Spieletest: Sockventure NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
14. April 2022

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
ansprechendes Leveldesign
aufbauende Fähigkeiten
anspruchsvolle Passagen
Geheime Routen für Extraspass
Negativ:
mittelmäßiges Balancing der Schwierigkeit
unsaubere Steuerung im letzten Drittel
moderate Abwechslung im Leveldesign
Spielzeit für 20€ nur solide

In Sockventure dürft ihr euch auf einen Hardcore-Platformer freuen, der euch einiges abverlangen will. Ob es uns die Socken ausgezogen hat oder eher ein Fall für die Altkleidertonne ist, klärt dieser Test.

Aufräumen ist wichtig!

Dass Spiele einen erziehungspädagogischen Auftrag verfolgen können, wissen wir seit Jahren. Dem wird Sockventure natürlich nicht gerecht, auch wenn die Startsequenz damit beginnt, dass der Protagonist, ein Kleinkind, aufräumen und seine im Haus verstreuten Socken einsammeln soll. Damit die auch wieder frisch und weich getragen werden können, gehören sie in die Waschmaschine. Dort angekommen passiert, was passieren muss: Die Waschmaschine bekommt monströse Zähne und frisst alle Socken. Die Voraussetzungen für ein etwas ironisch angehauchtes Abenteuer sind geboren.

Hinein in die gefräßige Waschmaschine

Ihr taucht in Form eines kleinen Helden in die Tiefen der Waschmaschine ein. Natürlich, wie es sich für einen anständigen Helden gehört, verfügt dieser über ein Cape. Das ist charmanterweise eine umwickelte Socke. Findet ihr auf dem Abenteuer neue Socken, so ändert sich euer Cape – das nennen wir doch mal Customizing!

Ihr werdet euch von nun an in sieben Kapiteln jeweils diverse Abschnitte meistern müssen. Diese Abschnitte wurden vom Entwickler Nighthouse Games handgezeichnet und mit so mancher Herausforderung versehen, sodass ihr in über 200 Levels eure Fähigkeiten unter Beweis stellen müsst. Wie es sich für einen anständigen Hardcore-Platformer gehört, sind Timing und die Beherrschung eurer Eingabegeräte alles!

Im ersten Kapitel macht ihr euch noch ganz gemächlich mit den Fähigkeiten eures sockenumhüllten Superhelden vertraut und schafft es recht schnell durch die Level. Danach zieht der Schwierigkeitsgrad sukzessive an. Ihr müsst auf eurem Wege durch die verfluchte Waschmaschine an diversen Hindernissen vorbeikommen. Seien da Stachelfallen, Feuerhindernisse, Laserstrahlen, tödliche Rasierblätter, sprudelnde Lava oder hinabsausense Sensen. Natürlich gibt es noch einiges mehr, aber wer will schon alle Gemeinheiten vorab kennen, ehe man sich an ihnen die Zähne ausbeißt?

Gameplay-Inspiration großer Vorbilder

Selbstverständlich erhebt Sockventure nicht den Anspruch, sonderlich innovativ zu sein. Dafür ist das Genre bereits durch andere Vertreter zu sehr perfektioniert worden. Dass man sich charmant an solch großen Namen wie Celeste, Super Meat Boy und anderen bedient hat, spürt man durchwegs im Gameplay. Das ist aber in diesem Kontext nichts Schlechtes, denn die guten Überlegungen anderer Studios sorgen auch hier für eine weitere Tiefe und kluge Implementierung von Features.

Eine Erweiterung findet das Spiel im stetigen Ausbau von Fähigkeiten. Ihr beginnt in den früheren Kapiteln noch mit dem Wandsprung und arbeitet euch schnell vor zum Doppelsprung, Sprint, einem Dash-Move in der Luft und einem Stampfer, indem ihr Objekte unter euch zertrümmern könnt.

Spätestens in Kapitel sechs werdet ihr merken, dass die Kombination dieser, für sich einfachen Fähigkeiten in einem Bruchteil einer Sekunde eine große Herausforderung darstellen werden, die geübt werden wollen, ehe sie gemeistert werden können. Im Spielmenü erhaltet ihr jederzeit eine Übersicht über die im jeweiligen Kapitel gesammelten Münzen als auch der erfolgten Tode. In unserem Test sind wir bis auf Ausnahmen durch alle Kapitel mit unter 100 Toden davongekommen. In Kapitel sechs stieg der Schwierigkeitsgrad aber so unverhältnismäßig an, dass wir das letzte Level des Kapitels bei einem Todesscore von über 1000 abschließen konnten. Das hatte aus unserer Sicht diverse Gründe:

1. Die Kombination von Fähigkeiten erhöhte die Komplexität enorm 2. Das Leveldesign ist deutlich restriktiver designt und verzeiht Fehler noch weniger 3. Die Mechaniken, die auch durch die Kombination der erworbenen Fähigkeiten angesprochen werden, funktionieren nicht immer reibungslos, sodass diverse Tode auf ein willkürliches Funktionieren der Gameplay-Mechaniken und nicht zwingend auf fehlenden Skill zurückzuführen sind

Dies führte dazu, dass wir besonders die letzten beiden Kapitel im Balancing als deutliches Downgrade empfunden haben. Wenn ein Spiel das Gefühl dafür aufgibt, den Spieler neben Frustmomenten hinreichend häufig durch Checkpoints oder kleinere Fortschritte durch einen Lernkurveneffekt zu belohnen, dann sinkt die Spielmotivation. Hier lässt Sockventure ein paar Punkte liegen, die es getrost hätte mitnehmen können, wäre die Mechanik an einzelnen Stellen sauberer.

Ein Beispiel hierfür: Ihr begegnet im letzten Drittel des Spiels kleinen blauen Pfeilen in den Levels, die sich rotieren lassen, sowohl mit dem Steuerkreuz als auch mit dem Stick, was es leichter macht. Da ihr aber nur Bruchteile einer Sekunde habt, um die richtige Eingabe zu wählen, damit der Pfeil so ausgerichtet ist, dass er euch in die richtige Richtung katapultiert, wäre eine maximale Eingabegenauigkeit erforderlich. Dies ist hier aber nicht gegeben, sodass wir etliche Male in den Tod gestürzt sind, obwohl wir längst begriffen hatten, was zum erfolgreichen Meistern der Passage an Eingaben erforderlich ist.

Die bunte Technik

Neben den bereits erläuterten Mechaniken performt das Spiel sehr gut. Man merkt, dass der vorherige Steam-Release und die zusätzliche Entwicklungszeit der Performance von Sockventure gut getan haben. Wir haben keine Bugs, Freezes oder andere technische Auffälligkeiten wie Framerate-Drops erkennen können. Stattdessen wurden wir mit einer Vielzahl hübscher Leveldesigns beglückt, die sich innerhalb der jeweiligen Kapitel aber nur in moderatem Maße abwechselten. Stattdessen setzt man bei Nighthouse Games auf schöne Neon-Effekte und spacige Sounds. Lediglich das Design bzw. die Implementierung des Kinderkopfes bzw. der Dialogzeilen wirkt sehr gering budgetiert. Sonst wirken die Szenerien innerhalb der verfluchten Waschmaschine ansprechend und abwechslungsreich, auch wenn es ein wenig abstrus vorzustellen ist, dass in einer Waschmaschine Laser, Feuer und andere todbringende Gefahren lauern mögen.

Preis-Leistungsverhältnis

Der Umfang fällt in Sockventure moderat aus. Die ersten fünf Kapitel lassen sich in der Regel jeweils zwischen 5 und 25 Minuten abschließen. Natürlich je nach Skill im Hardcore-Platforming. Die letzten beiden erfordern etwas mehr Geduld und Geschick, was aber auch am Balancing des Spiels liegt. Darüber hinaus können noch 3 weitere Abschnitte freigeschaltet werden, sobald ihr die Hauptgeschichte geschafft habt. Insgesamt ein vernünftiges Angebot für den eShop-Startpreis von 19,99€, auch wenn sicherlich auch ein paar Euro weniger Fair gewesen wären.

Fazit

Sockventure ist ein spaßiger Hardcore-Platformer, der sich an einigen Features großer Vorbilder wie Celeste bedient, jedoch nicht die Qualitäten der Story und Vielseitigkeit erreicht. Neben kleineren Herausforderungen beim Balancing macht der Titel eine tolle Figur und ist fordernd. Wer auf ein Neon-Farbkonzept anschlägt und seine Frustration gut im Griff hat, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.

Grafik
8
Sound
7
Gesamt
7.5

verfasst von „ Maik“

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Vielen Dank an die Firma Versus Evil für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 22.April.2022 - 09:28 Uhr