Der LEGO GAME BOY im Test

Der LEGO GAME BOY im Test

Analoge Nostalgie für die Hosentasche

Diesmal legen wir die Controller beiseite und greifen zu den Klemmbausteinen. Mit dem LEGO Game Boy (72046) liefert uns das dänische Unternehmen eine originalgetreue Nachbildung des Nintendo-Klassikers von 1989. Wir werfen einen Blick darauf, ob der Stein-gewordene Handheld für 60 Euro UVP ein Pflichtkauf für Retro-Fans ist oder nur ein teurer Staubfänger.

Ein Liebesbrief an die 90er

Wer in den 90er Jahren aufgewachsen ist, kam an dem grauen, klobigen Kasten mit dem grüngelben Bildschirm nicht vorbei. LEGO fängt diese Magie nun in einem 421-teiligen Set der „Gaming“-Reihe ein. Zielgruppe des Sets sind ganz klar erwachsene Nostalgiker und Nintendo-Sammler, was auch an der Empfehlung 18+ zu erkennen ist.

Wichtig vorab: Der LEGO Game Boy ist ein reines Ausstellungs- und Display-Modell. Er besitzt keinerlei elektronische Funktionen, leuchtet nicht und spielt auch keine Sounds ab. Sein Reiz liegt rein im haptischen Aufbau und der fantastischen Optik im Regal. Hier könnte man sich allerdings mit dem sogenannten BrickBoy selbst zu seinem Glück verhelfen. Dabei handelt es sich um ein DIY-Kit mit dem man dem grauen Klemmbausteinen selber Leben einhauchen kann.

Design & Maße: Fast eine 1:1 Kopie

Was sofort auffällt: Die Designer haben bei den Proportionen ganze Arbeit geleistet. Mit Maßen von 14 cm Höhe, 9 cm Breite und 3 cm Tiefe entspricht der Klemmbaustein-Handheld fast exakt dem Original.

Das charakteristische Steuerkreuz, der abgeschrägte Lautsprecher-Grill und sogar das Rädchen für den Kontrast an der Seite sind liebevoll nachempfunden. Ein echtes Highlight für Fidget-Fans: Das Steuerkreuz sowie die A-, B-, Select- und Start-Tasten lassen sich tatsächlich drücken! Zwar passiert auf dem Bildschirm nichts, aber das taktile Feedback weckt sofort alte Muskelgedächtnis-Reflexe.

Die Spiele: Zelda und Mario als Modul

Ein Game Boy ist nichts ohne seine Spiele. Daher liefert LEGO direkt zwei baubare Spielmodule (Game Paks) mit: Super Mario Land und The Legend of Zelda: Links Awakening.

Die Module lassen sich – mit einem befriedigenden „Klick“ – realitätsnah in den Schacht auf der Rückseite der Konsole schieben. Da es keinen echten Bildschirm gibt, nutzt LEGO einen genialen optischen Trick. Dem Set liegen Lentikular-Bilder (Wackelbilder) bei, die hinter der transparenten Display-Scheibe platziert werden. Je nach Blickwinkel simulieren diese Bilder echte Spielszenen aus Mario und Zelda oder zeigen den klassischen "Nintendo"-Startbildschirm, der vertikal ins Bild gleitet.

Der Aufbau: Kurzweilig und entspannt

Mit seinen 421 Teilen ist der LEGO Game Boy kein großes, mehrere Abende füllendes Projekt. Geübte Baumeister sind in etwa ein bis zwei Stunden fertig. Trotz der geringen Teilezahl ist der Aufbau aber keineswegs langweilig. Um die abgerundete Form des Gehäuses perfekt zu treffen, kommen einige clevere SNOT-Bautechniken (Studs Not On Top) sowie speziell bedruckte, neue Rund-Elemente zum Einsatz. Auch der Bauabschnitt zur Umsetzung des D-Pads und der Button hält spannende Bautechniken inkl. Gummibändern parat.

Besonders schön: Wir bauen nicht nur den grauen Kasten, sondern auch die innenliegende Platine, so dass man hin und wieder der Illusionen erliegen könnte, an einem echten Gameboy zu basteln und zu löten. Die beiliegende Anleitung enthält zudem kleine Fakten und Exkurse zur Geschichte des Game Boy, was den Bauprozess wunderbar auflockert.

Kleiner Wehrmutstropfen: Dem Set liegt keine einzige Minifigur bei. Das ist bei Display-Sets auch nicht unbedingt üblich, aber es gibt auch Gegenbeispiele wie z.B. Schloss Hogwarts (76419), dem eine Minifigur des Architekten von Hogwarts beiliegt. Hier wäre doch z.B. eine Minifigur von Gunpei Yokoi, dem Schöpfer des Game Boy eine geniale Zugabe gewesen.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein lohnendes Warten

Als das Set im Oktober 2025 erschien, schlug es mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 59,99 Euro zu Buche. Das entsprach knapp 14 Cent pro Teil – ein recht happiger Preis für ein reines Display-Modell ohne Minifiguren. Da das Set jedoch nicht exklusiv bei LEGO verkauft wird, hat der freie Markt den Preis mittlerweile nach unten korrigiert. Aktuell (Stand März 2026) ist der Game Boy regulär für unter 45 Euro, in Bestpreis-Angeboten sogar schon für knapp 38 Euro zu haben. Für diesen Straßenpreis ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für Nintendo-Fans absolut fair.

Fazit: Ein Muss für Retro-Vitrinen

Der LEGO Game Boy (72046) ist kein Spielzeug im klassischen Sinne, sondern pure Nostalgie in Steinform. Das Design ist extrem nah am Original, die drückbaren Tasten sind ein tolles Gimmick und die Wackelbild-Lösung für das Display ist simpel, aber charmant gelöst. Dank der beiliegenden Ständer für die Konsole und die Module ist es ein perfekter Hingucker für den Schreibtisch. Wer das Original damals geliebt hat, wird beim Zusammenbau garantiert ein breites Lächeln im Gesicht haben.

Vielen Dank an die Firma LEGO für die Bereitstellung des Testmusters.

verfasst von „Philipp“

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Letzte Aktualisierung: 18.03.2026, 21:48 Uhr