Spieletest: No Place for Bravery NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
22. September 2022

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Handgemachte Pixelgrafik auf hohem Niveau
Großartiger, einzigartiger Soundtrack
Simples und anspruchsvolles Kampfsystem
Negativ:
Framerate Einbrüche
Nichts für zartbesaitete
Viel Backtravelling

Wie sähe God of War aus, wenn es im Zeitalter von 16Bit Pixeln entstanden wäre? Sicherlich genauso wie No Place for Bravery. Ein Soulslike in liebevoller Pixel-Handarbeit, einem genialen Soundtrack, einem morbiden Fantasy-Setting und jeder Menge Blut. Kann da irgendetwas schief gehen? Nicht viel, aber lest selbst im Nintendofans.de Test!

Schwere Kost

Der Krieger Thorne führt ein Leben in Trauer. Vor Jahren konnte er seinem Feind nicht trotzen und verlor an diesen seine Tochter. Zusammen mit seiner Frau und seinem Stiefsohn lebt er nun in der Einöde und hat sich seinem Schicksal ergeben. Bis eines Tages seine Chance auf Rache näher rückt. Den gesamten Prolog erfährt der Spieler live, also In-Game, so dass Thornes Geschichte durchaus ans Herz gehen kann, wobei die rohe Gewalt und die Unwirklichkeit der Welt eine raue Melancholie erzeugt. Der Streifzug des suchenden Vaters hat fast eine nihilistische Note, denn er schlachtet sich, zusammen mit seinem Stiefsohn stumpf durch die Horden an Gegnern. Selbst auf der Couch, den Controller in der Hand, wird einem klar, dass es sein muss, auch wenn es den eigenen Tod bedeuten könnte. Der grandiose Soundtrack, irgendwo zwischen Gladiator und Grabesgesang, sticht dabei besonders hervor und lässt einen staunen, was im Indiebereich alles möglich zu sein scheint. Die Optik scheint im allerersten Moment abgedroschen, schon bei Celeste, Horace oder Narita Boy gesehen, aber je weiter man kommt umso häufiger steht einem erstaunt der Mund offen, wenn Hinter- und Vordergründe zusammenspielen und den Pixel-Look geschickt auszunutzen wissen. Die 2D-Topdown Ansicht ermöglicht stets einen guten Überblick zu behalten und erinnert nicht von ungefähr an Vorbilder wie Diablo. Im TV, wie auch Handheldmodus macht das Spiel eine gute Figur, wenn auch hier und da Framerateeinbrüche zu beobachten sind – in intensiven Handgemengen kann das stören.

Finish him!

Thorne wird geplagt von seiner Vergangenheit und seine Entscheidungen beeinflussen den weiteren Spielverlauf. Auch das Schicksal seines Stiefsohnes hängt davon ab wie er, bzw. der Spieler, auf Situationen und Herausforderungen reagiert. Vor allem von letzteren gibt es unendlich viele in No Place for Bravery, beginnend mit den Kämpfen. Je nach Schwierigkeitsgrad können diese ganz schön fordernd sein, auch wenn es eins der einsteigerfreundlicheren Soulslikespiele sein dürfte. Eine Taste für Combo-Schläge, eine weitere zum Parieren und eine fürs zur Seite dashen. Die Ausdaueranzeige bringt eine taktische Komponente ins Spiel und möchte im Auge behalten werden. Wer einfach nur drauf kloppt, wird sehr schnell das Zeitliche segnen, wenn er nicht schnell einen der Respawn-Checkpoints erreicht. Ein interessantes Feature ist die enorme Brutalität des Spiels. Das Pixelblut spritzt, dass sich ein SNES-Mortal Kombat fast spießig, konservativ anfühlt und dass jeder Gegnertyp seine eigene Todesanimation besitzt, passt da gut ins Bild. Wer bestimmte Gegenstände findet, kann im Folgenden eine individuelle Fähigkeit weiterentwickeln, vorausgesetzt er hat das nötige Gold. Wer Kämpfen aber nicht aus dem Weg geht, sollte hier kein Problem haben. Unangenehm dagegen ist, dass es einiges an Backtravelling erfordert, wenn man alle Fähigkeiten freischalten möchte. Generell scheint es eine Methode der Macher zu sein das Spiel zu verlängern, indem man immer wieder vor und zurück muss. Manche Wege lassen sich nur dank Hammer oder Armbrust beschreiten und so gilt es an entsprechende Orte zurückzukehren. Dies fühlt sich aber nicht halb so flüssig implementiert wie in klassischen Metroidvanias wie beispielsweise zuletzt in Metroid Dread.

Fazit

No Place for Bravery erzeugt einen unheimlichen Sog. Die düstere Stimmung und das unweigerliche Voranschreiten des gnadenlosen, aber von eigenen Dämonen gepeinigten Thornes lässt niemanden kalt. Die 2D Topdown-Soulslike-Action, mit wunderschönen, morbiden Backdrops, der handgemachten Pixel-Optik und der eiskalten Brutalität erzeugen ein verdammt starkes und je nach Schwierigkeitsgrad auch bockschweres Gesamtpaket. Die Framerateeinbrüche, wie auch das dauernde Backtravelling sind die zwei Schwächen des Spiels. Der heftige Soundtrack dagegen ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und lädt allein schon zum Spielen ein. Die sparschweinfreundlichen 20€ sollten für jeden Actiongamefan zudem ein starkes Pro-Argument darstellen. Viel falsch machen, kann man bei diesem Game sicherlich nicht.

Grafik
8.5
Sound
10
Gesamt
8.5

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma Ysbryd Games für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 28.September.2022 - 17:34 Uhr