Spieletest: Mega Man Star Force Legacy Collection NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
27. März 2026

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Alle 7 Spiele in einem fairen Komplettpaket
Sinnvolle Quality-of-Life-Features (High-Res-Filter, Galerie)
Stark erweitertes Brother-System (bis zu 100)
Online-Multiplayer
Negativ:
Fühlt sich spielerisch an wie "mehr vom Alten"
Die Kämpfe sind sehr repetitiv
Das Pacing der Geschichte und der Quests ist teils recht zäh

Nachdem die Battle Network Legacy Collection 2023 ein Erfolg war, schiebt Capcom nun den spirituellen Nintendo-DS-Nachfolger hinterher. Für knapp 39,99 Euro bekommen Fans hier das All-in-One-Paket geschnürt. Enthalten sind alle sieben Editionen der Trilogie: Von Pegasus, Leo & Dragon (Teil 1) über Zerker × Ninja & Zerker × Saurian (Teil 2) bis hin zu Black Ace & Red Joker (Teil 3). Ein ordentliches Paket - doch kann das Gameplay heute noch überzeugen?

Visualizer und EM-Wellen

Wir schreiben das Jahr 220X. Die Welt wird durch ein gigantisches Netzwerk aus unsichtbaren elektromagnetischen Wellen (die "EM-Wave World") verbunden. Für das menschliche Auge ist diese Wave World unsichtbar - es sei denn, man trägt einen Visualizer. Genau so einen besitzt unser 11-jähriger Protagonist Geo Stelar. Nach dem Verlust seines Vaters trifft er auf das Alien Omega-Xis. Wenn die beiden miteinander verschmelzen, werden sie zu Mega Man und können direkt in die EM-Wellen eintauchen. Die Story fängt den 2000er-Anime-Charme gut ein, zieht sich in ihrer Erzählweise aber oftmals in die Länge.

Die Trilogie im Überblick: Eine fortlaufende Geschichte

Wer die Reihe noch gar nicht kennt, darf sich auf eine zusammenhängende Handlung freuen, die Geos Entwicklung über mehrere Jahre begleitet. Hier ist ein kurzer, spoilerfreier Ausblick auf die drei Hauptspiele:

Star Force 1: Der verschlossene Geo trauert um seinen im All verschollenen Vater. Als das flüchtige Alien Omega-Xis auf der Erde bruchlandet, müssen sich die beiden zusammentun, um eine bevorstehende Invasion der feindlichen FM-ianer abzuwehren. Gleichzeitig muss Geo lernen, sich seinen Mitmenschen wieder zu öffnen.

Star Force 2: Einige Zeit später taucht eine neue Bedrohung aus der Vergangenheit auf: Das sagenumwobene, untergegangene EM-Wellen-Reich "Mu". Eine mysteriöse Gruppierung sucht nach uralten Artefakten (OOPArts), um diese zerstörerische Zivilisation wiederzuerwecken. Geo muss sie stoppen und trifft dabei auf den gnadenlosen Rivalen Solo.

Star Force 3: Das EM-Netzwerk wird von einem neuen Phänomen namens "Noise" (Rauschen) geplagt. Die finstere Organisation "Dealer" nutzt dieses Chaos aus, um den gigantischen, aus purer Energie bestehenden Kometen "Meteor G" auf die Erde stürzen zu lassen. Geo muss die Kontrolle über das Rauschen meistern, um die absolute Katastrophe abzuwenden.

Erkundung: Bekannte Pfade, zähes Pacing

Wir bewegen uns durch eine isometrische 2D-Welt. An bestimmten Stellen finden wir "Wave-Change-Punkte", an denen wir uns in die EM-Wave-World einloggen, um über unsichtbare Wellenwege zu laufen und Viren zu bekämpfen. Spätestens hier fällt Veteranen auf: Mega Man Star Force unterscheidet sich spielerisch nur in minimalen Punkten von der Vorgänger-Reihe Mega Man Battle Network. Man absolviert sehr ähnliche Fetch-Quests, läuft viele Wege doppelt und dreifach ab und das allgemeine Pacing des Spiels fühlt sich leider recht zäh an.

Während das Erkunden in 2D abläuft, wechseln die Zufallskämpfe in eine 3D-Ansicht. Wir blicken Mega Man nun direkt über die Schulter und blicken auf ein 3x5 Raster, auf dem sich unsere Feinde tummeln.

Hier zeigt sich das größte spielerische Problem, das Star Force von Battle Network abhebt – und das leider nicht im positiven Sinne: Wir haben nicht mehr unser eigenes 3x3-Feld zur freien Verfügung, sondern können uns ausschließlich nach links und rechts bewegen.

Zwar nutzen wir nun "Battle Cards" statt "Battle Chips" für unsere Angriffe, doch das Prinzip bleibt dasselbe: Aus einem riesigen Pool an sammelbaren Karten baut ihr euch im Vorfeld ein eigenes Deck (den sogenannten "Folder") zusammen. Zu Beginn jeder kurzen Kampfrunde bekommt ihr eine zufällige Hand aus diesem Deck präsentiert. Eure Aufgabe ist es dann, taktisch auszuwählen, welche Schwerter, Kanonen, Schilde oder Heilzauber ihr in der anschließenden Echtzeit-Action-Phase auf die Viren abfeuern wollt. Der strategische Clou dabei: Zieht ihr mehrere identische Karten (oder Karten, die in derselben Spalte liegen), dürft ihr diese miteinander kombinieren und in einem einzigen, verheerenden Zug direkt hintereinander einsetzen.

Der Rückschritt in der eigenen Bewegungsfreiheit sorgt jedoch leider dafür, dass die Kämpfe an sich sehr repetitiv ausfallen. Zwar macht das Sammeln der Karten und das Austüfteln von Kombos im Deck anfangs wirklich Spaß, doch die eigentlichen Gefechte auf dem Raster nutzen sich über die Dauer von sieben Editionen ab.

Star Force-Transformationen & das Brother-Band

Ein wenig dringend nötige Abwechslung bringen die Star Force-Transformationen. Je nachdem, welche Edition ihr zockt, kann Mega Man die Kraft von orbitalen Satelliten (Leo, Dragon und Pegasus) anzapfen und seine Form (und sein Element) wechseln.

Zudem gibt es das Brother-Band-System, in dem ihr euch mit Verbündeten vernetzt, um eure Werte zu boosten. Das Geniale an der Legacy Collection: Konnte man auf dem DS früher nur 6 Freunde verlinken, dürft ihr euch im neuen Online-Modus nun mit bis zu 100 Brothers verbinden!

Technik & Neue Features: Sinnvolle Upgrades

Die eigentliche Legacy Collection als Rahmenwerk ist Capcom hingegen absolut gelungen. Es handelt sich um ein sehr schönes Remake der alten Spiele mit sinnvollen Neuerungen:

Die Dual-Screen-Lösung: Der sekundäre DS-Screen erscheint als kleines Fenster in der oberen linken Ecke und lässt sich per Tastendruck jederzeit aufrufen.

High-Res-Filter: Optional zuschaltbar, um die ehemals klobigen Pixel angenehm zu glätten.

Online-Multiplayer: Neben dem Tauschen von Karten gibt es nun dedizierte Casual Matches und Ranked Matches (leider ohne Cross-Play).

Interaktives Menü & Museum: Ein tolles Hauptmenü mit 3D-Modellen, einer gigantischen Art-Gallery und einem Music Player runden das Paket ab.

Award-System: Auch durch das Erfüllen spezieller Aufgaben lassen sich über die 3 Spiele und Editionen Hinweg Awards freischalten. Eine gute Motivation um alles aus der Collection herauszukitzeln!

Fazit

Die Mega Man Star Force Legacy Collection ist eine Sammlung, die ihre Wurzeln würdigt. Sie ist handwerklich gut gemacht und wertet die DS-Klassiker mit durchdachten Quality-of-Life-Features (wie dem 100-Spieler-Brother-Band und der Dual-Screen-Lösung) enorm auf. Dennoch ändert der schöne Anstrich nichts am Kern des Spiels: Star Force ist extrem nah an Battle Network gebaut und hebt sich spielerisch kaum ab. Wer die Vorgänger gespielt hat, bekommt hier "mehr vom Bekannten". Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit in den Kämpfen und das teils sehr zähe Pacing stellen sich zudem schnell Ermüdungserscheinungen ein. Ein solides Paket für Fans, wer jedoch auf frischen Wind hofft, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.

Grafik
7
Sound
7
Gesamt
6.5

verfasst von „Philipp“

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Vielen Dank an die Firma CAPCOM für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 25.März.2026 - 16:45 Uhr