Spieletest: KINGDOM HEARTS Melody of Memory NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
13. November 2020

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Nostalgie pur

Großartige Musik

Anspruchsvolles Gameplay
Negativ:
Optisch nur Mittelklasse

Lasche Bossfights

Es fehlt an spielerischer Tiefe

Trotz Vollpreis

Nur Hits – trotzdem eintönig.

Nach der anfänglichen Euphorie und Verträumtheit fallen einem zunehmend Unzulänglichkeiten auf. Da wäre zum einen die grafische Aufmachung. Die Level geben zwar einzelne Abschnitte der bekannten Welten wieder, aber derart detailarm, dass man sich hin und wieder fragt, ob man eine Zeitreise zum Kingdom Hearts der Playstation 2 gemacht hat. Auf der anderen Seite könnte man entgegenhalten, dass es bei der vielen Action auf dem Notensystem keine weiteren Zerstreuungen bräuchte, aber man wird das Gefühl nicht los, dass es einen guten Mittelweg hätte geben können. Zudem ermüdet sich das Spielprinzip mit der Zeit. Da optische Schauwerte fehlen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich auf das Einhämmern der Tastenkombinationen zu konzentrieren. Da fehlt dann auf Dauer die Abwechslung, vor allem weil besondere Momente in den Auseinandersetzungen fehlen. Wo sind die überragenden Zaubersequenzen aus Teil 3? Wo sind die unfassbar actionreichen Quicktime-Events aus Teil 2? All das hätte man einfach einbauen können, um das fordernde Gameplay ein wenig aufzulockern. Zumal die rar gesäten RPG Elemente keine echte Auswirkung auf das Spiel zu haben scheinen. Angriff, Abwehr und Zauber leveln automatisch, steigen also mit zunehmender Levelzahl. Man merkt die Unterschiede aber nicht, da es bei den Kämpfen nicht auf Stärke, sondern Rhythmusgefühl ankommt – höchsten die steigende Abwehr kann ein vorzeitiges Ableben hinauszögern. Ebenso fehlen die altbekannten Ausrüstungen zum Aufwerten der Charaktere. Diverse Schlüsselschwerter ? Fehlanzeige. Besonders ärgerlich ist es, dass die wechselnden Wegbegleiter, wie Hercules, Mulan oder das Biest nur optische Gimmicks sind. Sie verändern das Spielerleben kein bisschen. Und das obwohl die Interaktion mit diesen Figuren sonst zu den Kernstücken der Spiele zählte. Selbst die vier verschiedenen Teams, die man im Laufe des Spiels freischaltet haben lediglich andere Attacken, bieten aber spielerisch keine Unterschiede. Bei all diesen Kritikpunkten wirkt das ansonsten wirklich charmante Game seltsam unausgereift.

Alles hat seinen Preis

Kingdom Hearts: Melody of Memory ist an sich ein sehr spaßiges Spiel. Für den Fan ist es immer wieder eine Reise in die eigene Vergangenheit und weckt wunderbare Erinnerungen. Wäre nicht der unfassbar große Content und die wunderschönen Zwischensequenzen, könnte man es aber stellenweise, zumindest vom Gameplay her, für eines der besseren Mobile-Games halten. Und das ist nicht negativ gemeint. Gerade auf der portablen Switch ist so ein Kingdom Hearts zum Mitnehmen und für Zwischendurch eine geniale Idee. Man braucht nicht viel Zeit um immer wieder ein bisschen weiter zu kommen. Schaut man sich aber den Preis des Spiels an, schlägt sich das auf die Bewertung nieder. Bei einem Vollpreisspiel kann man definitiv mehr Tiefe und Abwechslung erwarten. Wahre Fans kommen um den Kauf eh nicht rum, aber allen anderen sei die frei erhältliche Demo empfohlen, um zu schauen, wie man mit dem Gameplay zurechtkommt.

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Fazit

Kingdom Hearts: Melody of Memory überzeugt mit viel Nostalgie, Melancholie und einem unverkennbaren Soundtrack. Nach einem starken Start kann sich jedoch Ernüchterung einstellen, da es an spielerischer Tiefe fehlt. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt ein anspruchsvolles Rhythmusspiel, dass sich erzählerisch über die großartigen Kompositionen durch die gesamte Kingdom Hearts Reihe musiziert.

Grafik
7
Sound
10
Gesamt
7

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 19.November.2020 - 19:15 Uhr