Spieletest: PARANORMASIGHT: The Mermaids Curse NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
19. Februar 2026

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Überragende, vielschichtige Mystery-Story
Tolle Nutzung von Meta-Elementen (Storyteller)
Dichte, unheimliche Atmosphäre auf Kameshima
Negativ:
Keine Sprachausgabe (nur Text)
Texte komplett auf Englisch (kein Deutsch)

Mit The Seven Mysteries of Honjo landete Square Enix vor einigen Jahren einen echten Überraschungshit im Visual-Novel-Genre. Nun geht der interaktive Horror in die nächste Runde. Wir stürzen uns in Paranormasight: The Mermaid's Curse auf die Suche nach der Wahrheit.

Es gibt Spiele, die brauchen keine bombastische Grafik, um einen völlig in ihren Bann zu ziehen. Der Vorgänger von Paranormasight hat bewiesen, dass ein cleveres Skript, eine unheimliche Atmosphäre und ein Schuss Meta-Humor ausreichen, um ein Genre-Highlight zu schaffen. Der Nachfolger The Mermaid's Curse schlägt nun in die gleiche Kerbe und entführt uns auf die isolierte Insel Kameshima. Doch während die Story uns begeistert, lässt uns die technische Umsetzung mit einigen Fragezeichen zurück.

Die Story: Tauchgang in die Dunkelheit

Im Zentrum der Geschichte steht der 18-jährige Yuza Minakuchi. Er ist auf Kameshima geboren und aufgewachsen. Einem Ort, der nicht nur von den Wellen des Ozeans, sondern auch von einer dunklen Vergangenheit umspült wird. Vor genau fünf Jahren verlor Yuza bei einem verheerenden Schiffsunglück beide Elternteile. Ein beklemmendes Geheimnis überschattet seine Familie, denn ausgerechnet Yuzas Mutter soll maßgeblich in das Unglück verstrickt gewesen sein.

Um das Erbe seiner Mutter anzutreten, strebt Yuza an, ein sogenannter Ama-Taucher (Meermensch) zu werden. Doch während eines Tauchgangs begegnet er einem Tokokazuki – einem Geist, der Taucher in den Abgrund zieht. Wie der Titel bereits andeutet, ist Yuza auf der Suche nach einer Meerjungfrau, die der Schlüssel zur Wahrheit hinter dem Schiffsunglück zu sein scheint.

Ein erzählerisches Puzzle: Ein besonderes Highlight ist die komplexe Struktur. Wir erleben die Geschichte aus acht verschiedenen Perspektiven, die auf vier Paare aufgeteilt sind. Diese ständigen Wechsel sorgen dafür, dass sich das Mysterium wie ein gewaltiges Puzzle Stück für Stück zusammensetzt.

Atmosphäre & Immersion: Zeit nehmen, Welt ausblenden

Wer sich auf Kameshima wagt, sollte eines wissen: The Mermaid's Curse ist kein Spiel für eine laute Zugfahrt zwischendurch. Um wirklich in die beklemmende Stimmung einzutauchen, müsst ihr euch Zeit nehmen und Ablenkungen vermeiden. Das Spiel belohnt ungeteilte Aufmerksamkeit. Die dichte Atmosphäre baut sich langsam auf, und wer sich voll auf das Geheimnis einlässt, wird regelrecht in den Bildschirm gezogen.

Gameplay-Mechaniken: Ein mysteriöser Begleiter

Wie schon im Vorgänger taucht der mysteriöse Geschichtenerzähler (Storyteller) auf. Er durchbricht die vierte Wand und erklärt euch Spieltechniken wie das Recollection-Feature, mit dem ihr Erinnerungen analysiert, um in der Geschichte voranzukommen. Das verleiht dem Spiel eine tolle Meta-Ebene, die perfekt zur gruseligen Grundstimmung passt.

Steuerung: Ein Point & Click ohne echten Pointer

Hier folgt eine kleine Ernüchterung: Da es sich bei dem Spiel nicht um eine Entwicklung speziell für die Switch 2 handelt, ignoriert Square Enix die neue Maus-Funktion der Joy-Cons natürlich komplett. Anstatt den Cursor intuitiv per Pointer über den Bildschirm flitzen zu lassen, müssen wir uns mühsam mit dem Analogstick durch die Umgebungen arbeiten. Bei einem Point-and-Click-Adventure auf der Switch 2 ist das eine schmerzlich verpasste Chance und fühlt sich unnötig klobig an.

Sound & Lokalisierung: Stille Wasser und englische Texte

The Mermaid's Curse geht einen harten Weg für hiesige Spieler: Das Spiel verzichtet komplett auf eine Sprachausgabe. Es gibt keinerlei Vertonung, ihr seid voll und ganz aufs Lesen angewiesen. Zudem sind sämtliche Texte ausschließlich auf Englisch (oder Japanisch) verfügbar. Eine deutsche Übersetzung fehlt gänzlich, was bei den teils komplexen Dialogen eine echte Hürde darstellen kann.

Fazit

Ein Muss für Genre-Fans! Paranormasight: The Mermaid's Curse ist erzählerisch eine Wucht. Die acht Perspektiven und die düstere Folklore-Story rund um die Ama-Taucher und Meerjungfrauen sind meisterhaft geschrieben. Wer das Nischen-Genre der Visual Novels liebt und kein Problem mit viel englischem Text ohne Vertonung hat, bekommt hier ein atmosphärisches extrem dichtes Mystery-Werk. Allerdings trüben die (für Switch 2) vermisste Pointer-Steuerung und die fehlende Lokalisierung den Gesamteindruck. Square Enix liefert hier inhaltlich ab, zeigt sich technisch aber noch mit Potenzial.

Grafik
8
Sound
7
Gesamt
8.5

verfasst von „Philipp“

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Vielen Dank an die Firma Square Enix für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 25.Februar.2026 - 12:43 Uhr