
Yooka Replaylee
Playtonic Games meldet sich mit Yooka-Replaylee zurück einem Remaster, das nicht nur optisch glänzt, sondern auch spielerisch vieles besser macht. In unserer neuen Review zeigen wir, wie das Duo aus Chamäleon und Fledermaus endlich das Abenteuer bekommt, das es verdient. Verbesserte Steuerung, kreative Welten und ein orchestraler Soundtrack sorgen für ein rundes Erlebnis mit Retro-Charme und modernen Standards.
Jetzt reinlesen und erfahren, ob Yooka-Replaylee das Revival ist, auf das Fans gewartet haben!

Yooka Replaylee
NSW2
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Entwickler
- PM Studios
- Publisher
- PM Studios
- Konsole
- NSW2
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Als im Frühjahr 2017 das erste Spiel des frisch gegründeten Studios Playtonic Games das Licht der Welt erblickte, war die Erwartungshaltung in der Gaming-Community kaum zu übersehen. Yooka-Laylee war nicht einfach nur ein neues Jump-and-Run – es war eine Herzensangelegenheit. Denn hinter Playtonic verbargen sich Veteranen aus den glorreichen Tagen von Rare, jenem legendären Entwicklerstudio, das mit Klassikern wie Banjo-Kazooie und Donkey Kong 64 das Genre der 3D-Plattformer auf dem Nintendo 64 maßgeblich geprägt hatte. Die Vision war klar: Ein geistiger Nachfolger sollte her, ein Spiel, das den Charme, die Sammelwut und den Humor jener Ära wiederbelebt – diesmal mit einem Chamäleon und einer Fledermaus statt Bär und Vogel.
Die Fans, hungrig nach Nostalgie und liebevoll designten Welten, warteten gespannt. Und als Yooka und Laylee endlich über die Bildschirme hüpften, war die Freude groß – doch nicht ungetrübt. Trotz der offensichtlichen Liebe zum Detail und dem Retro-Flair hagelte es Kritik: Technische Schwächen, unausgereifte Mechaniken und ein Gameplay, das nicht ganz mit den Erwartungen Schritt halten konnte, trübten das Erlebnis. Der Traum vom perfekten Revival schien vorerst geplatzt.
Doch nun, acht Jahre später, meldet sich Playtonic zurück – mit Yooka-Replaylee, einem umfassenden Remaster, das nicht nur optisch aufpoliert wurde, sondern auch spielerisch neue Maßstäbe setzen will. Wie uns die Entwickler im Interview verrieten, wurde dabei intensiv auf das Feedback der Community gehört. Zahlreiche Kritikpunkte wurden überarbeitet, Mechaniken verfeinert und das Spielerlebnis modernisiert, ohne den nostalgischen Kern zu verlieren.
Ob das neue Sammel-Jump-and-Run jetzt endlich das Spiel ist, das es damals schon hätte sein sollen? Ob Yooka und Laylee diesmal wirklich in die Fußstapfen ihrer ikonischen Vorgänger treten können? Tauchen wir ein in eine Welt voller Pagies, Plattformen und Pixelcharme – und finden es heraus.
Alte Geschichte neu erzählt
Die Handlung beginnt mit einer Bruchlandung: Yooka und Laylee stranden mit ihrem Schiff auf einer geheimnisvollen Insel. In einer Höhle stoßen sie auf das "Große Buch", ein mystisches Artefakt, dessen leere Seiten alles erschaffen können, was auf ihnen geschrieben steht. Für unser Duo klingt das natürlich nach einem Abenteuer mit unendlichem Potenzial – doch das Buch ist nicht allein. Es wurde gefangen genommen. Der Fänger? Niemand Geringeres als Capital B, ein Konzernboss in Bienenform, der mit seinem Chef-Wissenschaftler Dr. Quack – einer Ente in einem Kaugummiautomaten – eine Maschine entwickelt hat, die sämtliche Bücher der Umgebung aufsaugen kann. Als das "Große Buch" erneut eingefangen wird, verstreuen sich seine magischen Seiten, die Pagies, über die gesamte Spielwelt.
Doch statt eines klassischen Wettlaufs zwischen Gut und Böse um die verstreuten Seiten, dreht Capital B den Spieß um: Er spannt Yooka und Laylee selbst ein, um die Pagies für ihn zu sammeln – mit dem Plan, sie ihnen später einfach abzuluchsen. Ein cleverer Schachzug, der die Helden in eine paradoxe Mission schickt: Sie retten die Welt, indem sie dem Bösewicht helfen – zumindest vorerst.

Was ist neu?
Mit Yooka-Replaylee liefert Playtonic ein Remaster, das deutlich über die üblichen Schönheitskorrekturen hinausgeht. Die Spielwelten wurden komplett überarbeitet – zwar bleibt das Grundthema der Levels erhalten, doch überall gibt es neue Herausforderungen, Gegner und Geheimnisse zu entdecken. Die Pagies sind nun sinnvoller verteilt und die Level von Beginn an vollständig geöffnet.
Auch spielerisch hat sich einiges getan: Alle Moves sind direkt verfügbar, die Steuerung wirkt deutlich präziser und die Kamera wurde modernisiert. Ein praktisches Beispiel der Neuerungen in der Steuerung ist die größere Sprunghöhe, die den Doppelsprung ersetzt, da dieser im Vorgänger sowieso permanent eingesetzt wurde.
Neue Tonics die sowohl Vorteile als auch Nachteile auslösen können, als auch die Darstellung oder den Sound verändern können, erlauben eine individuelle Spielerfahrung. Dazu kommen über 100 kosmetische Optionen. Ein neues Kartensystem samt Schnellreise über „Mark the Bookmark“ erleichtert die Navigation spürbar.
Besonders gelungen: Rextros Arcade wurde komplett neu gedacht und bietet nun isometrische Mini-Plattforming-Level statt der alten Minispiele. Dazu kommt ein vollständiger Grafik-Overhaul mit reaktiven Umwelteffekten und orchestraler Musik vom Prager Philharmonie-Orchester – ein echter Genuss für Augen und Ohren.

Neu ist immer besser?
Die große Frage, die sich viele Fans seit der Ankündigung von Yooka-Replaylee gestellt haben, war klar: Bringen die technischen Neuerungen auch wirklich spürbare Verbesserungen im Gameplay? Die Antwort fällt erfreulich deutlich aus – ja, und wie! In nahezu allen Punkten übertrifft das Remaster sein Original von 2017 und liefert endlich das Spielgefühl, das sich damals schon alle erhofft hatten.
Die Steuerung wirkt jetzt deutlich präziser. Egal ob laufend, gleitend oder rollend – Yooka und Laylee bewegen sich sicher und flott durch die Spielwelt. Zwar gibt es kleinere Ausnahmen: Der Zielmodus aus der Ego-Perspektive, das Rollen und die Kamerasteuerung zeigen sich gelegentlich etwas widerspenstig, doch das trübt den Gesamteindruck kaum. Sobald man sich in die Herausforderungen stürzt, sei es bei rasanten Lorenfahrten, beim Sammeln der Ghostwriter oder beim Aufspüren der Federn, stellt sich ein echter Spielflow ein, der einfach Spaß macht.
Besonders gelungen sind die fünf Hauptwelten, die jetzt endlich kreativ und abwechslungsreich gestaltet sind. Dank der neuen Karte, die auch bereits gefundene Pagies anzeigt, behält man stets den Überblick und kann gezielt nach fehlenden Seiten suchen. Die Federn dienen nicht nur als Sammelobjekte, sondern lassen sich gegen Upgrades eintauschen – ein motivierendes System, das zum Erkunden einlädt. Insgesamt werden 120 Pagies benötigt, um das Spiel abzuschließen, und anders als früher gelingt das nun ohne lästiges Backtracking.
Ein echtes Highlight sind die Verwandlungen, die in jedem Level auf euch warten. Ob als wasserspeiende Pflanze, schneeschiebender Truck oder als schwer bewaffnetes Kanonenboot – die Gameplay-Elemente bringen Abwechslung und machen einfach Freude. Auch der HD-Rumble der Joy-Con wird clever eingesetzt: Steht ihr etwa auf einem versteckten Münzdepot, vibrieren die Controller spürbar – wenn auch etwas lautstark. Besonders eindrucksvoll ist der Effekt bei der „Schwere-Beere“, die eure Spielfigur verlangsamt und jeden Schritt spürbar in die Hände überträgt.
Kurzum: Yooka-Replaylee spielt sich endlich so, wie es sich immer angefühlt haben sollte – flüssig, motivierend und voller kleiner Details, die das Spielerlebnis abrunden.

Ist besser auch immer gleich gut?
Auch technisch hat Yooka-Replaylee spürbar zugelegt – in fast allen Bereichen wirkt das Remaster runder, moderner und liebevoller gestaltet als sein Vorgänger. Die überarbeiteten Modelle und Texturen verleihen der Spielwelt mehr Tiefe und Charakter, und die neuen Effekte wie reaktiver Schnee und dynamisches Licht sorgen für ein lebendigeres Gesamtbild. Dennoch bleibt das Spiel visuell etwas hinter dem zurück, was auf der aktuellen Hardware möglich wäre. Auf der Switch 1 wäre das Ergebnis beeindruckend – auf der Switch 2 merkt man, dass die Engine ihre Wurzeln nicht ganz verbergen kann.
Was dem Spiel aber eine ganz eigene Magie verleiht, ist die audiovisuelle Gestaltung. Die orchestrale Musik, eingespielt vom Prager Philharmonie-Orchester, trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei. Skurrile Charaktere, kreative Umgebungen und eine humorvolle Inszenierung lassen kleinere grafische Schwächen schnell vergessen. Die Welt wirkt charmant und verspielt – und das ist letztlich wichtiger als technische Perfektion.
Trotzdem gibt es ein paar Stolpersteine: Gegner können gelegentlich im Boden verschwinden, und wer das Spiel aus dem Standby-Modus der Konsole aufrufen will, erlebt mitunter einen plötzlichen Absturz. Glücklicherweise schützt die zuverlässige Autospeicherfunktion vor größeren Verlusten. Auch die grafischen Filter, die als Tonics aktiviert werden können, etwa Pixeloptik oder Monochrom, funktionieren nicht immer fehlerfrei. Manchmal wird das Bild so stark verfremdet, dass kaum noch etwas zu erkennen ist.
Unterm Strich wirkt Yooka-Replaylee technisch solide und deutlich verbessert, die ganzen Neuerungen leiden aber noch unter der ein oder anderen Kinderkrankheit.
Fazit
Yooka-Replaylee bietet das bislang beste 3D-Plattformer-Erlebnis, das Chamäleon und Fledermaus je hatten. Das Remaster verwandelt das ursprüngliche Spiel endlich in das nostalgische Abenteuer im modernen Gewand, das es von Anfang an sein wollte. Kreative Welten, flüssiges Gameplay und liebevolle Details sorgen für ein rundes Gesamtbild. Zwar gibt es kleinere technische Mängel, die gelegentlich auffallen, doch sie trüben das Spielerlebnis nur minimal. Wer damals enttäuscht war, bekommt hier die Chance, das Abenteuer neu zu erleben – diesmal so, wie es gedacht war.
- Chreative Charaktere
- Interessante Welten
- Gutes Plattforming
- Kleiner Bugs
- Kamera teils störrig
Vielen Dank an die Firma PM-Studios für die Bereitstellung des Testmusters.


