Spieletest: Resident Evil 7 biohazard Gold Edition NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
27. Februar 2026

USK 18 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Extrem dichte Horroratmosphäre
Konsequente Ressourcenknappheit
Intimes, fokussiertes Setting
Hervorragendes Sounddesign
Negativ:
Teilweise lineare Struktur im späteren Verlauf
Gegnerdesign weniger ikonisch als frühere Serienteile
Kampfsystem bewusst sperrig

Als Capcom die traditionsreiche Reihe mit einem radikalen Perspektivwechsel neu ausrichtete, war das mehr als ein technisches Experiment – es war eine inhaltliche Rückbesinnung. Statt globaler Verschwörungen und überbordender Action erzählt Resident Evil 7 die Geschichte eines gewöhnlichen Mannes, Ethan Winters, der auf der Suche nach seiner vermissten Frau in ein abgelegenes Haus in Louisiana gerät. Was als persönliche Mission beginnt, kippt rasch in einen beklemmenden Albtraum.

Das Setting bleibt bewusst konzentriert: Ein scheinbar verlassenes Anwesen, eine zerrüttete Familie, eine unsichtbare Bedrohung, die Körper und Geist verändert. Der Horror entfaltet sich nicht über Spektakel, sondern über Nähe. Die Ego-Perspektive sorgt dafür, dass Schrecken nicht beobachtet, sondern erlebt wird – ein Ansatz, der bei der Erstveröffentlichung in 2017 als mutiger Bruch mit der Seriengeschichte gefeiert wurde.

Dabei verzichtet das Spiel auf übermäßige Exposition. Vieles erschließt sich durch Umgebung, Dokumente und subtile Hinweise und Rätsel. Die Geschichte bleibt persönlich und reduziert, ohne ihren größeren Kontext zu leugnen.

Überleben als Grundzustand

Spielerisch setzt Resident Evil 7 auf klassische Survival-Horror-Tugenden. Die Ressourcen sind knapp, Heilmittel müssen kombiniert und eure Munition sorgfältig eingesetzt werden. Jeder Raum kann Gefahr bedeuten, jede Tür ein Risiko. Das Inventar ist limitiert, Speicherpunkte sind nicht selbstverständlich, daher plant ihr besser euren Weg, als immer mitten durch zu gehen.

Das Anwesen fungiert als zentraler Knotenpunkt. Neue Schlüsselobjekte eröffnen zuvor verschlossene Bereiche, wodurch ein organisches Backtracking entsteht. Diese Struktur erinnert an frühere Serienteile, wirkt hier jedoch deutlich intensiver, da bekannte Räume durch veränderte Situationen plötzlich neue Bedrohungen bergen können.

Das Kampfsystem bleibt funktional und bewusst etwas sperrig. Waffen fühlen sich nicht wie Machtinstrumente an, sondern wie letzte Rettungsanker. Dieser Ansatz unterstreicht das Grundgefühl der Verwundbarkeit und unterscheidet das Spiel deutlich von actionbetonteren Ablegern.

Ausrüstung, Interaktion und Leveldesign

Die Ausrüstungspalette ist überschaubar, aber sinnvoll abgestimmt. Pistolen, Schrotflinten und improvisierte Werkzeuge decken unterschiedliche Situationen ab, ohne das Spiel zur Schießbude verkommen zu lassen. Crafting erfolgt über Chemikalien, die zu Heilmitteln oder Munition verarbeitet werden – ein reduziertes, aber effektives System.

Die Umgebung ist dabei nie bloße Kulisse. Mechanische Rätsel, Embleme, versteckte Fächer und verschlossene Durchgänge greifen logisch ineinander. Das Leveldesign folgt einer klaren inneren Struktur, die glaubwürdig wirkt und die Südstaaten-Atmosphäre konsequent transportiert: modrige Wände, bröckelnder Putz, organischer Verfall.

Sammelobjekte erfüllen mehrere Funktionen. Neben optionalen Verbesserungen liefern sie Hintergrundinformationen, die das Geschehen vertiefen. Wer aufmerksam sucht, wird mit zusätzlichen Einblicken und spielerischen Vorteilen belohnt.

Audiovisuelles Konzept und Immersion

Technisch profitiert das Spiel deutlich von Capcoms RE Engine. Die Beleuchtung erzeugt realistische Schatten, Oberflächen wirken greifbar, und das Spiel versteht es, Dunkelheit gezielt einzusetzen. Statt visueller Überreizung dominiert kontrollierte Reduktion.

Besonders herausragend ist das Sounddesign. Lange Phasen beinahe vollständiger Stille werden von subtilen Geräuschen durchbrochen: knarrende Dielen, entfernte Schritte, unidentifizierbare Laute. Musik wird sparsam eingesetzt, wodurch jeder Klang an Gewicht gewinnt. Mit Kopfhörern entfaltet sich eine fast unangenehme Intensität.

Diese Kombination aus visueller Detailtreue und akustischer Zurückhaltung sorgt für ein hohes Maß an Authentizität. Das Haus wirkt bewohnt – oder besser: befallen. Der Horror entsteht aus Atmosphäre, nicht aus Dauerbeschallung.

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