay ist man einen interessanten Mittelweg gegangen. Die Tastenkombinationen für die Specialmoves sind ihren ursprünglichen Vorbildern entnommen, wurden aber der kleinen Konsole, mit ihren wenigen Tasten angepasst. Mit B wird getreten, mit A geschlagen. Hält man die Taste jedoch länger, setzt man die stärkere Variante des Kommandos ein. Das wirkt sich auch auf die Spezialattacken aus. Und die sehen wirklich gut aus. Wenn eine Attacke den Gegner so richtig, mit mehreren Treffern, erwischt, dann spürt man eine Genugtuung sondergleichen, denn jeder Hit wird mit ordentlich Wumms grafisch und mit Soundeffekten verstärkt. Vor allem wenn sich die Powerleiste ordentlich gefüllt hat, kann man recht fulminante Schlaggewitter auf den Gegner abfeuern, die ihn gut und gerne ¾ seines Energiebalkens kosten können. Kurzgesagt: Nach einigen Minuten vergisst man völlig die altbackene Grafik, oder auch den Neo Geo Handheld, der um unser kleines Bildschirmviereck herum animiert ist. Die Kämpfe halten einen durch ihr hohes Tempo immer bei der Stange. Es gibt auch eine Storykomponente, die aber über das übliche Beat’m’Up Gewäsch nicht hinausgeht, und dennoch zu motivieren weiß. Je nachdem welche Seite man wählt, gibt es eine leicht veränderte Story und auch jeder Kämpfer hat seinen eigenen Rivalen, dem er im vierten Level begegnet.

Was ist neu?

Wie in den anderen Neo Geo Pocket Ports findet das ganze Spiel in einem virtuell dargestellten Handheld statt. Das Design kann man frei wählen. Auch die Größe des Spielbildschirmes kann vergrößert werden. Man kann auch während des Spiels zurückspulen, aber diese Option macht ein Fighting Game mehr oder weniger sinnlos. Wenn man es aber auf „brutal“ durchspielen möchte, kann diese Option sicherlich nicht schaden. Die größte und schönste Neuerung ist der Multiplayer. Man kann ganz klassisch am großen Bildschirm gegeneinander antreten, aber richtig lustig wird es erst im Handheld Modus. Beide Spieler schnappen sich jeweils ein Ende der Konsole, so dass beide jeweils einen angeschlossenen Joycon in der Hand und somit die Konsole in der Luft halten. Jeder guckt auf seinen eigenen kleinen Bildschirm und haut drauf, was das Zeug hält. Ob da vor Wut nicht die Konsole durch die Luft fliegt, bleibt sicherlich eine Frage der eigenen Beherrschung.

Erklärung

Wie immer bei einem solchen Retro Titel gilt die Wertung nur für Spieler, die mit der hoffnungslos veralteten Optik und mittlerweile längst überholten Spielmechanik etwas anfangen können. Alle anderen werden eh auf den ersten Blick abgeschreckt. Im speziellen Fall von SNK VS CAPCOM könnte sich ein genaueres Hinsehen aber dennoch lohnen, denn das Spiel ist damals wie heute ein verdammt unterhaltsamer Prügelspaß für Zwischendurch, der Enthusiasten gut und gerne für ein paar Wochen fesseln kann.

Fazit

SNK VS CAPCOM: The Match of the Millenium gilt zurecht als eins der besten Spiele für den Neo Geo Pocket Color. Auch wenn das Spiel nach heutigen Maßstäben hoffnungslos veraltet wirkt, so wird es zu überzeugen wissen, wenn man sich darauf einlässt. Für Beat’m’Up Fans der alten Schule ist es aber definitiv ein Pflichttitel.

Grafik
9
Sound
8
Multiplayer
8
Gesamt
8

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma SNK für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 24.Februar.2021 - 19:53 Uhr