Spieletest: MIO: Memories in Orbit NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
20. Januar 2026

USK 12. unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Einzigartige, atmosphärische Welt mit starkem Artstyle
Tiefgehendes Metroidvania Gameplay mit sinnvoller Charakterentwicklung
Flexibles Mod System für unterschiedliche Spielstile
Stabile Technik und saubere Performance
Negativ:
Einstieg erfordert Geduld und Anpassung
Bleibt im Narrativ teils zu kryptisch
Wiederholter Weg zum Boss kostet Zeit
mehr Backtracking durch fehlende Marker

Barrierefreiheit und Optionen

Neben der bereits erwähnten Einstellung „Erodierte Bosse“ bei Bosskämpfen bietet das Spiel eine Option „Parzifist“, bei der Gegner erst dann aggressiv werden, wenn ihr selbst einen Kampf initiiert. Dadurch könnt ihr Gebiete zunächst gefahrloser erkunden, Ressourcen, Geheimnisse und Items sammeln und alte Maschinen plündern. Die dritte Unterstützungsoption ist die „Bodenheilung“ welche bei Bodenkontakt MIO temporär mit einer Schutzschicht umhüllt.

Gerade in den ersten Spielstunden erwiesen sich diese Einstellungen als sehr hilfreich. Da ihr nach dem Tod häufig zum letzten Speicherpunkt zurückgesetzt werdet und Wege erneut zurücklegen müsst, kann das Erkunden sonst mühsam werden. Diese Optionen ermöglichen es euch somit, das Tempo und den Schwierigkeitsgrad ein Stück weit an eure Vorlieben anzupassen, ohne das Kernerlebnis zu verfälschen. Darüber hinaus könnt ihr euch den klassischen Soundeinstellungen widmen oder die Tastenbelegung und Achsen-Einstellung inviertieren, falls ihr beim häufigen Platforming andere Tastenkombinationen bevorzugt.

Grafik und künstlerisches Design

Visuell ist MIO: Memories in Orbit ein echter Blickfang. Die Welt ist filigran gezeichnet, geprägt von Aquarell und Pastellfarben, die einen starken Kontrast zur technischen Umgebung und der harten Thematik des Verfalls bilden. Diese Mischung aus organischen Formen und kalter Mechanik erzeugt einen einzigartigen Stil, der sich deutlich von Genrevertretern abhebt.

Auf der Nintendo Switch 2 kommt diese Ästhetik hervorragend zur Geltung. Details bleiben auch in Bewegung scharf, Animationen wirken flüssig und die einzelnen Biome mit ihren Maschinen und Wächtern besitzen klare visuelle und spielerische Identitäten. Für uns war jeder neue Bereich ein kleines Highlight, weil er stets neue Eindrücke bot und zum Innehalten einlud.

Dass wir in einem Metroidvania nicht nur eine vielschichtige und erkundungswürdige Map zu Gesicht bekommen, sondern auch 15 Bosse, ist keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der Spiele von visuellen und akustischen Hilfestellungen überfrachtet werden, statt den Spieler mit dem schieren Glücksgefühl der Genugtuung überkommen zu lassen, selbst etwas entdeckt oder nach zahlreichen Anläufen geschafft zu haben, ohne Hürden überspringen zu dürfen. Diese Toleranz und die damit einhergehende Fähigkeit von Spielern, droht der Industrie verloren zu gehen. Umso erwähnenswerter für uns, dass Publisher Focus Entertainment seinem Entwicklerstudio Douze Dixièmes diese Freiheit zugestanden hat und - so wie wir auch - mit einem hervorragenden Spieldesign, das vor Kreativität und Herausforderung strotzt, belohnt wurde.

Sound und Musik

Die musikalische Untermalung hält sich meist bewusst im Hintergrund und geht trotzdem in Mark und Bein. Sanfte, dezente Sounds, begleiten eure Reise durch das Gefäß, ohne sich aufzudrängen. Dabei erlebt ihr choral-mystische Klänge, vielseitige Instrumentalität, die mit Harmonien und Dissonanzen spielt, Geschwindigkeit und Lautstärke nutzt, um am Ende ein perfektes, ambientes Sounddesign entstehen lässt. Doch auch elektronische Bezüge, wie man sie aus Dubstep kennt, sind dabei. Mit insgesamt über 70 Musikstücken hat Komponist Nicolas Gueguen seine Bandbreite eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die dadurch so stimmige Symbiose aus Atmosphäre und Sound, die das Gefühl von Einsamkeit, Bedrohung, aber auch Hoffnung und Entdeckung unterstreicht, begleitet euch auf eurer gesamten Reise mit MIO. Uns versetzte diese fein arrangierte Klangkulisse zeitweilig sogar in eine meditative Stimmung, sodass das Spielgeschehen und eigene Erleben einfach immer weiterfließen konnte.

Technik und Performance

Technisch zeigte sich MIO: Memories in Orbit in unseren Testsessions von seiner besten Seite. Die Performance auf der Nintendo Switch 2 war durchgehend stabil, Eingaben wurden präzise umgesetzt, was für einen Platformer und Metroidvania dieser Art unerlässlich ist. Bis auf seltene Mikro-Lags konnten wir darum keine nennenswerten technischen Probleme feststellen. Auch die Ladezeiten hielten sich im Rahmen und störten, auch bei Respawns, den Spielfluss kaum.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt der Einstieg. Gerade zu Beginn, in der ersten Spielstunde, hätten minimale Erklärangebote helfen können, wenn man längere Zeit feststeckt. Dennoch ist dies weniger ein technischer Mangel als eine bewusste Designentscheidung, die nicht jeden Spielertyp gleichermaßen abholt.

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Fazit

MIO: Memories in Orbit ist ein bemerkenswertes Metroidvania, das nicht laut um Aufmerksamkeit buhlt, sondern sie sich leise und konsequent verdient. Es nimmt sich Zeit, fordert Geduld und belohnt Entdeckergeist mit einer faszinierenden Welt, tollem Klang, tiefgehenden Systemen und einem starken künstlerischen Stil, geprägt von Aquarell und Pastell. 15 einzigartige Wächter-Bosse mit individuellen Angriffsmustern werden euch dabei einiges abverlangen, wenngleich Schwierigkeitsgrad und Mechaniken stets fair bleiben. Mit der Zeit entdeckt ihr Verbesserungs-Modifikationen, die ihr taktisch wechseln und ausbauen könnt und neue Fähigkeiten, die euer Traversal bereichern. Wer bereit ist, sich auf dieses Tempo einzulassen, erlebt eine Reise voller Geheimnisse, Entwicklung und emotionaler Momente.

Grafik
9.5
Sound
9
Gesamt
9

verfasst von „ Maik“

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Vielen Dank an die Firma Focus Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 23.Januar.2026 - 19:33 Uhr