Spieletest: Eiyuden Chronicle Rising NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
10. Mai 2022

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Crowdfunding kann eine grandiose Sache sein. Durch diese Art der Finanzierung werden kleinen Publishern mutige, innovative und risikoreiche Projekte ermöglicht und so manch einer verloren geglaubten Serie neues Leben eingehaucht. Die Suikoden Rollenspiele aus der Playstation One Ära genießen absoluten Kultstatus und so war die Freude groß, als Eiyuden Chronicle Hundred Heroes die Finanzierungsmarke geknackt hat – immerhin soll es sich hier um eine Art inoffiziellen Suikoden-Neustart handeln. Damit die Spender aber nicht zu lange warten müssen, veröffentlicht 505 Games mit Eiyuden Chronicle Rising einen Appetithappen fürs schmale Portemonnaie, der in der gleichen Welt angesiedelt ist wie Hundred Heroes. Ob die extravagante Mischung aus Action-RPG, Aufbausimulation und Metroidvania wirklich funktioniert zeigt unser Nintendo Switch Test auf Nintendofans.de!

Ein schöner Aufschlag

Wie aus der Einleitung hervorgeht wird hier eine eigenständige Spielwelt erschaffen, die mit mehreren Ablegern den Spieler zum Eintauchen einladen soll. Dazu gehört natürlich ein roter Faden, der sich trotz eventueller Unterschiede der einzelnen Einträge durch die gesamte Reihe zieht. Betrachtet man das vorliegende Rising mit dem, was man von Hundred Heroes bereits zu sehen bekommt, scheint es vor allem die malerische Optik und die perfekte und auf realistische Proportionen setzende Anime-Charakterzeichnung zu sein auf die man sich konzentrieren möchte. Untermalt wird das Ganze von fantastischen jRPG Klängen, wie aus den alten Tagen. In Eiyuden Chronicle Rising wird auf dies alles ein hervorragender Vorgeschmack gegeben. Die Szenerien sind derart schön gezeichnet, dass man sich teilweise gar nicht weiterbewegen möchte. Die Figuren gehen den Weg konsequent weiter und werden auch nach Beendigung des Spiels bleibende Erinnerungen hinterlassen, ähnlich wie die herrlichen Melodien, welche das Spiel enorm aufwerten. Einzig die unnötigen Grafikfehler trüben den optischen Gesamteindruck, sind aber bei der 15€ Preisklasse vielleicht zu verschmerzen.

Die Charaktere

Die Suikoden Spiele zeichneten sich vor allem durch die schier unendliche Zahl an auffindbaren Partymitgliedern und die mannigfachen Kombinationen selbiger aus. An dieser Front scheint Eiyuden Chronicle Rising zu enttäuschen, aber weit gefehlt. Zwar haben wir es mit nur drei festen Hauptcharakteren zu tun, dies führt aber dazu, dass man tiefer in deren Geschichte einsteigen kann. Zum Einen gibt es da die Schatzjägerin CJ, die mit einer eher bescheidenen Grundquest daherkommt, wie das in japanischen Rollenspielen oft Tradition ist. Sie möchte einen riesigen Schatz finden, um der Tradition ihrer Familie treu zu bleiben. Wie man sich aber leicht denken kann, bleibt es dabei nicht und es entfaltet sich eine spannende Story rund um Schatzsuchen, verloren gegangene Familienmitglieder und die damit üblicherweise verstrickten Machenschaften des Bösen. CJ, das schlagfertige Känguru, sowie die Bürgermeisterin Isha sind eine sehr interessante Truppe und ihr Schicksal ist das, was den Spieler schlussendlich bei der Stange hält, denn die Quests selber sind es leider nicht.

Monotonie trotz Abwechslung

Dafür, dass das Spiel mit einem eher geringen Budget auskommen muss, ist die Grundidee ganz schön umfangreich. Die 2,5D Welt erinnert an jRPGS der alten Tage. Die actionlastigen Kämpfe funktionieren ähnlich wie in den ersten Tales Of Teilen und wie früher kommt das Aufleveln ganz automatisch, ohne individuelle Tuningmöglichkeiten aus. Im Kampf hat jeder der drei Charaktere eine eigene Aktionstaste (X, Y, A) und zusätzlich gibt es Spezialaktionen, wie Ausweichen oder Schwere Attacken. Im Laufe des Spiels kommen neue Attacken hinzu und es entsteht eine taktische Komponente, denn jeder Kämpfer hat seine Stärken, die wiederum gegen bestimmte Gegner Vorteile verschaffen. Es sollte also gut überlegt werden, welcher Held wann welchen Gegner angreift.

Der Aufbau der gesamten Welt ähnelt viel mehr einem Metroidvania als einem japanischen Rollenspiel, denn gewisse Teile der Welt lassen sich erst erkunden, wenn spezielle Fähigkeiten erlernt wurden. Dies bricht auf angenehme Weise mit der bekannten Formel nach der immer bestimmte Story-Knotenpunkte das Vorankommen garantieren.

Als wäre das nicht genug Mash-Up, wird dem Spiel noch eine gehörige Prise Aufbausimulation hinzugegeben. Durch im Spiel erarbeitete Punkte kann im Laufe der Zeit immer mehr Gebäude in seiner Stadt errichten. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man neue Waffen in einer Schmiede oder Items im Krämerladen kaufen möchte. Diese Gebäude lassen sich sogar weiter Aufleveln, so dass man relativ schnell an sehr starke Waffen rankommt. Vor allem wer knallharte Strategiespiele á la Sims gewohnt ist, wird von diesem Teil des Games nicht besonders gefordert werden und wird im Handumdrehen und ohne viel Arbeit sehr schnell überpowert sein. Das ist vor allem deshalb schade, weil die Bosse hervorragend designt und animiert sind und gerne etwas gefährlicher daherkommen hätten dürfen, damit man entsprechend Spaß und Spannung mit ihnen hat. Das Ohnehin nicht besonders schwere Spiel verkommt dadurch zum jRPG-Snack für Zwischendurch. Dieser Umstand wird durch das monotone Quest-Design weiter bestärkt. Gehe zu Punkt A, hole Gegenstand X und komm zurück zu Punkt B. Zwischendurch noch ein paar Gegner killen und das war’s. Kaum eine Mission verlässt diese ausgetretenen Pfade. Zugegeben, einzeln für sich macht jede Aufgabe Spaß, aber in der Summe hätte es doch ein wenig mehr Abwechslung sein dürfen.

Technik, die Hoffnung auf mehr macht

Während das grafische Design und der Sound hohe Wertungen einfahren, macht die technische Leistung des Games leider einiges kaputt. Direkt in den ersten Screens und später immer wieder erkennt man die grauenhaften Schattenanimationen. Der im Wind wehende Baum, bewegt sich noch einigermaßen flüssig, der Schatten aber bewegt sich nicht mit, sondern springt immer hin und her. Dadurch entsteht das Gefühl, es würde die ganze Zeit etwas aufploppen, was vorher noch nicht da war. Gerade im Handheldmodus wirken einige (nicht alle!) Bereiche des Bildschirms wie auf dem 3DS. Der Rasen im Vordergrund beispielsweise wirkt sehr pixelig und auch sonst sind die Polygone, Hintergründe und andere Gegenstände oft kantiger, als sie sein müssten. Im krassen Gegensatz dazu stehen die wundervoll gezeichneten Backgrounds und Figuren. Insgesamt wirkt die technische Umsetzung der vielversprechenden Substanz unsauber und unterstreicht das Gefühl, dass es sich bei Eiyuden Chronicle Rising nur um ein vertröstendes Zwischengame für all diejenigen handelt, die auf Hundred Heroes warten.

Fazit

Eiyuden Chronicle Rising ist ein wilder Genre-Mix aus jRPG, Metroidvania und Aufbausimulation. Die Zeichnungen und die Musik sind wie in alten Zeiten und das Spiel weiß durchaus zu unterhalten. Die monotonen Quests und das unausgewogene Balancing kosten das Game einige Punkte, was aber durch den niedrigen Preis kompensiert werden kann. Für Fans der Suikoden-Reihe ist es eh ein Muss, jRPG Fans dürfen einen Blick riskieren und alle anderen warten auf Eiyuden Chronicle Hundred Heros, denn dort werden hoffentlich die wirklich schweren Geschütze aufgefahren.

Grafik
7
Sound
9
Gesamt
7

verfasst von „MatEusZ“

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Vielen Dank an die Firma 505 Games für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 11.Mai.2022 - 21:55 Uhr