Spieletest: Disney Dreamlight Valley NSW

Screenshot Screenshot Screenshot

Weitere Infos

Releasedate:
6. September 2022

USK 0 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Original Disney Figuren
Eine stets wachsende Welt
Bald Free-to-Play
Negativ:
Repetitive Aufgaben
Lange, langweilige Dialoge
Präsentation wechselhalt

Simba zum Freund zu haben oder mit Königin Elsa angeln zu gehen. Das hat sich doch jeder Disney-Fan doch schon einmal vorgestellt. Dreamlight Valley aus der Traumfabrik Disney macht es möglich und präsentiert einen Free-to-Play Titel, der mit viel Charme glänzt, dabei aber auch Maleficent-artige Schatten zeigt. Ob sich das Spiel in der 30€ Early-Access-Variante lohnt klärt der Nintendofans.de Test!

Vom vielen Lesen und Unkraut jäten

Das Spiel startet mit einem angenehm überschaubaren Character-Builder, bei dem man sein Alter Ego kreiert. Egal für welches Detail, welche Gesichtsform oder welche Kleidung man sich entscheidet, man sieht immer aus wie der 1a-Prototyp eines jeden Disneyfilms. Tarzans Nase, die einen Kuss realistisch-physikalisch unmöglich macht, fehlt leider, aber man will ja nicht kleinlich sein.

Kurz darauf wird die absolut überschaubare Story erzählt von einem Menschen, den es auf magische Weise in das Dreamlight Valley verschlägt. Man trifft auf den Zauberer Merlin, den kein Kind mehr kennen dürfte und wird in ellenlange, völlig sinnfreie Gespräche verwickelt mit Gesprächsoptionen, die garantiert keine Auswirkung auf das spätere Spiel haben. Dabei sind die Texte nicht synchronisiert, obwohl die Charaktere dennoch einige Sätze auf Deutsch von sich geben. Es ist etwas irritierend, den einen Satz zu hören und den anderen zu lesen. Kinder, welche nicht selbstständig lesen können, können so nur in Anwesenheit älterer Spieler Spaß haben, müssen sich dafür aber etwas anstrengen.

Das Valley ist nämlich übersäht von Unkraut und Steinen, die es zu beseitigen gilt. Dafür erhält man schnell eine Spitzhacke und eine Schaufel. Um weitere Aufgaben erledigen zu können vervollständigt sich das Inventar mit Gießkanne und Angel. Bis auf das Angeln wird jede dieser Handlungen mit einem simplen Knopfdruck ausgeführt und das immer und immer wieder. Allerdings hagelt es dafür auch reichlich Belohnungen, sodass sich schnell eine gewisse Zufriedenheit einstellt. Wenn man nämlich gegen Geld neue Gebäude und Stände erbauen und das eigene Heim renovieren kann, kommt das Spiel langsam in Schwung.

Glanz in den Augen

Seine wahren Stärken hat das Spiel sicherlich nicht im reinen Gameplay. Dafür sind Stardew Valley und Animal Crossing einfach viel zu starke Vorbilder und Disney macht sich gar nicht erst die Mühe diese mit Innovationen ausspielen zu wollen. Dreamlight Valley punktet mit den Originalfiguren aus dem Disney Kosmos. Wer Micky, Dagobert, Goofy, Elsa, Anna, Arielle und den anderen begegnen und helfen kann, ohne feuchtglückliches Augenfunkeln, der scheint immun zu sein gegen die Magie der Traumfabrik. Im Laufe des Spiels erreicht man immer wieder neue Areale, in denen man wiederum die altbekannten Figuren trifft. Wenn man sich ihrer Aufgaben annimmt, stärkt das zum Einen das Band der Freundschaft und zum Anderen können die Charaktere in das Dreamlight Valley einziehen und eigene Domizile bekommen. Nach und nach wächst also der Ort, gedeiht und es entsteht ein soziales Geflecht zwischen den Bewohnern und dem Avatar. Davon lässt sich aktuell aber leider nur träumen, denn noch befindet man sich in einer Early-Access-Phase, die im Gegensatz zum späteren Release kostenpflichtig ist. Wenn das Spiel im Frühjahr 2023 vollständig erscheint, wird es kostenfrei sein. Ein Ingameshop ist zwar aktuell sichtbar, aber noch nicht im Einsatz. Es bleibt abzuwarten wie dezent oder penetrant sich die Ingamekäufe präsentieren werden. Es ist davon auszugehen, dass man sich neue Areale, bzw. Figuren kaufen kann. Vorstellbar wären aber auch Dekoartikel, die mit Echtgeld bezahlt werden müssen. Die Zukunft wird zeigen wie kinderfreundlich das Spiel letztendlich sein kann.

Licht und Schatten

Ähnlich wie die Disneygeschichten selbst von Licht- und Schattenseiten erzählen, zeigt auch Dreamlight Valley Potenziale, wie auch weniger Schönes. Überzeugen kann auf jeden Fall die Aufbausimulation. Es macht Spaß, die einzelnen Figuren kennenzulernen und ins Dorf zu holen. Das Spiel wird in Zukunft stets wachsen und mit Bonuscontent bespielt werden können - das macht Lust auf mehr.

Während die Figuren und die Landschaften an sich wunderschön aussehen und auch die kräftigen Farben zu gefallen wissen, ist die allgemeine technische Präsentation oft inkonsistent. Es ploppen nahe, wie ferne Sprites aus dem Nichts auf und das Auge weiß nicht worauf es sich konzentrieren soll. Beispielsweise wehen die Baumkronen nicht, sondern einzelne Teile verschieben sich einfach schnell hin und her. Es sieht aus wie ein recht passables Mobilegame für Handy oder Tablet. Bei aktuellen Kosten von 30€ fühlt man sich aber doch an der Nase herum geführt. Die Missionen beschränken sich meist auf das Holen oder Einsammeln bestimmter Gegenstände und sind eher repetitiver Natur. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein gewisses Suchtgefühl aufkommt. Für echte Gamer ist es aber schlichtweg keine Herausforderung, denn auf der einen Seite fehlen die von Disneyspielen bekannten Platformeinlagen und auf der anderen Seite die echten Raffinessen der großen Aufbauspielvorbilder.

Ein bisschen stellt sich auch die Frage nach der Zielgruppe. Man muss sich durch unendlich lange Dialoge lesen, wenn man etwas von der tatsächlichen Stimmung des Spiels aufnehmen möchte. Zuschauenden Kindern ist es zudem einfach zu wenig „echtes“ Disney und das Hacken, PFfanzen und Angeln langweilt diese schnell. Kinder würden sich nämlich echte Besuche in den einzelnen Welten á la Kingdom Hearts wünschen. Es bleiben also Spieler:innen, die ohne viel spielerischen Anspruch, dafür aber inmitten der tollen Disneyatmosphäre, kleine, suchterzeugende Aufgaben erledigen wollen.

Fazit

Disney Dreamlight Valley ist in der aktuellen Version eine vage Vorstellung dessen was es sein könnte und erinnert an ein klassisches Mobile-Game aus dem Appstore. Die Aufgaben wissen den Spieler zu beschäftigen, sind andererseits aber sehr einfach und repetitiv. Seine größte Stärke spielt das Game mit den Original-Disneyfiguren aus. Die Interaktion mit diesen sollte aber noch intensiviert werden, denn aktuell haben die Dialog-Optionen keinen großen Einfluss auf die Beziehung. Kinder werden wegen der fehlenden Synchro und Disneyaction schnell gelangweilt sein und sollten deshalb zu den Jump’n’Run Alternativen greifen.

Grafik
7
Sound
8.5
Gesamt
5

verfasst von „MatEusZ“

Diesen Artikel teilen:

Vielen Dank an die Firma Gameloft für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 19.September.2022 - 18:15 Uhr