Spieletest: Denshattack! NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
15. Juli 2026

USK 12 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Einzigartiger Stil
Verrückte Spielidee
Kreative Strecken
Cooles Tricksystem
Einsteigerfreundlich
Negativ:
Nicht für jeden Geschmack
keine Online-Ranglisten Story nur Mittel zum Zweck

Manche Spiele lassen sich mit einem Satz erklären oder man wirft einen Blick drau und weiß, was auf einen zukommt. Denshattack! gehört definitiv nicht dazu. Eigentlich klingt und sieht es auf den ersten Blick etwas absurd aus: Statt auf einem Skateboard oder BMX rast ihr mit einem Zugwaggon über stillgelegte Gleise, springt über Hindernisse und baut dabei einen Trick nach dem anderen ein, um eine möglichst hohe Punktezahl zu ergattern. Doch genau diese „Absurdität“ macht den Reiz des Spiels aus und wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Eine Mischung aus Tony Hawk und Jet Set Radio

Schon die ersten Minuten lassen einen erahnen, von welchen Games die Entwickler inspiriert wurden. So erinnert das Spiel optisch und atmosphärisch an Klassiker wie Jet Set Radion, während das Trick- und Aufgabensystem parallelen zu Tony Hawk’s Pro Skater aufweist. Dennoch wirkt Denshattack! nicht wie eine bloße Kopie. Und vor allem der größte Unterschied: Zugwaggon statt Skateboard oder Rad funktioniert erstaunlich gut.

Die Handlung ist dabei eher nur Mittel zum Zweck und dient vor allem als Rahmen für die actionreichen Strecken. Dabei nimmt sie sich angenehm wenig ernst und punktet mit bewusst überdrehtem Humor. In einer futuristischen Version Japans beginnt die Geschichte mit einer jungen Ramen-Lieferantin, deren Talent für spektakuläre Fahrmanöver entdeckt wird. Statt nun weiter Essen auszuliefern, nimmt sie an einem ungewöhnlichen Turnier teil. Hier treten die besten Denshattacker gegeneinander an. Euch erwarten dabei 60 Strecken, verteilt auf über 8 Regionen und 46 Präfekturen

Arcade-Action

Spielerisch setzt Denshattack! auf schnelle Arcade-Action. Euer Zug bewegt sich automatisch auf den Schienen und eure Aufgabe ist es, im richtigen Moment via korrektem Tastendruck in Kurven zu driften (sonst entgleist ihr), mit L geschickte Spurwechsel auszuführen, vor Hindernissen zu Bremsen oder ihnen durch Sprünge und Trickkombinationen auszuweichen. Immer wieder verzweigen sich die Gleise und schnelle Entscheidungen sind gefragt. Springt ihr daneben und verpasst ihr die Schienen, so werdet ihr zum letzten Kontrollpunkt zurückgesetzt (die fair gesetzt sind).

Die Tracks sind gut durchdacht und Ereignisse entlang der Strecke sorgen für die nötige Abwechslung. Plötzlicher versperren Erdrutsche oder eingebrochene Häuser den Weg, Vulkane brechen aus oder die Route führt über völlig absurde Konstruktionen und Turbofelder. Wer auf Realismus setzt, der ist hier vollkommen falsch. Die Entwickler setzen klar auf Überraschungen und Übertreibungen, die immer wieder ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern.

Es ist möglich mit ZR zu springen und in der Luft könnt ihr zahlreiche Tricks ausführen. Die Eingaben erfolgen über verschiedene Richtungsbewegungen des R-Sticks. Dadurch entsteht ein überraschend tiefes Kombosystem, welches leicht zu erlernen ist, aber vor allem für Highscore-Jager viel Spielraum bietet.

Die Map ist Menü zugleich. Dort könnt ihr im Tricksikon die Tastenbelegungen aller Basic bis Extrem schweren Moves einsehen oder die Tutorials nochmals wiederholen. In der Werkstatt ist es möglich euren Zug individuell anzupassen. Ihr dürft euch jetzt keinen spannenden Editor erwarten, aber zumindest ist es möglich die Farbe, das Muster und mit Stickern die Graffitis auf dem Gefährt zu verändern. Es macht schon Bock, sich hier etwas auszutoben. Während ihr auf der Map von Welt zu Welt cruised gibt es dazwischen immer wieder Stationen, die als eine Art Shop dienen. Hier könnt ihr gegen gesammelte Sprühdosen beispielsweise neue Sticker erwerben. Im Laufe der Kampagne schaltet ihr auch über 30 Zugmodelle frei.

Die Ingame-Währung erhaltet ihr durch Aufgaben, die ebenfalls an Tony-Hawk-Zeiten erinnern. Je nachdem wie viele Punkte ihr erreicht schaltet ihr verschiedene Ränge frei. Ihr müsst Aufträge, sogenannte Mutproben, beenden, um Sprühdosen zu erhalten. Beispiele wären im gesamten Parcour keinen Unfall zu bauen, Holzbrücken zu zerstören, drei Tricks hintereinander auszuführen usw. Ebenfalls gibt es in jeder Welt sammelbare Items ähnlich dem Skateboard-Pendant.

Die Bosskämpfe gehören ohne Zweifel zu den größten Highlights von Denshattack! und treiben die ohnehin schon verrückte Spielidee regelmäßig auf die Spitze. Jeder Gegner wartet mit einer völlig eigenen Inszenierung auf und überrascht mit spektakulären Mehrphasen-Duellen, bei denen die Eskalation von Runde zu Runde zunimmt. Statt einfacher Rennen erwarten euch gigantische Maschinen, absurde Konstruktionen und Szenarien, die bewusst jede Form von Realismus über Bord werfen.

Auch die Strecken selbst sorgen immer wieder für staunende Momente. Mal rast ihr auf einem riesigen Riesenrad durch die Landschaft, ein anderes Mal geht es kopfüber durch röhrenartige Tunnel oder über vereiste Flussläufe. Dabei erweitert das Spiel sein Tricksystem ständig um neue Situationen: Landungen auf Vorder- oder Hinterrädern fließen ebenso in die Kombos ein wie geschickte Manöver zwischen mehreren Gleisen. Sogar die Hupe wird gelegentlich zum Werkzeug, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder um Fledermäuse zu erschrecken.

Während manche meinen, die Steuerung sei hier und da etwas unpräzise, reagierte sie bei uns wie am Schnürchen. Im Gegenteil, ein Klick zu viel wurde oft mit einem Crash mit dem Zug bestraft. Mehrmals drückten wir die Sprungtaste zu viel oder machten einen Trick über die Gleise. Alles lief flüssig und ohne Probleme. Aber genau jene Momente, wo die Wege gelernt werden wollen, machen den Reiz des Spiels aus. Auch, wenn man Welten nochmals durchfahren muss, um vergessene oder nicht erreichte Items zu schnappen. Man kann das Game sicherlich schnell durchrasen, aber Komplettierer werden auf alle Fälle länger ihre Freude haben.

Zugfahrt mit Ambiente

Die größte Stärke von Denshattack! ist die Präsentation. Kräftige Farben, Cel-Shading, Graffiti-Optik und ein auffälliges Menüdesign verleihen dem Spiel eine starke Identität. Die japanischen Schriftzüge, Durchsagen und Dekorationen tragen zusätzlich zur Immersion und Authentizität bei.

Die Musik passt perfekt dazu und kombiniert moderne Beats mit funkigen und jazzigen Einflüssen. Zusammen entsteht ein Stil, der irgendwie an die Arcade-Spieler der späten 90er erinnert und gute Laune verbreitet. Der Titel wurde in englischer Sprache synchronisiert und es gibt deutsche Untertitel.

Auf der Nintendo Switch 2 profitiert Denshattack! vor allem von seiner klaren, kontrastreichen Optik und flüssigen 60fps. Die Optik passt perfekt zur Hardware und die visuellen Effekte können ihre Wirkung entfalten. Um die rasante Zug Action zu gewährleisten, haben die Entwickler bewusst die ältere Switch (1) außen vorgelassen.

Fazit

Denshattack! hat das Potential ein Kultspiel zu werden. Der Titel gehört sicherlich zu den ungewöhnlichsten Arcade-Games der letzten Jahre. Die Mischung aus Trick-Gameplay, wilder Zugrennen und überdrehter Anime-Sequenzen klingt auf dem Papier wie ein Fiebertraum, funktioniert aber in der Praxis erstaunlich gut. Der einzigartige Stil hebt sich dabei von der Masse ab. Wer Freude an schnellen Score-Attacken in einer kreativen Spielewelt hat, der ist hier genau richtig. Euch erwartet eine Portion japanischer Spiele-Wahnsinn!

Grafik
9
Sound
8.5
Gesamt
8.5

verfasst von „Ulrich“

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Vielen Dank an die Firma Fireshine Games für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 15.Juli.2026 - 17:12 Uhr