Spieletest: Mina the Hollower - Nintendo Switch 2 Edition NSW2
Weitere Infos
Releasedate:29. Mai 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Fantastische Spielwelt voller Geheimnisse
- Außergewöhnlicher Wiederspielwert
- Umfangreiche Build- und Modifikator-Systeme
- Exzellente 8-Bit Präsentation
- Negativ:
- Reduziertes Hinweis- und Kartensystem kann Einsteiger überfordern
- Ohne Modifikatoren stellen manche Passagen eine deutliche Herausforderung dar
- Gelegentlich intensives Backtracking erforderlich
Es gibt etliche Spiele, die punktuell nostalgische Erinnerungen wecken. Und dann gibt es Spiele, die sich anfühlen, als hätte man ein verloren geglaubtes Meisterwerk aus den 90ern ausgegraben. Eines, das damals technisch wohl kaum auf diese Weise möglich gewesen wäre. Genau dieses Kunststück gelingt Yacht Club Games mit Mina the Hollower. Wir haben das Spiel in der Nintendo Switch 2 Edition ausgiebig getestet und verraten euch, warum das Spiel eine absolute Empfehlung ist!
Goldene Gameboy-Ära trifft auf modernes Gamedesign
Nach dem weltweiten Erfolg der Shovel-Knight-Reihe beweist das prämierte Indie-Studio erneut sein außergewöhnliches Gespür für klassisches Retro-Gamedesign. Das Ergebnis ist ein düsteres, viktorianisch angehauchtes Action-Adventure, das seine Inspirationen aus den großen Zelda-Klassikern, Game-Boy-Abenteuern und Metroidvania-Elementen zieht und daraus etwas Eigenständiges erschafft.
Als Mina, eine berühmte Forscherin und Höhlerin, verschlägt es euch auf eine verfluchte Insel, die von Dunkelheit, Wahnsinn und monströsen Kreaturen heimgesucht wird. All dies geschieht, weil Mina vor Jahren gemeinsam mit Baron Lionel mit der Spark-Energie für eine technologische Revolution auf der abgelegenen Tenebrous Isle gesorgt hat, nun jedoch das Unheil seinen Lauf nimmt. Nach jahrelangem Aufschwung der Insel sind die gewaltigen Generatoren plötzlich ausfallen und die Region wird von Monstern, Chaos und Verzweiflung heimgesucht, denn sogar Bewohner sind mutiert.
Nach einem Schiffbruch erreicht ihr – natürlich nach Kampf mit einem Riesenkraken - die Insel und macht euch daran, die Ursache der Katastrophe aufzudecken. Dabei reist ihr durch Sümpfe, Krypten, Feuerareale, Küstengebiete und andere gefährliche Regionen und Dungeons müsst mit Mina die zerstörten Generatoren wieder instand setzen. Dabei begegnet ihr zahlreichen skurrilen Verbündeten, aber auch etlichen Kreaturen und mächtigen Bossen, die es in sich haben und euch nicht selten kalt erwischen werden!
Eine Insel voller Entdeckungen
Von Anfang an beeindruckt die Spielwelt durch ihre Atmosphäre. Die verschiedenen Inselregionen unterscheiden sich deutlich voneinander und bieten stetig neue visuelle sowie spielerische Reize, vor allem aber viel Raum zum Entdecken. Verfallene Dörfer, unheimliche Sümpfe, verwinkelte Ruinen oder geheimnisvolle Bereiche sorgen dafür, dass die Entdeckungsreise niemals eintönig wird.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Freiheit, die Yacht Club Games seinen Spielern gewährt. Mina the Hollower vertraut darauf, dass man selbst aufmerksam spielt. Das Karten- und Hinweissystem fällt nämlich bewusst reduziert aus und lässt sich erst im Spielverlauf aktivieren. Wer lediglich Wegmarkierungen folgen möchte, wird hier nicht gut vorankommen. Wer allerdings gerne selbst Rätsel löst, Hinweise kombiniert und versteckte Wege entdeckt, erlebt hier eine wahre Offenbarung.

Trotzdem ist Mina the Hollower alles andere als ein leichtes Spiel. Gerade zu Beginn sind wir bereits in den ersten Dungeons hängen geblieben, etliche Male in erbarmungslose Abgründe gestürzt oder haben uns von Fledermaus-Monstern eins auswischen lassen. Doch mit der Spielzeit entwickelt sich nicht nur euer Verständnis für willkommene Belohnungen und geeignete Ausrüstungsteile, sondern eben auch für erforderliches Risiko.
Das Backtracking gehört dabei bewusst zum Spielkonzept. Immer wieder führen neue Fähigkeiten oder Erkenntnisse zurück in bereits bekannte Gebiete. Anders als bei vielen modernen Titeln fühlt sich dieses Zurückkehren jedoch selten wie künstliche Spielzeitverlängerung an. Stattdessen warten oftmals Geheimgänge, Schatztruhen, neue NPCs oder wertvolle Ausrüstungsgegenstände, sogenannte Schmuckstücke, auf aufmerksame Entdecker. Beispielsweise dürft ihr mit dem explosiven Upgrade eurer Morgenstern-Waffe einzelne Blöcke zerstören, um Wege und Höhlen freizulegen. Da nicht selten Geheimnisse mit Verstand und spielerischem Geschick gefunden und aufgedeckt werden müssen, fühlen sich die meisten Entdeckungen bedeutungsvoll und befriedigend an. Die Welt steckt voller sinnvoll platzierter Belohnungen und verzichtet erfreulicherweise nahezu vollständig auf belanglose Sammelaufgaben oder künstliche Beschäftigungstherapie.









