Spieletest: Another Code: Recollection NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
19. Januar 2024

USK 6 keine Onlinefunktion. unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
packend und emotionale Erzählweise
spannende Puzzles
tolle Charaktere
großartige Synchro und Sequenzen
Visual-Novel-Style
Negativ:
teils langatmig
Rätsel und Laufwege gestrichen
Kameraposition nicht immer ideal
toller Style aber technisch nicht eiwandfrei

Verbesserungen zum Vorgänger?

Das klingt jetzt sicherlich, als habe Nintendo das Spiel eher schlechter als besser gemacht . Doch das kann man so nicht sagen. Der Fokus liegt in der Recollection vor allem auf der herausragenden Story. Die Geschichte von Ashley, ihren Erinnerungslücken und den Geheimnissen rund um Blood Edward Island. Das Storytelling steht klar im Mittelpunkt und bedient sich Elementen einer Visual Novel. Ihr bewegt euch nun auch in einer 3rd-Person-Ansicht durch die Areale, was das Spielerlebnis nochmals verstärkt. Statt, wie auf dem DS, die Umgebung aus der Vogelperspektive zu betrachten und Dialoge in Standbildern präsentiert zu bekommen, erwartet euch nun ein echtes visuelles Erlebnis. So steuert ihr das Mädchen in 3D-Ansicht – zwar beschränkt- aber frei über die Insel und durch das Herrenhaus. Nicht immer funktioniert dabei die Kamera optimal oder ist zu nahe an Ashley dran, um die Umgebung gut wahrnehmen zu können. Nichtsdestotrotz holt euch die Switch-Version emotional besser ab und erreicht eine neue Erzähltiefe.

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung

Die Another Code: Recollection besteht, wie bereits erwähnt, aus den beiden Teilen des DS und der Wii. Wer jetzt aber glaubt, er kann gleich mit Teil 2 starten, der irrt. Im Zuge der neuen Erzählweise mit den Visual-Novel-Aspekten wird die Geschichte als einen nun einzigen Handlungsstrang erzählt. Habt ihr den Abspann aus „Doppelte Erinnerung“ gesehen, geht es unmittelbar mit dem Sequel des Nachfolgers weiter. Auf der einen Seite ist die Entscheidung nachvollziehbar, da man gleich zu Beginn des Wii-Ablegers aus dem Vorgänger gespoilert wird, auf der anderen Seite hätte man des den Spielern selbst überlassen können, wo und wie sie in die Story einsteigen wollen. Über die Handlung aus „Die Suche nach der verborgenen Erinnerung“ wollen wir aus diesem Grund auch nicht mehr erzählen, um nicht all zu viel über die Story rund um Ashley und ihren Besuch am Lake Juliet zu spoilern, da die Erlebnisse zu sehr miteinander verwoben sind.

Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum man die diversen Kürzungen in Kauf nahm, um das Spielerlebnis nicht all zu in die Länge zu ziehen. So werdet ihr für beide Spiele zusammen zwischen 10 und 20 Stunden brauchen, je nach Lesegeschwindigkeit und eurer Knobelfähigkeiten. Dennoch kann es vor allem für Fans von Another Code R eine kleine Enttäuschung sein, die nicht erst den ersten Titel spielen wollten. Anzumerken ist auch, dass der zweite Teil erzählerisch einen Zeitsprung beinhaltet und die Charaktere eine Entwicklung hinter sich haben, was einer Eingewöhnung bedarf.

Wie im Vorgänger wurden auch hier wieder Laufwege eingespart und Rätsel einfach weggelassen. Durch dieselbe Technik fühlen sich beide Spiele aber nun gleichwertig und wie in einem Guss an.

Technisch gesehen ist, wie erwähnt, vor allem der grafische Aspekt als eine Art Visual-Novel neu und kommt Another Code sehr zugute. Die Grafik ist leider nicht immer zuverlässig und hat vor allem in den Außenarealen mit sich wiederholenden Texturen, Unschärfen und Einbußen im Detailgrad zu kämpfen – selbst für Switch-Verhältnisse. Dennoch fühlt sich das Spielerlebnis moderner und schöner an. Grund ist vor allem die Präsentation, samt kurzer Sequenzen, während beispielweise am DS nur Standbilder waren, wo sich der Mund bewegte.

Es gibt eine englische und japanische Sprachausgabe, aber die Bildschirmtexte sind auf Deutsch. Mit Schulenglisch kommt man in diesem Spiel gut über die Runden. Zwar wurde nicht das gesamte Game vertont, aber eine Vielzahl an Gesprächen und diverse Textstellen werden des Öfteren mit kurzen Wortfetzen aufpoliert. Man lauscht mit Spannung und Freude den Sprechern, wo die Vorgänger sicher noch textlastiger waren. Die Hintergrundmusik ist stimmig und passend.

Seite

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Fazit

Die Another Code: Recollection ist eine großartige Neuinterpretation der Originale! Erlebe die Geschichte rund um Ashley auf eine völlig andere Art und Weise. Visual-Novel Aspekte lassen dich noch tiefer und emotionaler in das Abenteuer eintauchen. Leider wurde das „Remake“ gameplaytechnisch stark beschnitten und Laufwege sowie viele Rätsel und Puzzles vielen einfach dem Rotstift zum Opfer. Elemente, die vor allem die Vorgänger zu dem gemacht haben, was sie sind. Wer also den Kultstatus der Games nachvollziehen möchte, der kommt an den Originalen nicht vorbei. Nichtsdestotrotz ist die Another Code: Recollection das Geld wert. Rätselfreunde und Fans von Visual Novels kommen definitiv auf ihre Kosten und die Präsentation ist einladend. Wer Entschleunigung aus dem Alltag und eine packende Story sucht, der ist hier gut aufgehoben.

Grafik
7.5
Sound
8
Gesamt
7.5

verfasst von „Ulrich“

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Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 27.Januar.2024 - 09:45 Uhr