Spieletest: Crash Bandicoot 4: Its About Time NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
12. März 2021

USK 6 Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-2

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
ganz eigene, crashige Optik
viel Einfallsreichtum und Dynamik
regelmäßige Nostalgieduschen
präzise Steuerung trotz Frustgarantie
Negativ:
Abstriche in der Handheld-Präsentation
Chancen im Schwierigkeitsgrad-Balancing

Es wurde Zeit

In den 90ern ging es zunächst bei Naughty Dog mit Crash Bandicoot für die Playstation 1 los. Der Erfolg war riesig und so musste man nicht lange darauf warten, die nächsten Einträge der Serie zu begrüßen. 1999 erschien dann mit Crash Bandicoot 3: Warped der letzte und dritte große Hauptableger der Serie, der nun 2020 endlich eine lang ersehnte Fortsetzung mit Crash Bandicoot: It’s About Time erhielt. Dass sich Activision und Toys for Bob viel Zeit gelassen haben, die Konzepte von Crash Bandicoot in qualitativer und würdevoller Weise auf die neue Konsolengeneration zu bringen, zeigten schon zum Release vergangenen Herbst die vielen positiven Wertungen der Spieler und Presse. Nun schafft es Crash 4 auch auf die neuesten Plattformen wie Playstation 5, Xbox Series X und Nintendo Switch. Wie sich letztere Version auf dem hybriden Handheld schlägt, lest ihr in diesem Test.

Das nächste Abenteuer

Mit Crash 4: It’s About Time ist der berühmte Beuteldachs zurück und wird gebraucht, um die Zeit zu retten bzw. besser gesagt nahezu jeden Ort im Universum, den nun die bösen Widersacher, die Wissenschaftler Neo Cortex und N.Tropy sich einzuleiben versuchen. Obwohl die beiden zum Ende des dritten Hauptspiels der Crash Bandicoot Reihe – damals noch für Playstation 1 – gefangen genommen werden konnten, ist es ihnen mittlerweile gelungen, ein Zeitportal zu erschaffen, mit dessen Hilfe sie sich an nahezu jeden beliebigen Ort teleportieren können, um Unheil zu verrichten. Dieser Ausbruch sorgt aber nicht nur für Schrecken, sondern auch für allerhand Ungleichgewicht im Raum-Zeit-Gefüge, weshalb Crash und seine Schwester Coco das Ruder in die Hand nehmen. Nachdem sie von der Wächtermaske Aku-Aku gewarnt werden und Crash im Intro auf die erste Quantummaske Lani-Loli trifft. Schnell wird klar, die übrigen drei Quantummasken müssen gefunden werden, damit den Schurken Einhalt geboten werden kann.

Von da an könnt ihr die 43 Level über die Dimensionskarte hinweg spielen und versuchen, sie bis ins Kleinste zu meistern. In bekannter Crash-Manier müsst ihr dabei allerhand Wumpa-Früchte einsammeln, Kisten zerschlagen, Bonusstages meistern und möglichst schnell durch die Level kommen. Um zeitgemäßer zu sein, haben sich die Entwickler von Toys for Bob den Modernen und den Retro-Spielmodus einfallen lassen. Bei der Retrovariante habt ihr drei Leben und müsst euch ranhalten, durch das Level zu kommen. Sind alle Leben futsch, müsst ihr von vorn beginnen, egal wie viele Checkpoints ihr erreicht habt. Im modernen Modus hingegen könnt ihr so oft sterben, wie nötig, um durch das Level zu kommen. Ihr startet immer beim letzten Checkpoint. Wichtig ist jedoch zu wissen: für die komplette Belohnung in einem Level, die in Form von Diamanten bescheinigt wird, müsst ihr z.B. alle Kisten zerschlagen, einen Maximalwert an Toden einhalten und anderes berücksichtigen. Habt ihr die sechs Kristalle je Level erhalten, winkt ein Skin für Crash und Coco, der das Aussehen verändert.

Zusätzlich gibt es einige Sammelobjekte im Spiel, etwa die Videokassetten, die Retro-Level freischalten. Im Spielverlauf könnt ihr auch den N.Vertiert-Modus freischalten. Dieser wartet mit zusätzlichen Effekten auf, z.B. schwarz-weiß-Filtern oder veränderten physikalischen Kräften.

Weitere Bonusstages können ebenfalls enthüllt werden, sodass es mehr als genug Abschnitte zu spielen gibt, die vor Kreativität nur so strotzen. Egal ob T-Rex, Drohnen, Feuerbälle, springende Haie oder säbelschwingende Weirdos, jedes Level ist anders und genau das macht besonders viel Spaß und muss es auch, denn ihr werdet sehr oft sterben – sehr oft!

Schönheitskur mit Mini-Falten

Dass ihr oft und an vielen Stellen dem Beuteldachs Engelsflügel verleiht, liegt an verschiedenen Umständen. Zum einen ist auch Crash Bandicoot 4 dem Serienkonzept treu geblieben. Diese Jump’n’Run Spiele sollen knifflig sein, weshalb bei Teil 4 noch einmal eine Schippe draufgelegt wurde. Insofern kommt es auf das richtige Timing an, Sprünge und Schläge sowie Interaktionen in den Levels richtig zu koordinieren und so voranzukommen. Zusätzlich ist die Kamera fixiert, so wie früher. Entweder ihr seht den Beuteldachs von hinten, von der Seite oder von vorn. Was ihr nicht könnt, ist die Kameraperspektive flexibel anzupassen wie es in vielen modernen Spielen der Fall ist. Auf diese Weise ist das richtige Timing schwieriger und sogleich wichtiger denn je.

Natürlich kann man darüber streiten, ob Toys for Bob den richtigen Ansatz gewählt haben, die Steuerung und die Kamera nur marginal zu verändern, eine nicht geringe Zahl an Fans des Franchises wird aber womöglich zurecht sagen, dass das Spielgefühl von Crash Bandicoot auf diese Weise hervorragend und gut gealtert ist, ohne ihm die Würde zu nehmen und ein völlig anderes Spiel draus zu machen.

Bemerkenswert ist hingegen, dass dieses Zusammenspiel im Einklang mit vielen neuen Ideen funktioniert. Die Grafik ist modern, die Details und Texturen sind vielfältig, auch wenn wir eingestehen müssen, dass gerade im Handheld-Modus das Spiel deutlich verwaschener aussieht, als im Docked-Modus. Andererseits ist es dem Entwickler besonders gut gelungen, das maximale Spielerlebnis aus Crash Bandicoot 4: It’s About Time für die Nintendo Switch in diesem Port, nur fünf Monate nach dem initialen Release des Spiels für PS4 und Xbox One herauszuholen. Andere Ports, etwa das vom Engine-hungrigen Doom Eternal, haben für das gleiche Ergebnis fast neun Monate gebraucht. Insofern ist dies durchaus anerkennungswürdig und so lassen sich die Piratengegner, die Lava-Umgebung, fremdartige Weltraumpflanzen oder so manch ulkige Figur umso mehr genießen.

Eine weitere Portion Nostalgie bringt die Einbettung von drei zusätzlichen, spielbaren Charakteren. Im Verlauf der Levelfortschritte könnt ihr Neo Cortex selbst, Tawna und Dingodile mit jeweils individuellen Fähigkeiten aktivieren. Diese bringen neben den vier Quantummasken, die es euch ermöglichen in definierten Sequenzen z.B. die Dimensionen für Objekte zu verändern oder die Gravitation zu beeinflussen, zusätzlichen Spielspaß.

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