Spieletest: Die Schlümpfe - Mission Blattpest NSW

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Weitere Infos

Releasedate:


USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 2

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Die Schlümpfewelt authentisch in 3D
Kindgerechter Coop Modus
Nostalgie pur
Negativ:
Durchwachsene technische Präsentation
Alle Schlümpfe spielen sich gleich
Die Sprungpassagen!

Ein neues Die Schlümpfe Spiel auf der Nintendo Switch – wer hätte das geschlumpft? Microids präsentiert einen Platformer, der an die guten alten Zeiten erinnert, teilweise sogar danach aussieht und stellenweise heftig an der Nostalgieschraube dreht und dabei einiges richtig zu machen scheint. Reicht das aber aus, damit Die Schlümpfe – Mission Blattpest große, wie kleine Spieler für mehrere Stunden an den Bildschirm bannt? Das schlumpft der nun folgende Test.

Ab nach Schlumpfhausen

Die Schlümpfe probieren auf der Nintendo Switch einen waghalsigen Spagat. Die Primärzielgruppe sind mit Sicherheit jüngere Kinder, aber die haben in den meisten Fällen noch nichts von den blauen Waldbewohnern gehört. Da kommen die nostalgiegeplagten Eltern ins Spiel, denn die haben die 39,99€ meist schnell auf Tasche und haben lange keinen richtigen Schlümpfe-Content mehr geliefert bekommen. Die letzten richtig guten Spiele stammen aus den Neunzigern und die Filme transportierten die Winzlinge ins trubelige New York – überhaupt nicht schlumpfig, wenn man eigentlich im malerischen Ambiente der von Peyo erdachten Welt verweilen möchte. Mission Blattpest hingegen präsentiert von der ersten Sekunde an die volle Ladung Schlumpfpower und jung und alt fühlt sich augenblicklich wohl in dieser liebevoll gestalteten Welt.

Auch wenn sofort die technischen Mängel ins Auge fallen, fängt das Spiel die Atmosphäre der Zeichentrickserie und Comics unfassbar gut ein. Vielleicht sind es gerade die Unzulänglichkeiten bei Schatten und Kontrasten, welche die Nostalgie-Skala noch um ein weiteres Quäntchen in die Höhe drücken. Spätestens aber, wenn man als Heftischlumpf durch das Schlumpfendorf rennt haben die Alten, genauso wie die Kleinen leuchtende Augen und beide Zielgruppen sind gleichermaßen begeistert, wenn auch eventuell aus unterschiedlichen Gründen.

Mario & Luigi lassen grüßen

Storytechnisch braucht man schlumpfgemäß nicht allzu viel erwarten, aber das tut dem Spielgefühl keinen Abbruch. Der Wald wird von einer Gargamel-Blattpest geplagt, die komische Monster hervorbringt und auch vor den Schlümpfen nicht halt macht. Unvorsichtige Zeitgenossen können nämlich von den verpesteten Pflanzen gefressen werden und müssen folglich auf die Rettung durch den geneigten Spieler hoffen. Zum Glück steht diesem der Schlumpfisator zur Verfügung, mit dem man erkrankte Pflanzen wieder heilen, sowie Gegner besiegen kann. Dabei erinnert das Gerät an eine Mischung aus Marios Dreckweg (Mario Sunshine) und Luigis Schreckweg (Luigi’s Mansion). Der Umgang mit dem Gerät macht aber ebenso viel Spaß, wie bei seinen geistigen Vorfahren. Besonders spannend wird es mit den zunehmenden Upgrades des Schlumpfisators, die man mit neuen spielbaren Schlümpfen freischaltet, denn damit sind neue Moves und Gegnerbewältigungsstrategien möglich. Manche Areale oder Rätsel kann man zwar von Anfang sehen, zugänglich werden sie aber erst dank der neuen Fähigkeiten. Ein Metroidvania ist es dennoch natürlich nicht, aber es erhöht den Wiederspielwert einiger Passagen enorm, wenn man weiß, dass bisher unerreichbare Geheimnisse entdeckt werden können. Dazu hüpft man fröhlich umher, erschließt neue Areale, rettet Schlümpfe, bekämpft Gegner in kleineren Arenakämpfen, um schließlich Gargamel selbst gegenüber zu treten. Mehr als sieben Stunden wird aber dennoch niemand in der Schlümpfewelt verbringen, denn dafür reicht der gelieferte Content gerade mal so aus. Besonders für jüngere Gamer ist dies aber völlig ausreichend, zumal viele Passagen die Zugänglichkeit und Spielbarkeit der zuvor erwähnten Klempnerbrüder vermissen lassen. Eine störrische Kamera und fehlende Schatten machen gezielte Sprünge selbst für erfahrene Gamer schwer. Zum Glück gibt es aber einen kinderfreundlichen zwei Spieler Coop-Modus. In diesem steuert man nämlich einen kleinen Roboter, der Pflanzen heilen und somit auch Gegner bekämpfen kann. Zwar fällt der Roboter häufiger mal runter oder aus dem Bild, weil die Kamera stets am Schlumpf orientiert bleibt, mit dem Druck einer Taste aber respawnt dieser wieder mitten im Spielgeschehen. Der perfekte Spielmodus für die ganz kleinen also. Und da entfaltet Die Schlümpfe – Mission Blattpest sein volles Potential. Denn der kleine Mitspieler schafft es, dass man die ganze Umgebung selbst wieder mit Kinderaugen sehen kann. Man fühlt sich als würde man wieder die unbeschwerten 16Mbit Klassiker spielen, nur eben jetzt in der dritten Dimension.

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