Spieletest: Fire: Unghs Quest NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
12. Mai 2021

USK 0. unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-Modus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Interessante Grundidee

Schöne Comicgrafik
Negativ:
Keine Story

Keine Hinweise auf Lösungen

Womit verbindet man ein ordentliches Point’n’Click Adventure? Knifflige und nicht selten absurde Rätsel, mit einer tollen Comicgrafik und ausgefeilten, vor Ironie und Humor strotzenden Dialogen, welche die vielseitigen Stories vorantreiben. Und gerade auf letzteres verzichtet „Fire: Ungh’s Quest“ fast vollständig. Ein Daedalic Adventure gänzlich ohne Bildschirmtexte – geht das? Das klärt der Test.

Sowas hat’s noch nicht gegeben

Da wagen die Deponia-Erfinder ein interessantes Experiment. Wo einem andere Adventures ausufernde Intro-Sequenzen in Kino- oder zumindest TV-Qualität präsentieren, startet „Fire“ ganz pragmatisch. Der Menübildschirm ist gleichzeitig auch schon das erste Bild des Spiels und so hat man das Gefühl direkt mitten drin zu sein. Es bleibt auch keine Zeit zu verschnaufen, denn die wahrlich dünne Story ist in ein paar wenigen Bildern schnell erzählt. Unser Steinzeitsympath Ungh löscht die Flamme seines Neandertalerstammes, wird verbannt und macht sich auf die Suche nach einer Möglichkeit das Feuer wieder zu entfachen. Auf besonders wendungsreiche Twists braucht man hier erst gar nicht hoffen, denn das Spiel macht von Anfang klar: die Rätsel stehen im Vordergrund und die Geschichte ist nur das lose Band was diese zusammenhält. Und wer jetzt denkt, dass Rätsel ohne Texterklärung nicht möglich seien, der fehlt weit. Man tastet sich - im Switch Mode sogar im wahrsten Sinne des Wortes - durch die einzelnen Screens und probiert alle Gegenstände und Umgebungen aus. Mit dem Druck einer Taste kann man sich auch alles anklickbare anzeigen lassen, so dass man nicht Gefahr läuft etwas Wichtiges zu übersehen. Die textlosen Rätsel bergen, wie man sich denken kann, aber eine große Schwäche. Der oft dadaistische Humor von (Daedalic)Adventures ist zwar vorhanden, wird aber von keinerlei NPC-Hinweisen oder ähnlichem begleitet, sodass man sich beim Spielen schon das ein oder andere Mal fragt, was genau eigentlich gerade von einem verlangt wird.

Gewohnt schön

Die Grafik ist, wie man es bei dieser Schmiede nicht anders erwartet, wunderschön. Die Zeichnungen würde man am liebsten in einem Fernsehcartoon sehen und der Humor reiht sich da perfekt unter. Das Spiel dreht inhaltlich und rätseltechnisch immer weiter ab und ist dabei gar nicht so platt wie man anfangs vermutet hätte. Dabei ist die akustische Unterstützung einer wahrer Ohrenschmaus und hält einen auch bei kniffligeren Rätseln (von denen es nicht allzu viele gibt) bei der Stange. Technisch gibt es hier also keinerlei Mängel, auch wenn auf der anderen Seite keine optischen oder akustischen Weltwunder zu erwarten sind. Die Steuerung ist vor allem im portablen Modus sehr interessant. Denn da steuert man nicht mit dem Steuerkreuz oder Analogstick, sondern per Touchscreen und die Figur bewegt sich nur, wenn man was interessantes anklickt oder den Bildschirm wechseln möchte. Ansonsten bleiben einem nur die Joycons, denn der Procontroller wird nicht unterstützt. Der wäre bei den wenigen Steuerungsoptionen eh massiv überdimensioniert.

Innovativ aber sinnlos?

Insgesamt kann man das Experiment ein Point’n’Click Adventure ohne Texte zu produzieren als sehr gelungen betrachten. Es könnte zwar alles ein wenig spannender und inhaltlich etwas ergiebiger sein, aber dass die Idee so gut funktioniert, hätte man anfangs nicht gedacht. Daedalic muss sich aber die Frage gefallen lassen, ob es so ein Experiment überhaupt gebraucht hat. Denn wenn man an Klassiker wie Monkey Island, Baphomets Fluch oder die Discworld Spiele zurückdenkt, sind es doch vor allem die verrückten Texte und damit verbundenen Storywendungen, die uns diese unvergessenen Momente beschert und die Lachmuskeln zu den Ohren gedrückt haben. Ja, es geht anscheinend auch anders, wenn man aber die Wahl hat, zieht wahrscheinlich jeder die Textvariante vor. Zumal sie meist mit einer fantastischen Synchronisation einhergeht. Kinder, die der Sprache nicht mächtig sind, könnten mit „Fire“ abgeholt werden, aber da könnten die Rätsel wiederum zu knifflig sein.

Fazit

Ein Adventure ohne Texte und fast ohne Story. Eine interessante Idee, die mit knapp 14 Euro auch nicht zu teuer ausfällt, aber dennoch nur die Genre-Veteranen zum Kauf verlocken wird.

Grafik
8
Sound
8
Gesamt
6

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma Daedalic für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 27.Mai.2021 - 20:16 Uhr