Spieletest: UNDER THE ISLAND NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
17. Februar 2026

USK 12 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
entspanntes Spieltempo ohne jeglichen Zeitdruck.
fantastische Pixelgrafik mit viel 90er Charme
tolles Sounddesign.
Negativ:
Durch den fehlenden Druck insgesamt ein sehr leichter Titel.
Spielmechaniken bieten auf Dauer wenig Abwechslung.

Wir haben uns auf die paradiesische Insel von Under the Island gewagt. Was wie ein entspannter Urlaub beginnt, entpuppt sich als cleveres Abenteuer, das 16-Bit-Tugenden mit herrlich schrägem Humor verbindet, auch wenn der spielerischen Abwechslung und der Herausforderung auf Dauer etwas die Puste ausgeht.

Nostalgie pur mit Hockeyschläger und Gummibären-Charme

Es gibt Spiele, die fühlen sich sofort wie ein nostalgischer „Samstagmorgen mit Cornflakes und Cartoons oder Videospielen“ an. Das 2D-Action-Aventure Under the Island vom Publisher Top Hat Studios ist genauso ein Kandidat. Es ist eine Liebeserklärung an die Ära des Super Nintendos, die nicht nur den Stil, sondern auch das Herzblut dieser Klassiker einfängt und vor 90er-Charme nur so trieft.

Wer hier nur einen simplen Klon von Spielen wie The Legend of Zelda: A Link to the Past oder Secret of Mana erwartet, liegt allerdings meilenweit daneben. Under the Island ist eher ein Exploration-Adventure als ein Action-Adventure. Ja, es gibt Kämpfe und Dungeons, aber das eigentliche „Gameplay“ findet in eurem Kopf statt: Ihr müsst die Flora und Fauna genau studieren, um zu verstehen, wie ihr Hindernisse überwindet. Es geht weniger darum, was ihr drückt, sondern wann und warum ihr mit der Umgebung interagiert.

Die Prämisse: Hockeyschläger statt Heldenschwert

Wir schlüpfen in die Rolle der jungen Nia, die gerade erst auf eine traumhafte Tropeninsel gezogen ist. Doch das Idyll trügt: Die Insel droht im Meer zu versinken. Kurz nach der Ankunft treffen wir auf einen mysteriösen Ureinwohner, der uns über die Lage aufklärt und uns zu einer Schatztruhe führt, in der wir eigentlich ein legendäres Schwert erwarten.

Doch der Humor des Spiels schlägt sofort zu: Da sich bereits jemand anderes bedient hat, bleibt für Nia nur ein Hockeyschläger übrig. Dieses ungewöhnliche Sportgerät dient fortan als unsere Primärwaffe, die wir im Laufe des Spiels durch Fundstücke stetig verbessern.

Beobachten statt nur Draufhauen

Die Steuerung ist punktgenau, und Nia bewegt sich agil durch die Top-Down-Welt. Dabei setzt Under the Island weniger auf komplexe Kampfmechaniken und deutlich stärker auf Beobachtung, Interaktion und das Verständnis der Umgebung.

Oft müsst ihr erst verstehen, wie die Flora und Fauna der Insel miteinander interagiert, um voranzukommen. Ein großer Pluspunkt für Stressgeplagte: Hektik kommt im Spiel so gut wie nie auf. Es herrscht kaum Zeitdruck bei der Lösungsfindung, was das Abenteuer entspannend macht. Die Kehrseite der Medaille: Das Spiel ist dadurch insgesamt recht leicht und bietet im späteren Verlauf wenig spielerische Abwechslung.

Stilsichere Pixel-Pracht

Optisch ist Under the Island eine echte Augenweide für Fans der guten alten Pixel. Der stilisierte Look setzt auf kräftige Farbkontraste, die die tropische Insel lebendig und einladend wirken lassen. Besonders hervorzuheben ist das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten, das den 2D-Umgebungen eine erstaunliche Plastizität verleiht. Auf der Switch 2 glänzt das Spiel zudem mit einer absolut stabilen und sauberen Bilddarstellung. Keine verwaschenen Texturen, kein Flimmern. Einfach nur gestochen scharfe Pixel-Art, die perfekt zur Geltung kommt.

Ein Fest für die Sinne

Hervorzuheben ist das Sounddesign. Während der Erkundung untermalen ruhige Melodien das Geschehen. Im Untergrund werden die Klänge realistisch gedämpft, was die Atmosphäre perfekt untermauert. Dank der lebendigen Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher, Tierlauten oder dem Rauschen der Wellen entsteht eine enorme Immersion. Man kann sich wunderbar in die Welt hineinfühlen.

Dungeons & Progression: Klassische Tugenden

Die Dungeons setzen auf bewährte Mechaniken. Klassische Schieberätsel treffen auf das Item-Prinzip: Wir finden ein spezielles Werkzeug, lösen damit Rätsel und öffnen uns neue Wege auf der Oberwelt. Ein besonderes Schmankerl ist das Schnellreisesystem: Ein unterirdisches Schienennetz, das Nia mit selbst angetriebenen Wagen nutzt – eine wundervolle Hommage an "Die Gummibärenbande".

Made in Germany: Das Team hinter der Insel

Hinter dem tropischen Inselabenteuer steckt das deutsche Entwicklerstudio Slime King Games. Gegründet wurde das Indie-Studio von den Branchen-Veteranen Johannes und Simone Grünewald, die zuvor viele Jahre bei Daedalic Entertainment gearbeitet haben. Dort wirkten sie unter anderem maßgeblich an der beliebten Deponia-Reihe und The Whispered World mit. Under the Island ist der Debüt-Titel des Duos, an dem sie rund acht Jahre lang getüftelt haben. Diese geballte Erfahrung im Adventure-Genre merkt man dem Spiel besonders bei der charmanten Inszenierung und den liebevoll gezeichneten Animationen in jeder Sekunde an.

Fazit

Under the Island ist ein wunderschöner Pixel-Schatz, der vor allem durch seine Atmosphäre und das hervorragende Sounddesign punktet. Es ist das ideale Spiel zum Abschalten: Wer kein Problem damit hat, dass die Herausforderung eher niedrig bleibt und die Mechaniken simpel sind, findet hier eine der entspanntesten Spielerfahrungen. Ein Muss für Retro-Fans, die einfach mal die Seele (und den Hockeyschläger) baumeln lassen wollen.

Grafik
8
Sound
9
Gesamt
8

verfasst von „Philipp“

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Vielen Dank an die Firma Top Hat Studios für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 09.März.2026 - 16:09 Uhr