Spieletest: The DioField Chronicle NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
22. September 2022

USK 12 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
isometrisches Diorama-Design
fantastische Animationen/Cutscenes
frischer Strategie-Ansatz im RPG
intuitives Gameplay
Negativ:
gelegentliche Pop-Ins
Übersicht in überfüllten Kämpfen

Square Enix hat, wenn es um Rollenspiele geht, so viel Erfahrung wie wenig andere Publisher. Mit The DioField Chronicle soll der Bereich der strategischen RPGs jedoch noch einmal deutlich erweitert werden. Ob dies gelungen ist, lest ihr in diesem Test.

Der Kampf auf der Insel DioField

Ihr erlebt die Geschichte aus den Augen der Akteure des Königreichs Alletains. Wo bislang ein friedliches Leben auf der Insel DioField stattfand und man sich sowohl der Mystik, Magie und mittelalterlicher Traditionen hingab, entbrennt ein erbitterte Kampf dreier Großmächte. Das expandierende Schoevia Imperium ist auf dem Festland zu großen Annexionen gekommen und bedroht auch das Leben der Allianz, welche durch die Vherman Republik zu neuer Stärke gefunden hat. Durch den Einsatz von Magie, die Jade zum Wirken benötigt, verlagert sich der Krieg aber auf die heiligen Lande der DioField Insel, weshalb es an einer Gruppe mutiger Söldner ist, sich den Truppen der angreifenden Fraktionen entgegenzustellen.

Allen voran begegnen euch in Kapitel 1 der Geschichte drei Akteure, Izelar, Fredret und Andrias, die sich dem Schutze einer Familie verschrieben haben, ehe sie von der Bedrohung des Landes hören und einer Söldnereinheit beitreten sollen. Dies tun sie und begründen die Blaufüchse. Diese formt sich mit der Zeit aus den Gründern Andrias, Fredret, Isquarion und Waltaquin. Jeder von ihnen steht für eine Söldner-Klasse. So ist Rias ein erprobter Soldat, Fredret ein Kavallerist, Isquarion ein Infanterist und Waltaquin eine gewiefte Magierin. Gemeinsam bilden sie die Söldnereinheit aus, obgleich ihr durch das Spiel hinweg zumeist die Rolle von Rias einnehmen werdet.

Der Strategieaspekt

Schnell merkt ihr, worum es im Spiel geht: ihr zieht mit Anhängern aller vier Klassen in den Kampf, um strategische Siege in allen Himmelsrichtungen für das Königreich Alletain zu erwirken. Dabei werdet ihr in eurem Hauptquartier an einen Tisch gebracht, auf dem die Schlachten wie auf einem Spielfeld konstruiert und besprochen werden. Anschließend wählt ihr die jeweils verfügbaren Aufträge passend zu euren aktuellen Charakterstufen aus.

Geht ihr nun auf eine Mission, werden in dieser diverse Bedingungen aufgezeigt, deren Erfüllung euch zusätzliche Erfahrungspunkte bringt. In einer der ersten Missionen mussten wir einen Turm einnehmen, der von feindlichen Banditen besetzt war, sodass Zugbrücken erst heruntergelassen werden mussten, um den Turm vollkommen in Besitz zu nehmen. Dafür wurden strategische Züge der vier Kämpfer nötig. Erwähnenswert ist hier, dass ihr bei jedem Charakter über mehrere aktive Angriffe verfügen könnt, die sich nach einer Abklingzeit wieder aufladen, dafür aber bei Einsatz größeren Schaden verursachen. Es gibt aber auch passive und defensive Fähigkeiten. Dass das Stellungsspiel bei diesem strategischen RPG eine große Rolle spielt, merkt ihr schnell, wenn der Scharfschütze seine Fähigkeit wirken lassen soll, ihr aber in der Fähigkeitenauswahl schon simuliert bekommt, dass der Flächenschaden bei ungünstiger Positionierung auch die eigenen Truppen schwächen würde. Wem das noch nicht reicht, der kann bei genügend besiegten Gegnern die gesammelten Magiluminsteine zum Einsatz einer mächtigen Magieattacke einsetzen. Zu Beginn des Spiels steht euch erst eine Option, nämlich der Bahamut, zur Verfügung. Dies ist ein riesiges, drachenähnliches Wesen, dass vom Himmel saust und einen vorher ausgewählten Radius, in dem sich möglichst viele Gegner befinden sollten, beschießt. Später werdet ihr hier über weitere mächtige Wesen verfügen können.

Generell ist auch die Positionierung eurer Kämpfer von großer Relevanz. Schafft ihr es, einen Soldaten frontal zum Angriff zu bringen, während beispielsweise der Kavallerist von Hinten zuschlägt, so erhaltet ihr zusätzliche Hinterhaltstrefferpunkte, die den Kampf schneller zu euren Gunsten entscheiden können.

Seid ihr besonders erfolgreich auf dem Schlachtfeld und in anderen Missionen, Botengängen etc., werdet ihr schnell mit Fähigkeitspunkten, Stufenaufstiegen und Ausrüstungsteilen belohnt. In eurem Hub könnt ihr regelmäßig die Konfiguration eurer Einheiten anpassen und Fähigkeitsbäume ausbauen. Wir haben beispielsweise bei Izelar recht früh ihre verbesserte HP-Aufnahme aktiviert und bei Fredret die Schadensresitenz erhöht. Ihr seht also auch hier ist der Strategieaspekt präsent, da die Skillung für aktive und defensive Kampfstile bedeutsam ist.

Mit der Zeit werdet ihr die Blaufüchse in verschiedenen Bereichen in ihren Rängen steigern können. Etwa verbesserte Waffenentwicklungsränge, Fertigkeitsbaumränge, oder auch Magiluminsteinränge.

Charakter- und Gegnervielfalt

In The DioField Chronicle wird viel über die Beziehung der Fraktionen zueinander, aber noch mehr über die Charaktere und ihre Verhältnisse erzählt. Umso wichtiger ist es, dass ihr zu den vier Protagonisten der Blaufüchse auch diverse Nebenakteure kennenlernt. Diese werden euch dosiert vorgestellt und häufig zwischen den NPCs schon vor dem tatsächlichen Auftauchen in den Kapiteln erwähnt. Insgesamt erreicht das Spiel so eine angenehme Charakter-Vielfalt. Hier wird die Balance zwischen Oberflächlichkeit und Tiefe gut gewahrt.

Bei den Gegnern erwarten euch häufig generische Feinde, so die Banditen, Söldner, Ritter uvm. Es gibt aber auch größere Widersacher, wie die Gigas, die euch mit Schilden und Äxten zu Leibe rücken wollen oder die Monster Fenrir, die euch mit Eiszapfen das Leben auszuhauchen oder zumindest ein Auge auszustechen versuchen.

Sehet & höret

Was das Design und die Grafik anbelangt, schafft Square Enix mit The DioField Chronicle wieder einen bemerkenswerten Schritt bei einer neuen IP. Ihr erlebt ein isometrisches Spielprinzip, das häufig an eine Vogelperspektive erinnert, aber doch viel plastischer und dreidimensionaler wirkt. Zeitgleich tauchen, gerade in Sequenzen, Charaktere mit einem gewissen Bleistift-Zeichenstil auf, sodass eine gewisse Nähe zu Octopath Traveler und Triangle Strategy ins Gedächtnis rückt. Square Enix selbst bezeichnet den hier gewählten Stil als Diorama, eine wohl stimmige Bezeichnung der häufig modularen Designs.

In den Cutscenes, genauso in den mächtigen Magiluminsteinangriffen merkt man die künstlerische Raffinesse der Beteiligten, deren Referenzliste aus Universen wie derer von Final Fantasy entstammt. Ihr bekommt so wunderbare Artworks zu sehen, die Moderne und Mittelalter verknüpfen, als gäbe es gar keine Alternative. Gleichzeitig werdet ihr durch das gesamte Spiel hinweg mit einem mächtigen Soundtrack verwöhnt, welcher in Teilen diejenigen unter euch zum Aufhorchen bringen sollte, die sich an Game of Thrones begeistert haben. Denn die Komponisten Ramin Djawadi und Brandon Campbell waren hier am Werke.

Insgesamt betten sich Optik und Akustik hervorragend ineinander und wirken für das Konzept des strategischen Rollenspiels mit Echtzeitkämpfen und Simulationen harmonisch. In einzelnen Momenten konnten wir dennoch ein paar Unschärfen, besonders in Gesichtern, erkennen. Da wir aber auch den o.g. Designstil anerkennen, bewerten wir dies nicht über.

Die Technik

Was wäre dies für ein Test, würden wir nicht ebenso über die wahrgenommene Leistungsfähigkeit der Technik sprechen. In The DioField Chronicle werdet ihr in Sequenzen des Hautquartiers feststellen, dass sich die ein oder andere Textur nachträglich in das Bild mogelt oder die Kamera bei ihrem Schwenk ein wenig ins Stolpern gerät. Dies sind kleinere, aber bemerkbare Schwächen. Gleichzeitig sind die Cinematics mit einer hohen Qualität erstellt und die Animationen beeindruckend flüssig. Die Ladezeiten sind über das gesamte Spiel mehr als moderat und wenn ihr im Unterschlupf seid und von einem Raum in den am anderen Ende des Gebäudes gelegenen wollt, so müsst ihr nicht laufen, sondern könnt schnellreisen, ohne dass es länger als 1 Sekunde dauern würde – bemerkenswert!

Während unserer Spielsessions konnten wir sowohl am TV als auch im Handheld-Modus keine signifikanten Framerate Drops feststellen. Das Spielgeschehen war für uns sowohl unterwegs als auch mit dem Pro Controller auf der Couch gleichermaßen angenehm, weil die Steuerung intuitiv implementiert wurde und die Komplexität, die ein Strategiespiel durchaus mit sich bringen kann, auf ein Minimum reduziert wurde.

Fazit

The DioField Chronicle hat uns verzaubert! Es ist für ein strategisches RPG überraschend angenehme und schnell begreifbare Kost, obgleich sich der Anspruch mit dem Schwierigkeitsgrad und Fortschritt der Kapitel deutlich verändert. Die Charaktere sind gut gezeichnet, das Fähigkeits- und Gear-Customizing ist ansprechend und die Stufen- und Rangsysteme motivieren zur strategischen Entwicklung der eigenen Söldner-Einheiten. Euch erwartet ein wundervolles Diorama-Design und der merk-würdige Soundtrack rundet das Spielerlebnis ab, das auch durch kleinere technische Wackler nicht nachhaltig gestört wird.

Grafik
9
Sound
8.5
Gesamt
8

verfasst von „Maik“

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Vielen Dank an die Firma Square Enix für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 27.September.2022 - 18:11 Uhr