Spieletest: FINAL FANTASY VII REMAKE INTERGRADE NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
22. Januar 2026

USK 16 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Fantastische, stabile Optik im Docked- und Handheld-Modus
Modernes Kampfsystem begeistert auch FF-Skeptiker
Charaktere erhalten deutlich mehr Tiefe als im Original
Blitzschnelle Ladezeiten
Negativ:
Story wirkt stellenweise künstlich gestreckt (5h Inhalt auf 40h aufgebläht)
Ende für Neueinsteiger ohne Vorwissen schnell verwirren
Spielwelt ist wunderschön, aber kaum interaktiv (Kulissen-Effekt)

Clouds Rückkehr - ein Meisterwerk mit Ecken und Kanten

Fast 30 Jahre nachdem Cloud Strife Nintendo den Rücken kehrte, ist das Ex-SOLDAT-Mitglied endlich wieder nativ auf einer Nintendo-Konsole zu Hause. Unser Test zeigt: Die Switch 2 vollbringt hier ein technisches Wunder, doch das Epos verlangt Spielern einiges ab.

Ich muss direkt zu Beginn ein Geständnis ablegen: Ich war nie der größte Final Fantasy-Jünger. Als das legendäre Original 1997 die PlayStation-Welt eroberte, ließ es mich seltsam kalt. Die Geschichte war interessant, sicher, aber das Gameplay? Das klassische ATB-System empfand ich damals als sperrig, langsam und wenig einladend. Der Funke wollte einfach nicht überspringen.

Umso gespannter (und skeptischer) war ich, als ich Final Fantasy VII Remake Intergrade auf meiner Switch2 startete. Würde mich die moderne Neuinterpretation genauso verlieren wie das Original vor fast drei Jahrzehnten?

Die Antwort ist ein klares, begeistertes "Jein" mit starker Tendenz zum "Ja". Was Square Enix hier auf Nintendos neuer Hardware abliefert, hat meine Meinung auf jeden Fall geändert. Das Remake hat es mit seinem frischen Gameplay und der brillanten technischen Umsetzung geschafft, das Spiel für mich zu einem echten Highlight zu machen. Doch wo viel Licht ist, da ist auch Schatten.

Die Story: Ein zweischneidiges Schwert

Für alle, die vielleicht zum ersten Mal das Panzerschwert in die Hand nehmen: Worum geht es eigentlich? Ihr schlüpft in die Rolle von Cloud Strife, einem ehemaligen Elite-Soldaten, der nun als Söldner in der von Mako-Reaktoren verseuchten Metropole Midgar arbeitet. Zusammen mit der Öko-Rebellengruppe Avalanche kämpft ihr gegen den übermächtigen Shinra-Konzern.

Hier zeigt sich die größte Stärke und zugleich die größte Schwäche des Remakes: Square Enix nimmt einen Abschnitt, der im Originalspiel von 1997 gerade einmal 5 bis 10 Stunden dauerte, und bläst ihn auf ein 40-Stunden-Epos auf.

Das Gute: Die Charaktere bekommen endlich Raum zum Atmen. Figuren wie Jessie, Biggs und Wedge, die früher nur Statisten waren, wachsen einem nun wirklich ans Herz. Für Neueinsteiger ist der Beginn daher eine fantastischer, emotionaler Einstieg in das Universum.

Das Problem: Diese Streckung führt unvermeidlich zu "Füllmaterial". Manche Kapitel fühlen sich künstlich in die Länge gezogen an, und nicht jeder Nebenplot trägt die Spannung. So kann man zwischendurch entlaufende Katzen einfangen oder Kammerjäger spielen, was aber nicht zur Dringlichkeit der Hauptstory passt.

Die Newcomer-Falle: Während man zu Beginn noch gut an die Hand genommen wird, dreht die Story gegen Ende völlig auf. Da es sich um eine "Neuinterpretation" handelt, spielt das Spiel bewusst mit den Erwartungen der Kenner. Wer das Original nicht kennt oder kein Wiki zur Hand hat, könnte im bombastischen Finale verwirrt zurückbleiben, da hier plötzlich Meta-Wissen über das gesamte FF7-Universum vorausgesetzt wird.

Ein visuelles Fest – aber nur zum Angucken

Kommen wir zur Technik. Wie läuft ein PS5-Titel auf einem Handheld? Das Ergebnis ist verblüffend: Es läuft nativ und es läuft fantastisch. Wir konnten im Test keine technischen Probleme feststellen. Dank Nvidias DLSS-Technologie zaubert die Switch 2 knackscharfe Bilder auf den TV und den Handheld-Screen.

Der Mako-Reaktor 1: Der giftgrüne Nebel und die metallischen Oberflächen wirken unglaublich plastisch.

Aeriths Haus: Die leuchtenden Farben der Blumenbeete bilden einen wunderschönen Kontrast zur düsteren Industriewelt. Auf dem Bildschirm der Switch 2 kommen diese Farben so lebendig zur Geltung, dass man fast den Duft der Blumen zu riechen glaubt.

Der Wall Market: Neonreklamen, Menschenmassen, Feuerwerk dass die Switch 2 diese Dichte so gut darstellt darstellt, ist schlichtweg beeindruckend.

Doch die Schönheit hat ihren Preis: Die Welt ist oft eher ein interaktives Gemälde als eine lebendige Welt. So atemberaubend die Slums von Sektor 7 auch aussehen, ihr könnt kaum mit ihnen interagieren. Stühle lassen sich nicht umwerfen (und sind manchmal unüberwindbare Hindernisse), NPCs reagieren kaum auf euch, und die Umgebung ist weitgehend statisch. Es ist der klassische "Kulissen-Effekt": Man läuft durch wunderschöne Schläuche, darf aber nur gucken, nicht anfassen. Das wirkt im Jahr 2026 manchmal etwas altbacken.

Auf die Ohren: Ein Soundtrack für die Ewigkeit

Nicht nur optisch, auch akustisch ist der Ausflug nach Midgar eine Offenbarung. Der Soundtrack nimmt die ikonischen Melodien von Nobuo Uematsu (wie das treibende "Bombing Mission" Theme oder das sanfte "Aerith's Theme") und verpasst ihnen ein modernes, orchestrales Gewand, das dynamisch auf das Spielgeschehen reagiert. Schleicht ihr, sind die Töne gedämpft und spannungsgeladen; bricht ein Kampf aus, schwillt die Musik nahtlos zu einem Orchester-Sturm an. Dazu kommt eine hervorragende deutsche Synchronisation. Unser Tipp: Spielt im Handheld-Modus unbedingt mit Kopfhörern! Die Lautsprecher der Switch 2 sind zwar solide, aber die akustische Tiefe und der Bass dieses Soundtracks entfalten sich erst direkt auf den Ohren so richtig.

Gameplay: Endlich Action statt Stillstand

Der Hauptgrund, warum mich das Original damals verlor, war das Kampfsystem. Hier glänzt das Remake am stärksten. Es wirft die starren Fesseln von 1997 ab und präsentiert mit dem erneuerten ATB-System einen genialen Hybriden.

Ihr steuert Cloud in Echtzeit, schlagt zu, weicht aus und blockt. Füllt sich euer Balken, friert ihr die Zeit fast komplett ein (der "Taktik-Modus") und wählt Zauber. Für jemanden wie mich, dem das alte System zu träge war, ist das eine Offenbarung. Es kombiniert Action mit Strategie. Besonders im Handheld-Modus macht dieses System unglaublich viel Spaß, da man auch im Chaos dank der guten Übersicht nie die Kontrolle verliert.

Das volle Paket: Intergrade & Yuffie

Inhaltlich wurde nicht gespart. Ihr erhaltet die volle Intergrade-Version inklusive der Episode INTERmission. In diesem DLC spielt ihr die Ninja-Diebin Yuffie Kisaragi, die sich noch schneller und dynamischer spielt als Cloud. Ein perfekter Bonus direkt mit im Paket.

Fazit

Ein Highlight für Fans und solche, die es nie waren. Wir waren skeptisch. Wir hatten Angst vor technischen Kompromissen. Doch Square Enix hat geliefert. Final Fantasy VII Remake Intergrade auf der Switch 2 ist ein technisches Meisterstück. Aber viel wichtiger: Es ist ein spielerisches Highlight. Selbst wenn ihr mit dem Original von 1997 und seinem sperrigen Gameplay nie warm geworden seid, solltet ihr diesem Spiel eine Chance geben. Man muss jedoch akzeptieren, dass die Story manchmal unnötig in die Länge gezogen wirkt und das Ende Neueinsteiger mit Fragezeichen zurücklassen kann. Wer über diese narrativen Stolpersteine und die etwas statische Spielwelt hinwegsehen kann, bekommt eines der besten RPGs für die Switch 2.

Grafik
9
Sound
10
Gesamt
8.5

verfasst von „Philipp“

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Vielen Dank an die Firma SQUARE ENIX für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 21.Januar.2026 - 12:33 Uhr