Atomic Owl ist ein hübscher, schnell spielbarer Pixel-Action-Platformer mit starken audiovisuellen Qualitäten. Es implementiert zudem Roguelite-Ansätze. Besonders das Kampfsystem, die verschiedenen Waffen und der stylische Pixel-Look machen Spaß und sorgen für kurzweilige Runs. Gleichzeitig fehlt dem Spiel in mehreren Bereichen etwas Feinschliff. Die Erzählung bleibt trotz interessanter Grundidee oberflächlich, das Platforming schwankt stark im Anspruch und einige Designentscheidungen, etwa der einzelne Spielstand für unterschiedliche Modi, wirken unnötig umständlich.
Spieletest: Atomic Owl NSW
Weitere Infos
Releasedate:20. Mai 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Gelungener Synth-/Arcade-Soundtrack
- Mehrere Waffen und zufällige Perks
- Unterschiedliche Gegnertypen mit lernbaren Angriffsmustern
- Optionaler Nicht-Roguelite-Modu
- Negativ:
- Story und NPCs bleiben oberflächlich
- Teilweise unausgewogener Schwierigkeitsgrad
- Hub-Struktur unnötig unübersichtlich
- Nur ein Spielstand für beide Spielmodi
Mit Atomic Owl liefert das Indie-Studio einen pixeligen Action-Platformer ab, der Roguelite-Mechaniken mit klassischem Side-Scrolling und schnellen Hack-and-Slash-Kämpfen kombiniert. Hinter der bunten Pixeloptik steckt dabei ein Spiel, das spürbar von Retro-Arcade-Titeln inspiriert wurde, gleichzeitig aber versucht, moderne Genre-Elemente unterzubringen. Wie gut das gelingt, klären wir in diesem Nintendo Switch Test.
Zwischen Ramen-Laden und Rachefeldzug
Die Geschichte dreht sich um den gefiederten Krieger Hidalgo Bladewing, der nach einer katastrophalen Begegnung mit der gefährlichen Void-Crow Omega Wing seine gefallenen Gefährten retten muss. Unterstützt wird er dabei von einem frechen, beinahe permanent redseligen Schwert. Die Welt von Judanest setzt vollständig auf vogelartige Charaktere und Gegnerdesigns, was dem Spiel einen eigenen Charme verleiht.
Allerdings braucht die Handlung etwas zu lange, um Fahrt aufzunehmen. Vor allem die Intro-Sequenzen ziehen sich durch sehr statische Dialoge unnötig in die Länge. Zwar bemüht sich das Spiel um Humor und Charakterdynamik, doch die Präsentation wirkt dabei oft zu monoton. Viele NPCs innerhalb der Spielwelt vermitteln zunächst den Eindruck, tiefere Lore oder spannende Hintergrundgeschichten beizutragen, liefern am Ende aber nur wenig Substanz.
Pixelstil mit starkem Audio-Design
Optisch gehört Atomic Owl definitiv zu den stärkeren Indie-Produktionen seiner Art. Der 80er Pixelart-Stil ist detailliert, farbenfroh und lebendig animiert. Besonders die Charakterdesigns und Gegner stechen hervor. Die unterschiedlichen Tengu-Varianten sorgen dafür, dass sich die Kämpfe abwechslungsreich anfühlen und man Angriffsmuster nach und nach erlernen muss, auch wenn sie pro Gebiet immer gleich bleiben.
Auch musikalisch macht das Spiel vieles richtig. Der Soundtrack kombiniert klassische Arcade-Vibes mit elektronischen Synth-Elementen und erzeugt damit eine angenehme Retro-Zukunftsstimmung, die hervorragend zum Spiel passt.

Schnelles Kampfsystem bei schwankendem Platforming
Spielerisch liegt die größte Stärke von Atomic Owl eindeutig im Kampfsystem. Bereits früh stehen mehrere Waffenarten frei zur Verfügung — von klassischem Schwert über schweren Hammer bis hin zu exotischeren Varianten wie der Peitsche. Dadurch entsteht schnell ein angenehmes Gefühl von Freiheit beim Experimentieren.
Zusätzlich sorgen zufällige Perks und temporäre Upgrades innerhalb der Runs für den typischen Roguelite-Reiz. Besonders motivierend: Mit gesammelter Währung lassen sich im Hub permanente Verbesserungen kaufen, wodurch nicht jeder neue Versuch komplett bei null beginnt.
Das Platforming fällt hingegen etwas wechselhaft aus. Manche Passagen spielen sich angenehm präzise und fordernd, andere wiederum besitzen teils sehr abrupte Schwierigkeitsanstiege. Gerade in Kombination mit Gegnerwellen kann das Frustpotenzial stellenweise unnötig hoch werden.
Roguelite optional – mit Einschränkungen
Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, das Roguelite-System komplett zu deaktivieren. Wer lieber einen klassischeren Side-Scroller ohne Run-Struktur erleben möchte, kann dies tun. Allerdings ist diese Funktion unglücklich umgesetzt: Der Modus überschreibt den einzigen vorhandenen Spielstand. Das wirkt unnötig restriktiv und dürfte viele Spieler davon abhalten, beide Varianten wirklich auszuprobieren. Auch das Hub-System überzeugt nicht vollständig. Die verschiedenen Bereiche werden über ein Türensystem angesteuert, das gerade anfangs wenig intuitiv wirkt und unnötig Orientierung kostet.
Diesen Artikel teilen:
Vielen Dank an die Firma eastasiasoft für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 27.Mai.2026 - 20:56 Uhr












