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Mario Strikers: Battle League Football

Mario Strikers: Battle League Football

Mateusz

Mario Strikers: Battle League Football war eine besondere Ankündigung dieses Jahr. Mittlerweile durften wir uns über den Release freuen und haben uns für euch mächtig ins Gras geworfen. Was am Ende auf der Habenseite steht und wie elektrisierend das Spielgefühl ist, verraten wir euch in unserem Testbericht zu Mario Strikers: Battle League Football (Nintendo Switch).

Mario Strikers: Battle League Football

NSW

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW
Spieler
1–8 lokal
Freigabe
USK ab 6

Manchmal ist Nintendo doch für eine Überraschung gut. Wo das Unternehmen ansonsten mit Familienfreundlichkeit wirbt und die Spitze der Gewaltdarstellung das recht zahme Smash Bros.-Franchise ist, sticht das radikal-rabiate Rambolensportspektakel der Mario Football-Reihe heraus. Die an Fußball und Rugby angelehnte Partysport-Simulation wusste schon auf der Nintendo Gamecube ausgewählte Fans zu begeistern, ebenso wie in der noch gelungeneren Wii-Fassung. Allerdings gelang Nintendo mit der Reihe noch nie der große Wurf, oder sagen wir Schuss. Ändert sich das jetzt mit Mario Strikers: Battle League Football für die Nintendo Switch oder bleibt das Spiel für ewig in der Nische gefangen? Lest den Test und erfahrt, wer das Spiel unbedingt haben muss und wer es lieber liegen lassen sollte…

Wuchtig!

Ebenso wie die ersten veröffentlichten Trailer kommt das Intro wuchtig, krachend daher und macht keine Gefangenen. Der Look wirkt ernster, könnte einer Anime-Sportserie á la Tsubasa entsprungen sein und macht mit seinen harten Kanten und blitzenden Effekten klar: Dieses Spiel bricht mit den bekannten Nintendo-Konventionen. Hier werden die Gegner am Elektrozaun gegrillt, mit knallharten Tackles umgenietet und Items beeinflussen das Spielgeschehen, sodass man anfangs noch hilfesuchend nach dem Schiri schaut – aber den sucht man vergebens. In Mario Strikers: Battle League Football gilt das Gesetz des Straßenfußballs in Kombination mit den üblichen, aus anderen Mario-Ablegern bekannten, Tricks.

Im Vergleich zu den Vorgängern wurde an der Optik und den Spielmechaniken unglaublich viel gedreht. Hier hat man sich mitnichten auf Altbewährtes verlassen, sondern alles grundlegend umgekrempelt. Mit zehn verschiedenen Charakteren scheint der Kader zunächst ganz in Ordnung zu sein und die vielen Anpassungsmöglichkeiten durch diverse Ausrüstungsupgrades versprechen einiges an Individualisierung. Auch ein vernünftiger Online-Modus mit Club-System, sowie ein wahnsinnig krachender Couch-Multiplayer wurden integriert, sodass eigentlich an jeder Schraube gedreht wurde. Warum haben wir es aber trotzdem nicht mit einer 10 von 10 zu tun? Der Teufel liegt wie immer im Detail und ganz speziell im Chaos.

Mario Strikers – it’s in the game!

Ein Knackpunkt, der Casualgamer abschrecken könnte, ist, dass das Spiel sich nicht recht entscheiden kann, ob es eine anspruchsvolle Fußballsituation oder ein für alle zugängliches Partygame sein möchte. Allein das Tutorial, welches einem zu Beginn empfohlen wird, kann einen zum Verzweifeln bringen. Während das simple Laufen, Rennen, Passen und Schießen kein Problem darstellt, fordern die neuen Funktionen einiges an Koordinationsvermögen vom Spieler. Man wemmst seinen Gegner nämlich nicht mehr nur einfach mit einer Blutgrätsche um, sondern muss entscheiden, ob man die Attacke aufladen möchte und wenn ja, wie doll. Zusätzlich muss man darauf achten den perfekten Moment für eine perfekte Ballabnahme zu erwischen oder sich dafür zu entscheiden, die Attacke mit einer Finte abzubrechen. Perfekte Pässe, hoch und flach, Sprinten ohne zu erschöpfen, Finten, Steilpässe, Hoch- und Flachschüsse, aufgeladene Schüsse, Hyperschüsse, Itemverwendung und die Stärken und Schwächen der einzelnen Charaktere soll man hier in einem kurzen Tutorial erlernen - klar ist man nach nur wenigen Minuten überfordert. Es ist unbefriedigend, wenn man die, jede Lektion abschließenden, Testaufgaben nicht besteht, denn man bekommt das Gefühl wichtige Mechaniken nicht verstanden zu haben. Es drängt sich die Frage auf, wie man das Spiel irgendwann mit seiner Freundin oder seinem Kumpel zocken soll, deren Videospielskills ansonsten auf „ab und zu Mario Party“ stehen. Zudem ist das Chaos aus vielen Gründen noch intensiver, als in den vorangegangenen Serienteilen und das will schon was heißen!

Der Vollblutgamer nimmt die Challenge natürlich dankend an und startet mutig (trotz eventueller missglückter Abschlussprüfungen) ins Spiel. Dort erwartet ihn der klassische Einzelspielmodus, ein Pokalmodus, der Strikers-Club, sowie der Ausrüstungs-Shop. Der Pokalmodus hält mehrere Turniere bereit, die erstmalig im Doppel-KO System laufen. Man fliegt nach der ersten Niederlage nicht mehr direkt raus (wie noch bei den manchmal frustrierenden Vorgängern), sondern hat noch eine weitere Chance. Ansonsten ist der Einzelspielermodus aber sehr trist. Weder spielt man neue Felder, noch neue Charaktere frei und so bleibt einem nur die fleißig verdiente Ingame-Währung, mit der man Ausrüstung (und nichts anderes) kaufen kann. Auch die verschiedenen Spielfelder haben keinerlei Effekt auf das Spiel, von kosmetischen Aspekten abgesehen. Man vermisst manchmal den endnervigen Bowser, der vom Himmel herabfällt und alles durcheinanderbringt. Ist das alles ein Problem? Ja! Denn die geringe Felder- und Charaktervielfalt mindert nicht nur die Motivation, sondern sorgt indirekt auch für noch mehr Chaos auf dem Spielfeld. Denn bei zehn Charakteren, von denen man vor jedem Game vier in sein Team wählen muss, kommt es mit dem Gegnerteam fast automatisch zu Dopplungen auf dem Spielfeld. Anders als in den Vorgängern besteht das Team nämlich nicht mehr aus nur einem Striker-Captain (Mario, Donkey etc.) und drei Handlangern, sondern aus vier Vollwertigen Teammitgliedern. Wie gesagt, aktuell gibt es keine Möglichkeit, weitere Charaktere zu erhalten. Auf der positiven Seite bringt das neue System aber den Effekt, dass jeder Spieler auf dem Feld einen individuellen Hyperschuss ausführen kann, der dann wiederum doppelt zählt. Die dazugehörigen (nicht skipbaren) Animationen sind schlicht und ergreifend grandios, sodass man sich manchmal dabei erwischt wie man mit dem Gegner mitfiebert. Damit die Hyperschuss-Funktion nicht ganz so überpowert daherkommt, muss man nun erstmalig eine Powerkugel einsammeln, bevor man einen solchen Hyperschuss ausführen kann.

Nimmt man nun die neuen, durchaus anspruchsvollen Spieltechniken und das spielgewordene, durch Items und Effekte kondensierte Chaos zusammen, springt das Spiel immer wieder zwischen dem erforderten Können eines Fifa-Spiels und der absoluten Willkürlichkeit eines Partykrachers hin und her. Erst nach vielen Probegames gewöhnen sich die Finger, Augen und das Gehirn an das Ganze, passen sich dem Spieltempo an und es entsteht eine durchaus angenehme Lernkurve, die ab und zu (selten) in so etwas wie einem Spielfluss mündet.

Multiplayer des Wahnsinns!

Zum Zeitpunkt des Test ist das Kernstück des Spiels noch nicht vollends online: Der Strikers-Club startet in wenigen Tagen. Hier treten verschiedene Clubs, denen man beitreten kann, gegeneinander an und es geht selbstverständlich darum, der beste Club von allen zu sein. Um die Identifikation mit diesem Club zu erhöhen, kann man auch in Einzel- und Pokalspielen in dessen Trikots und Namen spielen. Die Einzel-Online Spiele geben aber einen guten Vorgeschmack darauf, welche Energien die weltweiten Partien entfalten können. Jede Runde ist kurz (4 Min.) ohne Halbzeit und Seitenwechsel. Das Spielgeschehen ist furios und mündet immer wieder im absoluten Chaos, wenn einfach nicht mehr klar ist, wer den Ball, wer das Item, die Führung oder das gesamte Spielgeschehen im Griff hat. Das stört aber im Couch- und Onlinemutliplayer keineswegs. Man rutscht immer wieder auf die Kante seines Sessels, beißt sich die Lippe blutig und kämpft bis zur letzten Sekunde – denn dank des Hyperschusses kann man auch große Abstände immer wieder kippen. Hierbei helfen auch die Unzulänglichkeiten im Balancing. Manche, im Sekundentakt kommende, hervorragend herausgespielte Bälle hält der Torwart wie nix und dann lässt er andererseits unmotivierte Schüsse von der Mittellinie einfach so durch.

Um seine Chancen im Spiel gegen die realen Kontrahenten zu steigern, bietet das Spiel ein einfaches und doch trickreiches Individualisierungssystem. Jeder Spieler verfügt über exakt 63 Stat-Points, die selbstverständlich unterschiedlich verteilt sind. Mario ist der altbekannte Allrounder, Rosalina kann ordentlich schießen und Waluigi ist der Technikexperte. Nun kann man mit dem Erwerb von unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen einzelne Fähigkeiten erhöhen, während andere im selben Maße gedrosselt werden. Beispielsweise, erhöht man Marios Technikwert und senkt damit automatisch seinen Passwert. Dadurch entsteht eine angenehme, strategische Komponente, die letztendlich nur echten Kennern in die Karten spielen wird. An dieser Stelle patzen die Entwickler allerdings auch unnötig. Denn selbstverständlich wird man anfangs nur seine Stammspieler upgraden und demnach auch nur mit diesen spielen wollen. Man kann sich aber leider kein Stammteam zusammenstellen, dass man dann vor einem Spiel durch einfaches Anwählen auf den Platz schicken könnte. Man muss jedes mal umständlich jeden Charakter einzeln anwählen und entscheiden, ob man ihn mit oder ohne Ausrüstung einsetzt. Selbst bei einem Wiederholungsmatch mit einem Onlinegegner muss man neu auswählen und hat nicht die Option das selbe Team zu nutzen. Das sägt am ansonsten superzackigen und ladezeitenarmen Flow.

Technisch perfekt

Die Grafik ist bei Mario Strikers: Battle League Football auf Nintendo Switch Höchstniveau. Die Zeichnungen sind fantastisch und heben sich herrlich übertrieben von den anderen Mariogames ab. Man würde einiges geben um einen Nachmittagscartoon in dieser Optik serviert zu bekommen. Die Hyperschussanimationen setzen dem Ganzen die Krone auf und es ist durchgehend eine Freude, der stabilen Framerate beim Arbeiten zuzusehen. Selbst im Handheldmodus bleibt alles stabil und die Messlatte für künftige Games wird ordentlich hoch angesetzt. Wenn man das Haar in der Suppe sucht, könnte man sich eine bessere Differenzierung zwischen dem eigenen und dem Gegnerteam wünschen. Im Eifer des Gefechts ist es manchmal schwer auszumachen, wer Freund und wer Feind ist.

Abgesehen von der Kompliziertheit der Steuerung läuft die Bedienung des Controllers extrem smooth und geht an sich leicht von der Hand, wenn die Finger nicht gerade verknotet sind. Beim Sound werden zwar keine bahnbrechenden Mario-Tunes geliefert, aber dennoch wird ein sehr hoher Standard gehalten. Es wummst und rummst, dass es eine Freude ist und der Puls stets am Anschlag bleibt.

7.5Wertung

Fazit

Mario Strikers: Battle League Football ist ein furioser Partysportkracher. Der Multiplayermodus (online, wie offline) ist eine Wucht und entfaltet mit seinen rasanten und stets actiongeladenen Spielen eine ungeheure Sogwirkung. Für Solospieler hingegen sieht das Angebot aktuell noch sehr mau aus – es sollen aber Inhalte per DLC nachgereicht werden. Die Neuerungen in der Steuerung bringen einerseits mehr taktische Finesse, schrecken Casualgamer aber vielleicht ab. Zudem führen sie zwischen Könnern und Anfängern sicherlich zu unüberwindbaren Hürden. Insgesamt wird an einigen Ecken unnötig Potenzial verschenkt, was bei einer gepflegten Runde unter Freunden aber nur bedingt ins Gewicht fallen sollte.

Design
10.0
Sound
8.5
Online Multiplayer
9.0
  • Fantastischer, Animelook
  • Neuerungen bringen mehr Tiefe
  • Krachender Multiplayer
  • Neuerungen bringen mehr Chaos
  • Seltsames Torwart Balancing
  • Kaum Freispielbares
  • Ganz dünner Solospier-Modus

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des T

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