Realm of Ink ist ein Spiel mit riesigem Potenzial. Das chinesisch inspirierte Setting, die hübschen Charakterdesigns und die bewährte Roguelite-Struktur schaffen eine durchaus interessante Grundlage. Wer Hades mochte, wird viele bekannte Elemente wiedererkennen und sich schnell zurechtfinden. Gleichzeitig wird aber ebenso deutlich, warum das Vorbild weiterhin zur Genre-Spitze gehört. Realm of Ink fehlt es an erzählerischer Tiefe, spielerischer Feinabstimmung, abwechslungsreichem Leveldesign und vor allem an technischer Qualität. Performance-Probleme, Interface-Fehler, Übersetzungsmängel und Balancing-Schwächen verhindern, dass die guten Ideen ihr volles Potenzial entfalten können.
Spieletest: Realm of Ink NSW
Weitere Infos
Releasedate:26. Mai 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Attraktiver Tuschemalerei-Stil
- Motivierendes Roguelite-Fortschrittssystem
- Differenziertes Itemmanagement
- Vielfältige Builds möglich
- Negativ:
- Deutliche Performance-Probleme
- Unausgewogenes Balancing
- Schwankende Präsentation
- Mäßig abwechslungsreiches Leveldesign
Wiederholung statt Entdeckung
Ein weiterer Schwachpunkt zeigt sich beim Leveldesign. Zwar durchquert ihr unterschiedliche Regionen, die eigentlichen Räume wiederholen sich jedoch häufig und bieten nicht, wie bei Hades und anderen Roguelikes, Abzweigoptionen. Die Gestaltung bleibt meist funktional und wirkt oft erstaunlich rudimentär. Einzelne hübsche Dekorationselemente wie Vasen oder kleinere Tempel sorgen zwar für etwas Atmosphäre, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Areale eine Nuance zu wenig Charakter besitzen. Dafür gelungen sind die Sprites und Animationen in den Kämpfen, die sich zu wahren Effektfeuern entwickeln können.
Dadurch fehlt ein wichtiger Bestandteil guter Roguelites: die Freude am Entdecken neuer, überraschender Situationen. Viele Räume wirken austauschbar und verlieren, bei mehrfachen Runs, schnell ihren Reiz.
Technischer (Ein-) Schnitt
Die größten Probleme liegen jedoch im technischen Bereich. Während unseres Tests litt Realm of Ink nahezu permanent unter Performance-Schwankungen. Mikro-Ruckler treten regelmäßig auf und verstärken sich deutlich, sobald zahlreiche Gegner und Effekte gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen.
Gerade in einem Action-Roguelite, das schnelle Reaktionen und präzise Ausweichmanöver verlangt, wirken solche Probleme besonders störend. Hinzu kommen auffällig lange oder fehlerhafte Ladeprozesse. Zwischensequenzen in Form von Standbildern erscheinen häufig unscharf, verwaschen und werden sichtbar verzögert geladen. Wenn dies vor jedem Start eines Runs, vor einem Boss oder dem Übergang zu einem neuen Bereich erfolgt, wird das Spielgefühl letztlich konsequent gehemmt.
Auch die Benutzeroberfläche hinterlässt keinen ausgereiften Eindruck. Immer wieder werden Texte von anderen Elementen überlagert, Menüpunkte abgeschnitten oder Schaltflächen fehlerhaft dargestellt. Zusätzlich fanden sich Übersetzungsprobleme, fehlerhafte Textzeichen sowie vereinzelt sogar chinesische Schriftzeichen innerhalb deutscher Texte. Für ein veröffentlichtes Spiel sind solche Mängel nur schwer zu entschuldigen.
Schöne Ideen, mäßiger Klang
Akustisch setzt Realm of Ink auf fernöstliche Klänge und traditionelle Instrumente, die das Setting grundsätzlich passend unterstützen und tonal Freude machen. Die musikalische Untermalung trägt stellenweise zur Atmosphäre bei und unterstreicht die chinesische Identität des Spiels. Erwähnenswert ist auch, dass ihr einen Bereich freischaltet, in dem ihr euch Sequenzen und Musikstücke erneut zu Gemüte führen dürft.
Leider wird auch dieser positive Eindruck von technischen und qualitativen Schwächen begleitet. Die Synchronisation schwankt deutlich in ihrer Qualität. Einige Sprecher liefern solide Leistungen ab, andere bleiben überraschend blass. Hinzu kommen Lautstärkeprobleme, unausgewogene Soundeffekte und Dialoge, die teilweise asynchron, ohne Synchronisierung oder fehlerhaft dargestellt werden. Dadurch entsteht ein Soundbild, das zwar seine Momente hat, insgesamt aber nur Durchschnitt erreicht.
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Vielen Dank an die Firma 4Divinity für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 10.Juni.2026 - 17:52 Uhr












