Spieletest: South of Midnight Weavers Edition NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
31. März 2026

USK 16 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Einzigartige, emotional packende Story
Herausragende Musik und Soundkulisse
Sehr umfangreiche Barrierefreiheitsoptionen
Flüssiges und zugängliches Gameplay
Negativ:
Kamera in Kämpfen gelegentlich problematisch
Leichte technische Unsauberkeiten
Gegnerdesign etwas zu wenig abwechslungsreich
Bewegung teils zu schnell für präzise Passagen

Mit der Weaver’s Edition von South of Midnight liefern die kreativen Köpfe von Compulsion Games, die bereits mit Contrast und We Happy Few aufgefallen sind, ein atmosphärisch dichtes Abenteuer, das euch tief in die Mythenwelt des amerikanischen Südens entführt. Wir haben uns auf der Nintendo Switch 2 in Hazels Reise gestürzt und berichten euch, warum dieses Spiel weit mehr ist als nur ein weiteres Action Adventure.

Eine fein gesponnene Story

Schon zu Beginn entfaltet sich eine Geschichte, die euch unmittelbar in ihren Bann zieht. Als Hazel erlebt ihr, wie ein verheerender Sturm eure Heimatstadt Prospero erschüttert und euch in eine surreale Welt aus Erinnerungen und Legenden zieht. Dabei steht nicht nur die Rettung eurer Mutter im Mittelpunkt, sondern auch die Auseinandersetzung mit eurer eigenen Herkunft und Identität. Ihr erlebt Coming-Off-Age-Bezüge bei gleichzeitiger Verschmelzung von Realität und Fiktion, was einen besonderen Genre-Mix erzeugt.

Besonders eindrucksvoll fanden wir die Erzählweise, die sich über 14 Kapitel hinweg, wortwörtlich wie ein lebendig gewordenes Buch entfaltet. Skizzenhafte Zeichnungen gehen fließend in das Spielgeschehen über, wodurch ihr das Gefühl bekommt, selbst Teil eines düsteren Märchens zu sein. Begleitet werdet ihr dabei von einem ungewöhnlichen Erzähler, einem sprechenden Wels, der mit viel Charme und Tiefe durch die Handlung führt.

Darüber hinaus überzeugt die Geschichte durch ihre folkloristischen Elemente. Begegnungen mit tragischen und zugleich faszinierenden Kreaturen, etwa Figuren, die durch Schmerz mit ihrer Umgebung verschmolzen sind, verleihen dem Abenteuer eine emotionale Wucht, die lange nachhallt.

Verknüpftes Gameplay

Spielerisch setzt South of Midnight auf eine gelungene Mischung aus Action, Erkundung und leichten Rätseln. Hazels zentrale Fähigkeit, die sogenannte Weber Magie, erlaubt es euch, beschädigte Strukturen zu reparieren, Erinnerungen sichtbar zu machen und Gegner gezielt zu beeinflussen.

Bereits früh im Spiel werden euch diese Fähigkeiten zugänglich gemacht. Wir stellten fest, dass viele Mechaniken über kurze Einblendungen erklärt werden und anschließend sofort intuitiv funktionieren. Ob Enterhaken, Doppelsprung oder Wandlauf, alles fügt sich organisch in den Spielfluss ein, ohne dass ihr euch durch komplexe Menüs kämpfen müsst. Das haben wir schon oft anders gesehen und empfanden wir hier absolut erfrischend.

In den Kämpfen entfaltet sich ein überraschend dynamisches System. Hazel kombiniert klassische Angriffe mit magischen Fähigkeiten und Ausweichmanövern, wodurch sich das Gameplay stellenweise fast wie ein flüssiges Hack and Slash anfühlt. Gleichzeitig bleibt genug Raum für ruhigere Passagen, in denen ihr die Welt erkundet und versteckte Geschichten entdeckt.

Leveldesign und Erkundung

Die Spielwelt ist zwar grundsätzlich linear aufgebaut, bietet aber immer wieder Abzweigungen, die euch zum Erkunden einladen. Abseits des Hauptpfades findet ihr Sammelgegenstände, zusätzliche Geschichten und Upgrade Punkte, die eure Fähigkeiten stärken.

Hilfreich ist dabei ein optionaler Leitfaden, der euch jederzeit den Weg zum nächsten Ziel zeigt. Wer jedoch bewusst darauf verzichtet, wird mit einer immersiveren Erfahrung belohnt und entdeckt viele kleine Details, die das Spiel lebendig machen.

Auch die Struktur mit abgeschlossenen Kampfarenen und späteren Bosskämpfen sorgt für klare Spielrhythmen. Diese können bei Bedarf sogar übersprungen werden, was den Fokus stärker auf die narrative Erfahrung legt.

Eine besondere Kunst

Visuell hebt sich South of Midnight deutlich von der Masse ab. Der handgezeichnete Stil verleiht Figuren und Umgebungen eine besondere, fast schon märchenhafte Qualität. Charaktere wirken teilweise wie überzeichnete Karikaturen, was jedoch hervorragend zur Gesamtästhetik passt.

Die Umgebungen selbst sind weich gezeichnet und gleichzeitig realistisch genug, um glaubwürdig zu wirken. Diese Kombination erzeugt eine einzigartige Atmosphäre, die zwischen Schönheit und Verfall pendelt.

Technisch zeigt sich die Switch 2 Version solide. Die Weitsicht ist angenehm, auch wenn gelegentliche Pop ins auftreten. Bei Kontrasten und Farbsättigung reicht das Spiel nicht ganz an Referenztitel wie Horizon Forbidden West heran, bleibt aber dennoch auf einem überzeugenden Niveau.

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