Spieletest: Rebel Galaxy Outlaw NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
22. September 2020

USK 16 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
turbulente Weltraumschlachten
Klasse Soundtrack
Dichte Atmosphäre
Negativ:
Grinden notwendig
Charakteranimationen
Besseres Tutorial wäre super

Rebel Galaxy Outlaw

Ferne Galaxien, wilder Westen mit noch wilderen Weltraumschlachten und ein satter Soundtrack zwischen Rock und Country. Rebel Galaxy Outlaw bietet dem Spieler viele gute Argumente. Optisch wie auch spielerisch verspricht Double Damage Games Fans von intergalaktischen Abenteuern, im Geiste von Star Wars und Wing Commander, kurzweiligen Spielspaß, der die Vorteile der Switch ideal nutzt. Ob das Vorhaben gelungen ist oder nicht, lest ihr im folgenden Test.

Auf eigene Faust

Das Spiel erzählt anfangs mit wenigen, aber eindrucksvollen Bildern die Geschichte von Juno Markev, einer Weltraumpilotin, die es in sich zu haben scheint. Kein 0815 Videospiel-Püppchen, sondern eine Frau mit Charakter. Nachdem ihr Mann ermordet wurde, schwört sie Rache, aber auf der Suche nach dem Killer geht einiges schief und so strandet unsere Protagonistin in der Texas Galaxie, wo sie durch gute Beziehungen an ein neues Schiff kommt. Dieses als desolat zu bezeichnen, wäre noch zu viel des Lobes. Also ist es die Aufgabe des Spielers, sich von einem Auftrag zum nächsten zu arbeiten, um so die nötigen Credits für neue Teile, Waffen und Schiffe zu verdienen. Und das ist gar nicht so einfach wie es zunächst klingen mag. Obwohl man zu Spielbeginn den Schwierigkeitsgrad frei wählen darf, geht es im weiten All recht turbulent zu. Wer hier nicht die Übersicht behält, ist schneller Kanonenfutter als er Uranus sagen kann. Um das zu verhindern, wird dem Spieler ein solides Radarsystem, sowie eine Ziel- und Verfolgungshilfe zur Seite gestellt. Es gibt zudem ein Tutorial. Dieses muss aber aus dem Startbildschirm separat angewählt werden. Ohne diese Unterstützung ist man aber aufgeschmissen.

Hat man sich ein mal richtig reingefuchst macht das Ganze aber mächtig Spaß. Es ist schon sehr befriedigend, wenn der Zielsucher sein nächstes Opfer findet, die Rakete abgefeuert und der Gegner in einen riesigen, rauchenden Feuerball verwandelt wird. Dennoch passiert es immer wieder, dass man plötzlich einen Verfolger im Nacken sitzen hat und kein Ausweichmanöver so richtig helfen mag, das zu ändern. Hier benötigt der Spieler viel Geduld und Ausdauer. Denn gespeichert wird erst beim sicheren Erreichen eines Raumhafens. Explodiert man vorher, ist nicht nur das Schiff, sondern auch jeglicher ungespeicherter Content dahin.

Immer mehr, immer weiter

Da einem vor allem in den ersten Stunden immer wieder Gegner begegnen werden, die unbezwingbar scheinen, ist es unabdingbar sein Schiff aufzurüsten. Die nötigen finanziellen Mittel dafür zu besorgen, ist der zentrale Bestandteil dieses Spiels. Wer nicht aufpasst, wird frustriert sein, für seine Reparaturen ähnlich viel auszugeben, wie die letzte Mission gerade einmal eingebracht hat. Kommt man allerdings aus der Werft mit neuen Lasern, Raketen, Antrieben oder Schutzschilden, macht es umso mehr Spaß mit voller Wucht zurückzuschlagen. Bis es wieder so weit ist und man nicht mehr weiterkommt. Dann geht der Spaß von vorne los. Man erwischt sich immer wieder beim Erledigen derselben lukrativen Missionen, nur um sich endlich das Teil leisten zu können, was einem das Weiterkommen ermöglicht. Zwar kann man mit Waren handeln, am Automaten spielen oder Bergbau betreiben, das bringt aber finanziell gesehen nicht unbedingt das Plus ein, das man für einen neuen Sprungantrieb braucht. Was aber wirklich gut funktioniert ist, dass man immer wieder am Weiterkommen gehindert wird, weil einem ein bestimmtes Teil am Raumschiff fehlt. Anfangs ist man nur in einer Galaxie unterwegs, was sehr gut dabei hilft sich in die Wild-West-Weltraum Umgebung einzufinden. Kann man später zwischen Galaxien umherspringen, eröffnen sich einem neue Wege, Missionen, Gegner und Storyabschnitte. Letztere bringen allerdings kaum bis gar keine Credits und verkommen deshalb zu obligatorischen Zwangsmissionen, während die Motivation in den gut bezahlten Nebenmissionen steckt. Je mehr man sich leisten kann, umso mehr taktisches Geschick erfordert das Spiel. Bestimmte Laser kosten dich Energie, während andere Geschosse eine hohe Nachladezeit haben. Im Kampf könnt ihr entscheiden, ob die volle Energie in die Verteidigung oder den Angriff gepumpt werden soll. Hieraus ergeben sich kleine taktische Raffinessen.

Atmosphäre und Weltall

Was physikalisch nicht so gut zusammen passt, ist in diesem Spiel das allerstärkste Argument. Die Atmosphäre des Spiels ist dermaßen dicht und authentisch, dass man glauben mag, genauso ginge es dort oben zu. Durch die heruntergekommene Wild West Optik entsteht ein wunderschöner 80’s Mix aus Star Wars, Blade Runner und Wing Commander. Die Raumhäfen sind vor allem äußerlich herrlich gestaltet und zeigen viel Kreativität des Zwei-Mann-Studios Double Damage Games. Die Gestalten, denen wir begegnen, bedienen das ganze Spektrum von liebenswürdig, über gerissen bis abgrundtief böse und sind natürlich nicht nur Menschen, sondern Außerirdische jeglicher Art. Der Soundtrack ist hierbei das I-Tüpfelchen auf dem ohnehin stark aufspielenden Weltraumabenteuer. Aus dem Radio scheppern dem Spieler wilde Rockriffs, kneipengeschwängerte Countryhymnen, Heavymetal-Solos und herrlich ironische Radiomoderatoren entgegen. Passend dazu wird hier kein Redneck-Klischee ausgelassen, weder in Optik, Story noch Sound. Optisch muss man das Spiel mit zweierlei Maß bemessen. Während der Schlachten wird dem Spieler einiges geboten. Von den Lichteffekten, über die Explosionen, bis zu den sehr unterschiedlich und toll designten Schiffen, die uns auf unseren Reisen begegnen. Die Transporter bewegen sich behäbig und massiv, während die kleinen Gleiter geschwind, wendig und Feuerstark daherkommen. Bei den Charakteranimationen sieht es aber schon ganz anders aus. Die Figuren scheinen nicht ganz aus der aktuellen Konsolengeneration zu stammen. Sie haben nur wenig Mimik und Bewegungsrepertoir. Richtig kritisch wird es dann bei der Schriftgröße. In der Kommunikation mit anderen Figuren wird sehr viel gesprochen und das führt zu viel Text. Der ist aber dermaßen klein, dass man selbst im Handheld Modus die Augen zusammenkneifen muss. In den Zwischensequenzen ist das nur halb so schlimm. In den turbulenten Kämpfen ist es aber nahezu unmöglich, dem Gesagten zu folgen.  

Fazit

Das Spiel startet stark und überzeugt mit einer sehr dichten Wild-West-Weltraum Atmosphäre. Nach einiger Zeit wiederholt sich vieles und man grindet sich von Schlacht zu Schlacht. Diese sind aber so rasant und machen dermaßen viel Spaß, dass man immer wieder eine Runde Zwischendurch absolvieren möchte.

Grafik
7
Sound
9
Gesamt
8

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma Double Damage Games f?r die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 07.Oktober.2020 - 20:21 Uhr