Super Meat Boy bleibt auch in der dritten Dimension das, was die Reihe seit jeher auszeichnet: schnell, gnadenlos und überraschend spaßig. Das Gameplay der Vorgänger wurde bemerkenswert gut ins 3D übertragen, ohne den charakteristischen Flow zu verlieren. Zwar funktioniert das Platforming in manchen Perspektiven nicht ganz so präzise wie im zweidimensionalen Original, doch sobald man im Rhythmus ist, entfaltet das Spiel genau die Dynamik, die man von einem Meat Boy Titel erwartet. Die Herausforderung bleibt hoch, der Adrenalinpegel ebenso – und wer sich auf das kompromisslose Trial and Error Prinzip einlässt, bekommt ein intensives, forderndes und zugleich befriedigendes Jump ’n’ Run, das den Geist der Serie erfolgreich in eine neue Dimension hebt.
Spieletest: Super Meat Boy 3D NSW2
Weitere Infos
Releasedate:31. März 2026
Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus
Anzahl der Spieler: 1
Leser-Meinungen: Noch keine
Specials: keine
Plus / Minus
- Positiv:
- Guter Flow
- Motivierend trotz Schwierigkeitsgrad
- Humorvolle Präsentation
- Negativ:
- Präzision nicht so hoch wie in den 2D-Ablegern
- Kann frustrierend sein
Wenn ein kleiner, roter Fleischklops seine Freundin retten will, und „Fleischklops“ ausnahmsweise kein liebevoller Spitzname für einen überdimensionierten Muskelberg ist , dann kann es sich eigentlich nur um Super Meat Boy handeln. Seit jeher steht die Reihe für gnadenlos präzises Jump ’n’ Run Design, für schweißtreibende Reflexprüfungen und für diesen ganz eigenen Mix aus charmantem Minimalismus und sadistischem Levelaufbau. Nun wagt der zähe Protagonist den Schritt, oder besser: den Sprung, in eine völlig neue Ebene. Nach zwei beinharten 2D-Abenteuern katapultiert Super Meat Boy 3D das bekannte Konzept in die dritte Dimension – ein mutiger Schritt, der ebenso viel Potenzial wie Risiko birgt.
Die große Frage lautet also: Kann ein Spiel, das so sehr von millimetergenauer 2D Präzision lebt, seine Identität in einer räumlich offenen Welt bewahren? Funktioniert der brutale Flow, der die Vorgänger auszeichnete, auch dann noch, wenn Tiefe und Perspektive plötzlich eine Rolle spielen? Und vor allem: Bleibt das, was Fans seit Jahren lieben, trotz Dimensionswechsel erhalten?
Ob Super Meat Boy 3D die Qualitäten seiner Vorgänger tatsächlich einfangen kann, wie gut der Sprung ins 3D-Gameplay gelingt und ob der kleine Fleischklops auch in der neuen Dimension eine gute Figur macht, erfahrt ihr in unserem Test.
Geschichte wiederholt sich
Der hautlose Meat Boy stürzt sich erneut in ein Abenteuer, das ihm wie ein Déjà-vu vorkommen sollte: Wie schon zweimal zuvor versucht er, seine verpflasterte Freundin Bandage Girl vor dem niederträchtigen Dr. Fetus zu beschützen. Kreativ ist das nicht unbedingt, doch die Reihe hat nie behauptet, ein erzählerisches Epos zu sein. Stattdessen wird die simple Prämisse in liebevoll animierten Zwischensequenzen präsentiert, die den typischen, leicht grotesken Charme der Serie einfangen.
Gerade weil die Geschichte so reduziert bleibt, gelingt der Einstieg in die Action ohne Umschweife. Fast schon zu abrupt endet die erste Zwischensequenz, sodass man sich kaum versieht und direkt ins Geschehen geworfen wird. Kaum ist der Bildschirm wieder frei, findet ihr euch im ersten Abschnitt der Oberwelt wieder, ein Hub Gebiet, das als Ausgangspunkt für eure nächsten Herausforderungen dient
. Jeder dieser Bereiche beherbergt 15 Level, die ihr in beliebiger Reihenfolge angehen könnt.

Gelungener Dimensionswechsel
Sobald ihr ein Level auswählt, feuert euch treibende Musik unmittelbar an, in Bewegung zu kommen. Steuern könnt ihr Meat Boy wahlweise mit dem Analogstick oder dem Steuerkreuz. In unserem Test hat sich eine situationsabhängige Mischung aus beidem bewährt. Am Ende ist das aber stark von der persönlichen Vorliebe abhängig, denn beide Varianten funktionieren präzise genug, um die geforderten Manöver sauber auszuführen.
Euer Bewegungsrepertoire besteht aus einem Sprung, einem Dash in der Luft sowie einem Stampfer, der euch schlagartig nach unten sausen lässt. Kombiniert mit dem Sprinten entsteht daraus ein flüssiges System, das euch durch die oft gnadenlos gestalteten Level manövriert. Diese Level machen von Anfang an klar, dass sie keinerlei Gnade kennen: Sägen, Klingen, Säure, Abgründe – es gibt unzählige Wege, in Sekundenbruchteilen zersägt, zerhäckselt oder schlicht in die Tiefe befördert zu werden. Das Ziel bleibt dennoch immer gleich: vom Startpunkt zum Ende gelangen, wo Bandage Girl wartet, nur um im letzten Moment erneut von Dr. Fetus in das nächste Level geprügelt zu werden.
Wie gewohnt setzen die Level auf eine Mischung aus präzisem Plattforming und schneller Reaktionszeit. Dabei achtet das Spiel bewusst darauf, nicht zu viel vom Weg voraus preiszugeben. Die Kamera wird vollständig vom Spiel gesteuert und zeigt euch stets nur das nächste Hindernis. An manchen Stellen werden sogar Teile des Levels ausgeblendet, um den Fokus zu lenken. Zwar ist die Kameraführung grundsätzlich gut gesetzt, doch gelegentlich leidet das Platforming unter der gewählten Perspektive. Auch die ausgeblendeten Objekte wirken mitunter etwas befremdlich. Insgesamt funktioniert das System jedoch erstaunlich gut und sorgt schnell für einen angenehmen Flow.
Dazu trägt auch bei, dass ihr nach jedem Tod, und davon wird es viele geben, sofort wieder am Anfang des Levels auftaucht. Ohne Ladezeiten, ohne Unterbrechung, ohne Frustaufbau. Ein Tastendruck genügt nach einem erfolgreichen Durchlauf, um direkt ins nächste Level zu springen. Alternativ könnt ihr euch auch ansehen, wie all eure vorherigen Versuche gleichzeitig durch das Level rasen und an den unterschiedlichsten Stellen scheitern, bis auf den einen Meat Boy, der es schließlich geschafft hat.
Wer mehr will als nur das reine „Überleben“, findet in jedem Level zusätzliche Herausforderungen: ein verstecktes Pflaster zum Einsammeln sowie eine vorgegebene Bestzeit, die es zu schlagen gilt. Habt ihr zehn der fünfzehn Level eines Abschnitts gemeistert, dürft ihr schließlich gegen den Boss antreten, der den Zugang zum nächsten Gebiet versperrt. Diese Kämpfe fordern vor allem eure Reflexe und bereits der erste Boss stellt eine echte Herausforderung dar.

Mit welcher Technik schneidet man Fleisch?
Der einzigartige Stil der Vorgänger wurde erstaunlich gut in die dritte Dimension übertragen. Das groteske Grauen des zerschredderten Fleisches wirkt nun noch plastischer, und ja, es ist auf seine eigene, morbide Art tatsächlich „schön“ anzusehen. Auch wenn Super Meat Boy 3D keine grafische Revolution entfacht, passt der gewählte Look perfekt zum Spiel. Die stilisierte Präsentation erlaubt ein paar hübsche Effekte: So bleiben die roten Spuren eurer vorherigen Versuche dauerhaft auf dem Boden zurück, was nicht nur visuell eindrucksvoll ist, sondern auch den chaotischen Charakter der Serie unterstreicht.
Und um das Splatter Spektakel vollends abzurunden, zerplatzen auf der Oberwelt sogar kleine, niedliche Eichhörnchen, sobald ihr sie berührt. Das trifft den bekannten, rabenschwarzen Humor der Reihe punktgenau und sorgt immer wieder für ein kurzes, schuldbewusstes Grinsen.
Auch akustisch liefert das Spiel ab: Die Soundeffekte fügen sich sauber ins Geschehen ein, und der treibende Soundtrack macht genau das, was er soll - er hält euch in Bewegung und verstärkt den Flow, der für diese Art von Spiel so entscheidend ist.
Abgerundet wird der positive technische Eindruck durch eine Reihe sinnvoller Einstellungsmöglichkeiten. Ihr könnt die Steuerung anpassen, Farbblindheitsoptionen aktivieren, Konturen verstärken oder den automatischen Sprint einschalten. Diese Features sind nicht nur komfortabel, sondern verbessern auch die Zugänglichkeit.
Wer darüber hinaus eine zusätzliche Herausforderung sucht, kann sich im Speedrun Modus austoben, ein Feature, das perfekt zum schnellen, wiederholbaren Gameplay von Super Meat Boy 3D passt.
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Vielen Dank an die Firma Headup Games für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 03.April.2026 - 13:28 Uhr












