Spieletest: Arise: A Simple Story Definitive Edition NSW

Screenshot Screenshot Screenshot

Weitere Infos

Releasedate:
28. April 2022

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Malerische Panoramen
Stimmung ohne Worte
Abwechslungsreiche Level
Fotomodus
Negativ:
Kamerafixierung
Collectibles ohne große Information

Der Entwickler Piccolo erzählt mit Arise: A Simple Story eine Geschichte, die den Anspruch hat, alles andere als simpel zu sein. Ob den Spaniern dieses Kunststück gelungen ist, enthüllt euch dieser Test.

Von Liebe und Verlust

Ohne Umschweife beginnt für euch das Spiel. Ihr werdet in einen stimmungsvollen und emotionalen Moment des Abschiednehmens geworfen. Es ist die Trauerzeremonie des Protagonisten, eines älteren Mannes mit bewegtem Leben. Kurz nachdem der Leichnam entzündet wird, verlasst ihr diese Szenerie und taucht in eine wortlose Geschichte mit viel Gefühl und Stimmung ein.

Ihr findet euch sogleich auf einem Hügel wieder, tiefbedeckt von Schnee. Es braucht einen Moment, ehe man als Spieler versteht, was hier passiert. In einer unaufdringlichen Einblendung des rechten Control-Sticks werdet ihr gebeten, diesen nach links bzw. rechts zu neigen. Sobald getan, verändert sich die Umgebung und es enthüllt sich zugleich die besondere Fähigkeit eures Charakters, die euch während des gesamten Spiels durch die zehn Level begleiten wird: Ihr könnt Einfluss auf die Zeit nehmen.

So werdet ihr kurzerhand den Schnee tauen lassen und umgeben von Grün sein. Ihr gelangt zu einer Anhöhe und begegnet einer Skulptur, die euch eine Erinnerung vergangener Tage zu präsentieren scheint. Ein kleines, versteinertes Kind steht vor einer Blume. Mehr ist bis dahin ungewiss. Kurz danach sollt ihr mit der Zeit spielen, in dem ihr den rechten Stick nach links bewegt und die Zeit zurückspult oder nach rechts, um sie zu beschleunigen. Je nach Level und Umgebung wird letztere beeinflusst. Der Schnee schmilzt und der Wasserspiegel steigt an. Wo einst ein unüberbrückbarer Widerstand voraus lag, lässt sich mit der richtigen Einstellung ein Floß zur Überbrückung besteigen oder – bei erneuter Veränderung der Zeit – zu einem anderen Wegpunkt manövrieren. Dies geht spielerisch leicht von der Hand und ist doch eindrucksvoll, wenn sich um euch herum plötzlich die Jahreszeiten verändern.

Da euer Protagonist nicht schwimmen kann, werdet ihr schnell merken, dass ihr mit den überschaubaren Fähigkeiten, die euch zur Verfügung stehen, gut umgehen können müsst. Egal ob es die exakt getimten Sprünge, geübte Kletterpassagen oder der Einsatz des Greifhakens ist, die Interaktion mit der Umwelt will beherrscht sein. Seid ihr erfolgreich, warten so manche besondere Momente auf euch. Einer davon ist es zum Beispiel, wenn ihr eine Biene durch euren Greifhaken kurzerhand zu einem Transport-Taxi macht.

Ihr werdet mit der Zeit stärker gefordert werden, um die Puzzle, die vor euch liegen und gleichzeitig das Leben des Protagonisten nachzeichnen, zu meistern. Die Entwickler von Piccolo Studio haben es aber auch geschafft, den richten Ton zu treffen. Nicht selten könnt ihr innehalten, um eurem eigenen Tempo zu folgen. Es ist schon berauschend, wenn ihr plötzlich über Sonnenblumen klettert und entscheiden könnt, wann sich diese dem Licht zuwenden sollen oder inmitten eines Sees voll leuchtender Seerosen steht oder in Luftströmen umherfliegt. Es gibt noch einige andere Herausforderungen, die das Spiel für euch bereithält, sodass auch die hinzugewonnene Fähigkeit, die Zeit anzuhalten, von großem Wert ist. Ihr werdet vereinzelt auch in Rutschpartien verwickelt, die dem Spielgefühl in der Mehrdimensionalität helfen.

Allein oder zu zweit

Gute Geschichten sollte man teilen. Das dachte sich wohl auch das Entwickler-Studio und hat kurzerhand einen Zwei-Spielermodus implementiert, der bereits in der Erstfassung für PC und Konsole 2019 Anwendung fand. Während ein Spieler den Protagonisten steuert und über die Landschaften bewegt, kann der zweite Spieler die Magie der Zeit beherrschen. So ist die Eingriffshäufigkeit des zweiten Spielers zwar überschaubar, bei jeder Anwendung aber bedeutsam.

Faszinierende Musik

Dass die Geschichte, die ihr maßgeblich vorantreibt, ihre Emotionalität entfalten kann, liegt zu einem Großteil am wunderschönen Soundtrack von David Garcia, der schon für Rime seine Magie anwendete. Die sensiblen Klänge, die stimmungsvollen Momente, die Euphorie, die Wehmut, die Aufregung, die Zerbrechlichkeit: alles findet Anwendung in Arise: A Simple Story Defintive Edition. Ihr werdet auf eine sinnliche Reise gehen, die keinem Ohr wehtun dürfte.

Gameplay & Performance

Wie wir oben bereits ausgeführt haben, werdet ihr auf eine äußerst überschaubare Auswahl an Gameplay-Features zugreifen, wohlwissend ihrer Bedeutung. Das sorgt aber auch dafür, dass die Spielbarkeit schnell gegeben ist. Es gibt wenig Startschwierigkeiten, auch wenn ihr euch gelegentlich über die Kameraperspektive ärgern könntet. Diese ist nämlich nur in ihrem Neigungswinkel veränderbar, jedoch sonst fixiert, da rechts und links bereits für die Manipulation der Zeit belegt sind. Vereinzelt führt dies zu Ungenauigkeiten bei den notwendigerweise genau getimten Sprüngen. Auch sind die Ladezeiten nicht immer so schnell, wie man sich das bei Umgebungen wünschen dürfte, die zwar ansprechend aber nicht ungemein vielseitig gestaltet sind, als dass sie so viel Rechenpower binden sollten.

Sonst haben wir den Test weitestgehend ohne technische Tücken erlebt. Die Framerate war konstant, die Spielerfahrung im Handheld und TV-Modus gleichermaßen wirkungsvoll, wenn auch unterschiedlich immersiv. Denn ohne eine ruhige Umgebung oder gute Kopfhörer sollte ein wesentlicher Teil des Spielgenusses verloren gehen. Da der Sound einen wichtigen Teil zur emotionalen Immersion beiträgt, haben wir das Spielen am TV mit heimischem Surround-System als besonders angenehm empfunden.

Fazit

Arise: A Simple Story Definitive Edition ist ein wunderschönes Spiel für Zwischendurch, welches euch in Episoden die Lebensreise voll Liebe und Verlust des Protagonisten erzählt. Ihr werdet über mehrere Level hinweg eine wortlose aber immersive Geschichte nachempfinden, die insbesondere durch Puzzle-Passagen und Zeitmanipulationen vorangetrieben wird. Gerade der Soundtrack ist eine der großen Stärken von Arise. Auf kleinere Spielereien wie einen Fotomodus und ein Sammelalbum handgezeichneter Collectibles könnt ihr euch aber ebenso freuen. Von uns eine Empfehlung für Fans von entschleunigenden, aber gefühlvollen Spielen mit Puzzle-Elementen.

Grafik
8
Sound
9
Multiplayer
7
Gesamt
8

verfasst von „ Maik“

Diesen Artikel teilen:

Vielen Dank an die Firma Untold Tales für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 15.Mai.2022 - 19:08 Uhr