[Film-Review] DER SUPER MARIO GALAXY FILM

[Film-Review] DER SUPER MARIO GALAXY FILM

DISCLAIMER: Diese Film-Review ist Spoiler-arm aber nicht -frei!

Nach dem großen Erfolg des ersten Mario-Films wagen Nintendo und Illumination mit DER SUPER MARIO GALAXY FILM den nächsten visuell spektakulären Schritt nach vorne. Sie bedienen sich dabei der wunderschönen Atmosphäre aus dem „Super Mario Galaxy – Game“, gepaart mit viel Fanservice. Dieses Mal geht es nicht nur um das Pilzkönigreich, sondern um ein gesamtes Universum. Wie uns der Film gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserer Review.

Rosalina und die Lumas

Die Handlung ist, wie bereits im letzten Teil, nicht die komplexeste – was bei einem Kinderfilm, der gleichzeitig ältere Fans abholen soll, auch nicht zwingend notwendig ist. Mario, Luigi, Peach, Toad und erstmals auch Yoshi brechen zu einer intergalaktischen Rettungsmission auf. Die Lumas haben sich an die Truppe gewandt, um Rosalina aus den Fängen von Bowser Jr. zu befreien.

Während der Film bewusst auf verzweigte Erzählstrukturen verzichtet, fällt diesmal stärker auf, dass die Geschichte an einigen Stellen etwas gestreckt wirkt. Der Plot springt von Welt zu Welt, was zwar für hohes Tempo sorgt, aber auch dazu führt, dass die Erzählung weniger stringent wirkt als noch im Super Mario Bros. Film. Manche Übergänge fühlen sich also eher an, als ob sie mehr dem Schauwert als der Dramaturgie dienen.

Dafür gewinnt der Film an anderer Stelle deutlich: Die Figuren erhalten mehr Raum, um zu wirken – allen voran Luigi. Seine Interaktionen mit Mario, aber auch mit Bowser und Bowser Jr., bringen eine überraschend emotionale Dynamik ins Spiel. Diese Momente verleihen der Geschichte Tiefe, auch wenn viele dieser Ansätze nur angerissen und nicht konsequent weitergeführt werden.

Das hohe Tempo sorgt außerdem dafür, dass man zahlreiche Anspielungen auf die Nintendo-Ära leicht übersehen kann und vieles erst beim zweiten oder dritten Anschauen entdeckt. Beispielsweise – Achtung, kleiner Spoiler – wer hat die Trophäen aus Mario Kart, Little Mac und Doc Louis aus Punch-Out!!, die Prof.-I.-Gidd-Tasse als Anspielung auf die 90er-Serie oder das Raumschiff von Samus Aran entdeckt?

– Achtung, weiterer Spoiler – Auch Fox McCloud bekommt einen visuell beeindruckenden Auftritt spendiert. Weitere Cameos aus der Nintendo-Geschichte haben es ebenfalls in den Film geschafft, aber mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Wenn der Münz-Sound erklingt

Und genau das ist es, was der Film schafft. Was an erzählerischer Tiefe fehlt, wird mit verdammt viel Fanservice wettgemacht. Überall findet man Anspielungen auf die lange Geschichte der Reihe – von klassischen 2D-Abenteuern bis hin zu 3D-Meilensteinen. Selbst den Glitch aus Super Mario Bros. hat man in den Film eingebaut. Doch der Fanservice beschränkt sich nicht nur auf die Welt von Super Mario Galaxy: Der Film zieht einen großen Bogen durch die gesamte Mario-Historie.

So tauchen Referenzen aus nahezu jeder Ära auf – von SNES-Klassikern über Super Mario Sunshine bis hin zu modernen Abenteuern wie Super Mario Odyssey. Mal sind es subtile Details im Hintergrund, mal offensichtliche Hommagen, die direkt ins Auge springen. Dazu gesellen sich Cameos und visuelle Hinweise aus anderen Nintendo-Welten von Pixel-Kunst bis 2- und 3D, die das Universum noch größer wirken lassen.

Nintendo-Fans mit Blick fürs Detail kommen hier voll auf ihre Kosten, auch wenn – wie bereits erwähnt – sicherlich mehrere Durchläufe nötig sind, um das volle Ausmaß zu erfassen. Teilweise wirkt es sogar schon etwas überladen, sodass einzelne Momente kaum Zeit haben, wirklich auf sich wirken zu lassen. Für Kinder ist es ein farbenfrohes Abenteuer mit ihrem Lieblingshelden auf der Leinwand, für alte Nintendo-Liebhaber öffnet sich jedoch eine ganz andere Ebene: ein Feuerwerk aus Nostalgie, das Jahrzehnte an Mario-Geschichte in einem einzigen Film bündelt.

Moderne Prinzessinnen

Schon im ersten Film wurde deutlich, dass Prinzessin Peach längst nicht mehr die hilflose Dame in Nöten ist, die darauf wartet, gerettet zu werden. Auch diesmal zeigt sie, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann. Nintendo und Illumination verzichten konsequent auf veraltete Rollenklischees und präsentieren ein zeitgemäßes Figurenbild, in dem starke weibliche Charaktere selbstverständlich dazugehören.

Zwar gibt es erneut eine Prinzessin, die gerettet werden soll, doch diese ist alles andere als wehrlos – und es ist zudem nicht einmal Mario, der von Anfang an die Rolle des Retters übernehmen möchte. Interessanterweise wirken die weiblichen Figuren in vielen Momenten sogar kämpferischer und entschlossener, während Mario, Luigi und selbst Bowser stärker mit ihren zwischenmenschlichen Konflikten beschäftigt sind. Dadurch entsteht ein spannender Kontrast, der die Dynamik innerhalb der Gruppe bereichert.

Besonders gelungen ist, dass all dies geschieht, ohne die ursprüngliche Welt oder die klassischen Charakterzüge zu verleugnen. Der Film modernisiert die Rollenbilder, ohne die Identität des Mario Universums zu verwässern. Stattdessen erweitert er sie auf natürliche Weise – respektvoll gegenüber der Vorlage und gleichzeitig absolut zeitgemäß.

Meisterhafte Präsentation

Visuell überzeugt Super Mario Galaxy – Der Film auf ganzer Linie. Jede Szene strotzt nur so vor Farben, Effekten und kreativen Ideen. Selbst das optionale Kino 3D ist richtig gut. Die Animationen sind durchwegs auf höchstem Niveau und das Planetensetting mit seinen schwebenden Welten und leuchtenden Sternenfragmenten ist höchst beeindruckend.

Darüber hinaus spielt der Film seine technische Stärke besonders durch die brillante Wahl des Settings aus. Die bekannten Örtlichkeiten aus den Videospielen wurden so perfekt in das filmische Setting übertragen, dass man stellenweise das Gefühl hat, eine extrem hochaufgelöste, cineastische Version der Spiele vor sich zu haben. Besonders dann, wenn die berühmten Gravitationsspielereien aus den Super Mario Galaxy-Titeln inszeniert werden, entsteht dieser typische „Das kenne ich doch!“-Moment – nur eben in spektakulärer Filmqualität.

Dieser Eindruck wird zusätzlich durch das Sounddesign verstärkt. Nicht nur die Musik ist großartig, auch die Effekte sitzen punktgenau. Viele der ikonischen Sounds aus den Spielen wurden subtil, aber wirkungsvoll eingebaut und verschmelzen mit den orchestralen Neuinterpretationen des Soundtracks zu einem audiovisuellen Gesamtpaket, das sowohl emotionale als auch epische Höhepunkte trägt.

Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und auf demselben guten Level wie schon im ersten Teil.

Fazit: Galaktisch gut!

DER SUPER MARIO GALAXY FILM ist ein visuelles Spektakel. Trotz seichter Story ist er ein wahres Fest für Fans, dessen kompletter Umfang sich sicherlich erst nach mehrmaligem Sehen entfaltet. Denn der Film leidet gewissermaßen unter dem hohen Tempo und einer Geschichte, die kaum Zeit bekommt, sich zu entfalten. Besonders positiv fällt dagegen auf, wie stark und unterhaltsam sich die Charaktere präsentieren. Die Figuren harmonieren hervorragend miteinander, liefern charmante, witzige und manchmal überraschend emotionale Momente und tragen einen großen Teil dazu bei, dass der Film durchgehend Spaß macht. Als eigenständiges Abenteuer funktioniert er bereits sehr gut – doch als gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie brilliert er besonders. Wer also ein farbenfrohes und witziges Abenteuer sucht, das beim Fan-Service zum 40. Mario Jubiläum abliefert, ist hier bestens aufgehoben.

Filmwertung: 8/10

Familienerlebnis: 9/10

Fan-Service: 10/10

Ihr wollt außerdem noch hören, wie uns das Galaxy-Abenteuer von Mario & Co gefallen hat? Dann hört rein in unsere frische Switch2Chill Podcast-Folge, die wir exklusiv zum Super Mario Galaxy Film aufgenommen haben:

Vielen Dank an die Firma Universal Pictures für die Bereitstellung der Freikarten.

verfasst von „Marcel“

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Letzte Aktualisierung: 15.04.2026, 10:45 Uhr