Spieletest: Live a Live NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
22. Juli 2022

USK 12 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Unglaublich gute Grafik-Überarbeitung
Genial erzählt
Die beste Version des Spiels
Negativ:
Teils etwas detailarme Dungeons
Mehr Musikstücke pro Story wären gut
Nix für Neutechnikfetischisten

Es gibt sie noch, die überraschenden Veröffentlichungen ohne konkreten Franchise Bezug. Wer hätte denn damit gerechnet, dass Square Enix das Super Nintendo hidden gem Live a Live wiederveröffentlicht und das auch noch in einer visuell und akustisch vollständig überarbeiteten Version? Die Nintendofans-Redaktion zumindest nicht. Umso erfreuter sind wir darüber, das Spiel nun in Händen halten zu dürfen und zu überprüfen, ob das damals bahnbrechende Spielkonzept auch heute noch vom Hocker reißen kann. Also, alle Termine abgesagt, Knabberzeug bereit gestellt, Live a Live für Nintendo Switch eingelegt und auf zum Test.

Warum ein Remake?

Für viele (ältere) Spieler ist das Super Nintendo das Maß aller Dinge in Sachen Spielesortiment. Publisher wie Konami, Capcom, Square, Enix und auch Nintendo selbst waren absolut on fire und hauten einen Megakracher nach dem nächsten raus. Diese Konsole legte den Grundstein für den Siegeszug des jRPG außerhalb Japans. Dabei waren vor allem die Square (bzw. Squaresoft) Titel in aller Munde. Allen voran Secret of Mana, Final Fantasy 4-6 und natürlich das sensationelle Chrono Trigger, welches viele Hitlisten zum allerbesten jRPG aller Zeiten kürten. Was für ein gewaltiger Schatten, der sich da über alle anderen Veröffentlichungen legte und selbst die Releases aus dem eigenen Hause der verdienten Aufmerksamkeit beraubte. Zunächst war der Plan, dass Live a Live noch vor Final Fantasy 6 erscheinen sollte, aber durch Verzögerungen in der Produktion wurde die Reihenfolge geswitcht. Wer weiß, ob nicht das am Ende einer der Gründe dafür war, warum man sich für einen Japan-exklusiven Release entschieden hatte. Damals war ein weltweiter Release mit der aufwendigen Lokalisierung und nötigen Werbung ein großes Risikogeschäft, das man nur bei absoluten Schwergewichten eingegangen ist. Selbst das kongeniale Final Fantasy 6 war im Westen kein Selbstläufer und so wollte man wahrscheinlich die eigenen Verkäufe nicht schmälern.

Aus heutiger Sicht ist es nicht mehr nachzuvollziehen, wie man Live a Live nicht für einen absoluten Hochkaräter halten konnte, aber damals war es seiner Zeit einfach noch voraus. Man war es gewöhnt, einem heroischen Ritter und seiner Geschichte zu folgen und diese dann auch stringent zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Live a Live präsentierte sich mit seinen sieben Haupthelden, ihren individuellen Designs und Storylines und den unterschiedlichen Gameplaymechaniken sehr gewagt. Nach der megaerfolgreichen Veröffentlichung von Octopath Traveller, welches ein ähnliches Konzept verfolgt, konnte man sich aber sicher sein, dass die heutige Spielegemeinde bereit ist für einen Klassiker. Einen Klassiker, den selbst eingefleischte Super Nintendo und jRPG Fans bislang vielleicht noch nie gespielt haben.

Ein bombastisches Remake

Square Enix hat sich nicht lumpen lassen und das komplette Spieldesign überarbeitet. Dem Spiel wurde der aus Octopath Traveller bekannte HD-2D Look verpasst und man muss sagen, dass Live a Live sogar noch ein bisschen besser aussieht, als das Vorbild. Die Farben sind kräftiger und die Details noch beeindruckender. Während einige Kulissen, wie vom Super Nintendo bekannt, etwas mager bestückt sind, rauben einem andere manchmal den Atem. Dies liegt aber auch daran, dass jede Storyline von einem anderen Lead-Designer entwickelt wurde. Akiras Geschichte in der nahen Zukunft erinnert an Roboter-Animes oder auch an Mystical Ninja 3 und präsentiert sich irgendwo zwischen knalligem Steampunk und Sci-Fi mit sehr irdischen Einflüssen. Die Story von Oboromaru im Japan der Shinobi kommt dagegen eher einem klassischen Western nahe und ermöglicht das Durchspielen ebenso im Stealth-, wie auch im Offensivmodus. Im wilden Westen dominieren Wüstenfarben und der Ton erinnert an Spielfilme des gleichen Genres. In der Steinzeit gibt es logischerweise noch keine verständliche Sprache und so verständigen sich die Protagonisten meist nonverbal oder durch Laute. Fans von Mittelalterrollenspielen werden ebenso bedient, wie Fans von echter Zukunfts-Science-Fiction. Es ist schlichtweg ein geniales Konzept, jeder möglichen Zeitepoche eine Storyline zu widmen und diese am Ende auch noch geschickt zusammen zu führen. Das hat schon damals gut funktioniert und ergibt im neuen Gewand absolut Sinn. Es kann schon an dieser Stelle verraten werden, dass die Super Nintendo Version in Anbetracht dieses Remakes vollständig obsolet wird. Das Original hat ab heute nur noch geschichtliche Relevanz. Diese sollte aber weiterhin hoch gehalten werden, denn auch in Sachen Gameplay war das Spiel damals vollständiges Neuland.

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